Pressemitteilung und Pressespiegel zur G20-Soliblockade

Die folgende Pressemitteilung wurde gestern gegen 17:00 verschickt.

Doppelte Blockade der Hambachbahn

Zweimal direkt nach einander stoppen UmweltaktivistInnen den Kohlezugverkehr

Merzenich, Kerpen-Buir – Am Freitagvormittag haben UmweltaktivistInnen die Hambachbahn zweimal nacheinander blockiert. Auf dieser Schienenstrecke wird Braunkohle vom Tagebau Hambach zu vier Kraftwerken transportiert, was die BlockiererInnen für zehneinhalb Stunden verhinderten. Die beiden Gruppen haben mit unterschiedlichen Techniken ihre Räumung verzögert: Bei der ersten Blockade saßen zwei Menschen auf einem so genannten Tripod, der beide Gleise der Kohlebahn überspannte. Die beiden AktivistInnen der zweiten Blockade haben sich mit Stahlrohren an die Gleise gekettet.

Für beide Aktionsgruppen ist jeweils eine Aktionserklärung auf der Internetplattorm Indymedia erschienen. Der erste dieser Texte stellt einen Zusammenhang zu den Protesten gegen den G-20 Gipfel in Hamburg her. Außerdem wird an den Energieriesen die Botschaft gesendet: „Wir hören nicht auf bevor ihr aufhört!“ Das zweite Bekennerschreiben erklärt auf humorvolle Weise im Stil des Kultbuches „Die Känguru-Chroniken“ ihre Aktionsform.
Die erste Gruppe von zwei Personen hat von etwa 4.30 Uhr bis 12.30 Uhr zwischen Morschenich und Merzenich auf einem Tripod gesessen. Dabei handelt es sich um eine Konstruktion aus drei Balken, die ähnlich wie bei einem Tipi zusammen gebunden sind und in diesem Fall beide Gleise der Hambachbahn gleichzeitig blockierten. Nach Aussage der Tripod-KletterInnen hat der Lokführer, der wegen der Aktion anhalten musste, angedroht den Tripod mit den beiden Personen zu überfahren und danach dagegen getreten. Die Polizei hat später für die Räumung ein Baugerüst um die Konstruktion herum errichtet. Daraufhin sind die AktivistInnen vom Tripod auf das Gerüst „umgestiegen“ und haben sich dort an einander gekettet. Dazu haben sie sich jeweils ein Fahrrad-Bügelschloss um den Hals gelegt und dabei die beiden Schlösser wie Kettenglieder verschränkt.
Etwa zeitgleich mit der Räumung der ersten Besetzung vom Baugerüst begannen zwei weitere AktivistInnen eine Blockade der Hambachbahn auf der Höhe von Buir. In diesem Fall wurden zwei so genannte V-Locks verwendet. Dies sind Stahlrohre mit einem Knick in der Mitte, die jeweils unter einem Gleisstrang in den Gleisschotter eingegraben wurden. Danach steckten die AktivistInnen die AktivistInnen beide Arme in ihr Rohr und ketteten sie darin an einander. Gegen 15 Uhr war auch diese Blockade geräumt.

Pressespiegel

Über Hinweise auf Ergänzungen zum Pressespiegel freuen wir uns natürlich. Falls ihr in Eurer Papierzeitung einen Artikel findet, der nicht online ist, gerne einscannen und zumailen. Danke!

Artikel der Aachener Zeitung

Zwei Kurzartikel:
auf radiorur.de

und auf dashitradio.de

Danke für die Übersetzung und Verbreitung der ersten Aktionserklärung an https://insurrectionnewsworldwide.com

Danke fürs teilen unserer Pressemitteilung an schattenblick.de

Die Pressemitteilung der Polizei

Diese wurde ungeändert zitiert auf focus.de

und auf westreporter-newsdesk.blogspot.nl

Und natürlich der Senf unserer lieben Hater auf facebook. Danke für die Unterhaltung!

Bilder der Aktion Tripod

Bilder von der Tripod-Aktion findet ihr unter folgendem Link:
https://linksunten.indymedia.org/de/node/217571 (mehr…)

Und RWE so: „Razupaltuff!“– Hambachbahn blockiert

Folgenden Text haben wir auf Indymedia gefunden:
https://linksunten.indymedia.org/de/node/217529#comments

„Das Känguru hat mich geweckt. Es hat Nirvana aufgedreht und gegen den Boxsack gehämmert. Mein Kopf sagt mir, dass wir gestern Abend etwas wichtiges besprochen haben.

Irgendetwas mit einem Zug der Braunkohle transportiert.
„Ist der Plan klar?“, fragt es,als ich in meine Kaffeetasse starre.
„Weelcher Plaaan?..“, frage ich zurück, und
verabschiede mich von der Idee, dass das ganze nur einer der vielen nicht umsetzbaren Einfälle des Beuteltiers ist.
„Ganz einfach,“ antwortet das Känguru während es in die Luft boxt,
„du kettest dich mit einer Stahlvorrichtung namens „Lock-on“ an die Schienen der Hambachbahn. Der Kohlezug, der vom Tagebau Hambach zum Kraftwerk Niederaussen fahren soll, kann dann nicht weiter!“
Es schlägt einen schwungvollen linken Hacken und ruft „NIEDER MIT RWE!!!“
Ich schaue von meinem Kaffee auf das Känguru und schüttele ungläubig mit dem Kopf.
„Is nich dein Ernst!?“
„Ich meins TODERNST!“, erwiderte das Beuteltier.
„Du willst dass ich mich vom Zug überfahren lasse?“, frage ich tonlos.
„Nein!“, ruft es.
„Ich stoppe den Zug vorher!“
„So!“, das Känguru lässt seine Pfote mit dem roten Boxhandschuh kreisen.
„Siehste!“, erklärt es, „Roter Kreis, also das internationale Zeichen für ANHALTEN im Zugverkehr!“
„und das funktioniert?“, frage ich verunsichert und rühre in meinem Kaffee.
„Ja, meeeistens schon! Und du gehst ja erst auf die Gleise wenn der Zug steht.“
„Oookeeey.“, sage ich wenig begeistert.
Aber nachdem mir wieder mehr von der vorabendlichen Diskussion einfällt,
bei der das Känguru einen riesig langen Monolog über Klimawandel, Braunkohleabbau, Kapitalismus und G20 gehalten hat, bin ich geneigt mitzumachen.
Außerdem kommt mir eine Abmachung in den Sinn, die das Känguru und ich getroffen haben: Es isst nur noch Tofu-Frikadellen (weil Fleisch Ausbeutung bedeutet), und ich blockiere dafür die Kohlebahn (weil Braunkohle Ausbeutung und Zerstörung bedeutet).
Ich lasse meinen Blick durch die Küche schweifen, bis mein Augenmerk auf dem Teller mit gebratenen Bällchen hängen bleibt.
Das Känguru folgt meinem Blick und grinst triumphierend, „Alles vegan Alter!“
„Verdammt.“, murmele ich.
„Und was mache ich wenn die Bullen kommen?“
„Du sagst, dass das ein Anti-Terror-Anschlag des Asozialen Netzwerkes ist, und du denkst dir einen Namen aus. Dann brauchst du deine Personalien nicht angeben… wie wärs mit… Kai-Uwe?“
„Da kommen die nie drauf!“, rufe ich von einer spontanen Begeisterungswelle überrollt.
„Du brauchst ein Banner, das kurz und prägnant ist.“, wirft das Känguru ein.
„Hitler, Terror, Ficken?“, frage ich.
„Nee, zu plakativ!“, widerspricht das Beuteltier,
„Aber wie wärs mit :„Terror, Ficken, Hitler“?“
„Ist der Pinguin nicht auch Anteilseigner von RWE?“, frage ich.
„Yupp!“, antwortete das Känguru.
„Also los!“, rufe ich.
„Das wird die Rache für die Müllbeutel vor unserer Tür!“
Und so begann, was beginnen musste.
RWE so: „RAZUPALTUFF*!!!“

*RAZUPALTUFF heißt so viel wie „Verdammt!!!“

Seit 12.30Uhr ist die Hambachbahn blockiert. Nachdem eine Aktionsgrupe bereits seit 04.30Uhr bockiert hatte,ist nun eine andere autonome Aktionsgruppe mit Lock-Ons an den Schienen angekettet.

Ticker findet ihr unter:

hambacherforst.blogsport.de

Brandanschlag auf Kohlebahn

Eine weitere spannende Endeckung auf linksunten.indymedia.org gemacht und hier verlinkt

https://linksunten.indymedia.org/de/node/217553

„Wir haben in der Nacht auf Donnerstag, den 6.7.2017 im rheinischen Revier Signalkabel der Kohlebahnen angezündet. Während in Hamburg die Bullen jeden Widerstand mit Pfefferspray und Wasserwerfern niedermachen, haben wir die Ruhe der Nacht und die Abwesenheit unserer Bullen genutzt, RWE einen feindlichen Besuch abzustatten. Wir begreifen unsere Aktion als einen Teil des Kampfes für eine lebenswertere Welt und gegen diese ganze Gesamtscheiße.“

Ticker zur laufenden Hambachbahnblockade

13.20 Anruf vom Kontakt-Cop:
Es wurde bestätigt, dass beide noch fehlenden Aktivist*is in der Polizewache Kerpen sitzen. Beide werden dort bis heute Nacht 24:00 fest gehalten. Begründung ist Unterbindungsgewahrsam mit Bezug auf G20. Das heißt, es gibt auch keine neue Haftprüfung, sondern sie kommen dann einfach raus.

Sa., 08. Juli
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Fr., 07. Juli

21.00-23.40 Das Ergebnis der Haftprüfungin Kerpen:
Die Gefangenen bleiben bis morgen 24:00 in Haft. Antwort des Richters auf die Frage nach Gründen: „Die liegen schriftlich vor“ – aber natürlich nicht der Öffentlichkeit oder dem gesunden Menschenverstand.
Die Informationen geben nicht 100%ig sicher her, dass die Inhaftierung bis morgen Mitternacht für beide gilt: Für eine der Personen ist es gesichert, weil der zuständige Richter es im Gespräch mit der als Laienverteidigung beantragten Person gesagt hat. Für die andere Person wollten die verschiedenen von Amts wegen verantwortungsbefreiten Mittäter*innen keine klaren Angaben machen.
Die Einschätzung der Unterstützer*innen vor Ort ist deshalb, dass es sich für sie nach einem anstrengenden Tag nicht lohnt, die Nacht vor der Polizeiwache zu verbringen. Falls Andere noch spontan Lust auf solidarisches Camping haben, ist das sehr willkommen. Meldet Euch gern auf dem Wiesenhandy.
Die Entscheidung ist also allen Ernstes, dass die beiden Gefangenen für eine gewaltfreie Schienenblockade von 2 1/2 Stunden für insgesamt 35 Stunden in Polizeigewahrsam gehalten werden sollen – das heißt unter wesentlich schärferen Bedingungen als im Knast. Warten wir den nächsten Tag ab, ob es tatsächlich dabei bleibt. Und für heute Nacht sind unsere Gedanken und unsere Herzen bei Euch.

18.20 Telefonkontakt mit den soeben Freigelassenen. Es geht ihnen relativ gut. Die Cops haben mit Unterbindungsgewahrsam (dh.Knast um Straftaten zu verhindern) bis G20 vorbei ist gedroht. Wurde aber nicht umgesetzt.

18.10 Laut Aussage des Kontaktbullen sind die 2 Aktivist_innen der Tripod-Aktion soeben entlassen worden!

17.50 Die verschiedenen Aktionsgruppen werden an verschiedenen Amtsgerichten den Haftrichter_innen vorgeführt. 2 Aktivist_innen kommen nach Kerpen. Dort wird die Vorführung um 21 Uhr stattfinden. Weiteres über die anderen beiden Leute ist noch nicht bekannt

16.16 Nach Aussage des Kontaktpolizisten Robert Hinterecker werden alle Festgenommenen einer Haftrichter_in vorgeführt. Welches Gericht allerdings zuständig sein wird konnte er nicht sagen.

15:15 Es gab Telefonkontakt mit einer Festgenommenen Person. Er sagt,dass er müde ist aber dass es ihm relativ gutgeht. Einge der festgenommenen Leute sind in der Polizeiwache Düren. Wohin die restlichen Menschen gebracht werden ist noch nicht bekannt

14:59 Die zweite Person ist aus dem Lock-on raus. Der Kontaktmensch bei der Polizei vermutet, dass die Gefangenen nach Düren gebracht werden; das steht aber noch nicht fest.

14:50 Erste Person geräumt. Beim zweiten Menschen sind sie ander Arbeit.

13:45 Erste angelockte Activist*in wird gerade geräumt. Die zwei angekettete Person ist noch immer in Position. Einem dritten Menschen wurde ein Hausverbot für die Hambachbahn ausgestellt

13:11 Bei der zweiten Blockade handelt es sich offenabr um eine Lock-On Blockade mit zwei V-Locks. Das heißt, zwei Aktivist*innen liegen auf jeweils einem Gleisstrang und haben beide Arme in einem geknickten Stahlrohr unter einer Schiene aneinander gekettet.

12:48 Bullen und RWE-Mitarbeiter sind vor Ort

12:40 Die zweite Schienenblockade befindet sich auf Höhe Buir. Solidarische Besuche sind willkommen.

12.30 Überraschuuung! Etwa zeitgleich zur Räumung hat anderenorts eine weitere Gleisblockade auf der Kohlebahn begonnen. Details folgen demnächst.

12.16 Der Telefonkontakt zur Aktion ist abgebrochen.

11.58 Tripod wird abgebaut, Räumung steht schätzungsweise kurz bevor.

11.51 Aktivist*is haben das Gerüst besetzt und sich darauf mit D-Locks (Bügelschlösser) aneinandergekettet. Das heißt, sie haben jeweils ein Büglelschloss um den Hals gekettet, die ineinander verhakt sind.

11:36 Es wird ein Gerüst, warscheinlich zur Räumung des Tripods, errichtet.

10:06 Eine kleinere Maschiene wird angefahren. Es wird an den Oberleitungen gearbeitet. Der Helikopter wurde abgezogen.

09:30 Ein Helikopter kreist über der Blockade

08:57 Die Bullen fordern die Menschen auf die Gleise zu räumen

08:52 Großes Polizeiaufgebot

08:37 Turmtriebwagen kommt auf der zweiten Spur zurück

08:24 Die Maschine (Turmtriebwagen) entfernt sich

07:44 Polizei droht an, eine ihrer Ansicht nach zu lange Zigarette mit einem Eimer Wasser oder Feuerlöscher unschädlich zu machen, tut es dann aber doch nicht. Außerdem kündigen sie an, den Tripod nicht mit einer Hebebühne sondern mit Spanngurten räumen zu wollen. Unklar was das bedeutet; klingt ziemlich experimentell, höchst fahrlässig und wahrscheinlich lebensgefährlich.

07:16 Auf den Gleisen rückt eine Maschine an, vermutlich eine mobile Hebebühne.

06:40 Einige Bullen stehen Hang der Bahntrasse; zwei sprechen mit den Aktivist*is auf dem Tripod. In Sichtweite stehen inzwischen zwei Secukarren, vier Streifenwagen eine Wanne und ein Zivilfahrzeug; hinter Bäumen nicht klarerkennbar stehen noch mehr Autos. Zehn Cops sind zu sehen und auch noch mehr vor Ort. Außerdem sind sechs Secus und mehrere Bahnarbeiter*innen unterwegs.

06:04 Die Bullen rütteln am Tripod. Der Tripod steht noch. Kleiner Hinweis: Die Tötungsversuche vom Lokführer solltet ihr nicht fortführen, sondern unterbinden! Aber sowas könnt ihr ja nicht ahnen, das hat ja in der Ausbildung keiner gesagt.

05:43 Zwei Streifenpolizist*innen laufen zum Gleis.

05:23 Polizei ist vorgefahren.

05:22 Anruf des Ermittlungsausschusses bei 110: Beim ersten Versuch wird das Telefonat vom Bullen abgewürgt, weil er von den Anrufenden keinen Namen bekommt. Beim zweiten Versuch wird die Morddrohung dann doch noch zur Kenntnis genommen und auf den Vorschlag eingegangen, man könnte da ja mal einen Streifenwagen vorbei schicken. (Als der Beamte verstanden hat was los ist, fragte er nach, was denn er da jetzt machen soll.)

05:19 Der Lokführer tritt gegen den Tripod.

05:15 Lokführer droht, den Tripod umzufahren oder umzuschmeißen.

05:10 Zug steht, Lokführer steigt aus und nähert sich, erste Securities in Sicht.

04:30 Die Hambachbahn ist mit einem Tripod blockiert. Standort ist die Kurve westlich von Buir/ südlich des Morschenicher Erbwaldes.

Tripod gegen G20 auf der Hambachbahn

Folgender Artikel wurdesoeben auf Indymedia veröffentlicht:

Auch Schaufelradbagger werden mit G20-kritschen Mobfotos blockiert Solidarische Grüße nach Hamburg,

Während sich gerade die Staatsvertreter*innen auf dem G20-Gipfel von mindestens 20.000 Bullen beschützt lassen (wieso auch immer die Herrschenden solche Angst vor denen haben, die sie angeblich vertreten) blockieren wir mithilfe eines Tripods die Hambachbahn. Wir haben uns heute für diesen Weg des gewaltlosen Widerstands entschieden – das heißt nicht, dass wir die Spaltungsversuche in friedlichen Protest und militanten Widerstand wiedergeben wollen oder militante Gegenwehr von unten grundsätzlich verurteilen.
(mehr…)

12. Juli 2017: Berufungsprozess gegen Joe

https://abcrhineland.blackblogs.org/2017/07/07/berufungsprozess-joe/
Kommt zahlreich!

Waldspaziergang mit Michael Zobel am Sonntag, 9. Juli 2017, 11:30 Uhr

„Guten Tag zusammen,

was für Wochen, in der Region und weit darüber hinaus.

- 50000 Menschen bei der Menschenkette von Tihange nach Aachen

- am vergangenen Dienstag bei einer Führung für die Diözese Düren konnten wir den 8000sten Besucher bei den Führungen im Hambacher Wald begrüßen, ein Bäumchen aus dem wunderbaren Wald findet jetzt einen Platz im Pfarrgarten

- heute, 2. Juli, Tour de France, trotz widriger Umstände und massiver Präsenz von Polizei und anderen Ordnungskräften überspannte den Markt in Aachen ein beeindruckendes Transparent „Hambacher Forst muss bleiben“, ein wichtiger Terminhinweis inklusive, siehe Anhang…

- und ebenfalls heute eine weitere Rote Linie, diesmal in Wanlo am Tagebau Garzweiler. Tolle Aktion, auch hier kam der Tour-Tross vorbei und die Weltöffentlichkeit bekam zumindest ansatzweise mit, wie RWE hier ungebremst Heimat vernichtet und verheizt, Fotos und Filme z. B. unter https://www.facebook.com/BuirerFuerBuir

- G20 Gipfel in Hamburg, der Klimawandel ist eines der herausragenden Themen der Konferenz und auf den Demos, gut so…

Und in einer Woche steht er wieder an, der monatliche Waldspaziergang im Hambacher Wald, der 40. Monat hintereinander, danke an Alle, die diese unglaubliche Erfolgsgeschichte möglich gemacht haben.

Wir machen weiter, wir kommen wieder, bitte die Werbetrommel rühren. Der Wald braucht uns mehr denn je.

Nächste Termine 20. August, 26. August, 17. September, 15. Oktober…

Bitte ganz DICK im Kalender vormerken, Samstag, 26. August – Die Ganz Große Rote Linie… dazu bald mehr…

Sonntag, 9. Juli, Wald statt Kohle – der Hambacher Wald und was davon noch übrig ist und gerettet werden kann – 39 Monate Waldspaziergang

Sommer im Hambacher Wald, wir werden erneut zeigen, warum auch der kleine Rest des ehemals stolzen Waldes unbedingt schützenswert ist.

Geänderte Anfangszeit 11.30 Uhr. Treffpunkt ist die Zufahrt zum Parkplatz Grillplatz Manheimer Bürge, Wegbeschreibung: Ausfahrt Merzenich, (nächste Ausfahrt hinter oder vor Düren, der Beschilderung immer Richtung Buir folgen, durch Morschenich (wird auch noch umgesiedelt…), bis zum Ende der Straße. Links abbiegen bis zur Absperrung, die RWE seit zwei Monaten errichtet, um Öffentlichkeit zu verhindern. Nicht verwirren lassen durch die „Werkstraße“ – und Sackgasse-Schilder, die Straße ist nach wie vor zugänglich!

Anmeldung und weitere Infos bei mir unter 0171-8508321 oder per Mail info@zobel-natur.de

Verhindert die Rodungssaison 2017/2018, rettet den Rest des Hambacher Waldes!

Danke für Ihre/Eure Unterstützung,

Michael Zobel, Naturführer und Waldpädagoge und Eva Töller“

Ultimatum: AntiG20-Camp in Hamburg durchsetzen!

AntiG20-Camp in Hamburg durchzusetzen!
Verfasst von: Wütende Gruppen des Widerstands gegen den G20.
Verfasst am: 03.07.2017 – 02:41.

Polizei Hamburg schafft rechtsfreie Räume

Pressemitteilung des „Welcome to Hamburg“ Bündnis

Mit der Entscheidung der politisch Verantwortlichen in Hamburg, den G20-Gipfel in die Stadt zu holen, ist die logische Konsequenz verbunden, dass sich politischer Protest gegen Ziele und Inhalte der G20 im
öffentlichen Raum artikulieren muss.

Ein Ort politischer Gegenproteste sind Protestcamps als Ausdruck kollektiver, pluraler und legitimer Organisierung von Gegenöffentlichkeit. Die Hamburger Polizei verleumdet ohne konkrete und
nachvollziehbare Gefahrenprognosen Protestcamps als angeblichen Rückzugsraum von „militanten Gewalttätern“. Neuer Tiefpunkt dieser Diffamierungen ist der Polizeieinsatz gegen das vom Verwaltungsgericht Hamburg bestätigte Camp in Hamburg-Entenwerder am gestrigen Sonntag.
Obwohl das Gericht das Übernachten in Schlafzelten ausdrücklich erlaubt hat, hat die Polizei mit einer versammlungsrechtlichen Auflage in rechtswidriger Weise versucht, den gerichtlichen Beschluss auszuhebeln.

Wir sehen hierin den unerträglichen Versuch der Polizei, mit haltlosen Unterstellungen gerechtfertigten Protest zu kriminalisieren.

Wir werden das nicht länger tatenlos hinnehmen. Wir werden ab sofort Plätze und Flächen sondieren und uns nehmen. Wir werden alles dafür tun, um das Camp durchzusetzen!

(mehr…)

Mobitour Termine

Inzwischen stehen einige Termine von unserer Info- und Mobilisierungstour fest. Teilt doch die Daten mit Menschen die in den jeweiligen Städten wohnen!

  • 01.07. Dortmund
    Black Pidgeon, Scharnhorststr. 50 44147 15.00 Uhr
  • 06.07. Hamburg G20 Camp
    Elbpark Entenwerder, 14:00 Uhr
  • 11.07. Bremen
    Buchte, Buchtestraße 14 28195 18.00 Uhr
  • 12.07. Kiel
  • 13.07. Eberswalde
    Alte Papierfabrik, Spechthausen 16225 17:00 Uhr
  • 14.07. Berlin
    Drugstore, Potsdamer Str. 180 10783 18.00 Uhr
  • 16.07. Dresden
    AZ Conni, Rudolf-Leonhardt-Straße 39 01097 17:00 Uhr
  • 18.07. Leipzig
    Trautmanns, Eisenbahnstraße 17:00 Uhr
  • 19.07. Marburg
    Roter Stern, 20:30 Uhr
  • 24.07. Mainz
    Liebermenschhaus, Markt 17 17:00 Klettern, 20:00 Vortrag
  • 25.07. Freiburg
    Albert-Ludwigs-Universität HS1015 KG1, Platz der Universität 3 20:00 Uhr
  • 27.07. München
    Stattpark Olga, 20:00 Uhr

Prozessbericht 23.06. in Düren

Das Urteil des gestrigen Prozesses wegen einer Blockade der Hambachbahn am 12.12.2016 lautet fuer 2 Aktivistis 40 Sozialstunden und für 1 Person 40 Tagessaetze a 10 euro. Mit im zahlreichen Publikum vertreten war auch ein Hai, der durch die Reihen schwamm und ein Bademeister in Richtergestalt, der dies nicht so witztig fand wie die restlichen Anwesenden.
Da keinerlei Zeug_innen geladen waren ging die ganze Prozedur zuegig über die Bühne.
Im letzten Wort eine_s Angeklagt_en wurde nochmal der politische Charakter der Aktion deutlich.

Nicht alles was legal ist, ist auch legitim. RWE verheizt unsere Zukunft und ist dennoch juristisch gesehen im Recht.
Fuer jede Tonne Braunkohle die in RWEs Kraftwerken verbrannt wird, wird auch 1 Tonne CO2 in die Atmosphaere gepustet. Somit ist RWE aktiv mitverantwortlich fuer die globale Klimaerwaermung, welche vorallem Menschen trifft, die vom ueberschwelgenden Reichtum Westeuropas ohnehin nichts abbekommen. Im Gegenteil. Unser Wohlstand ist nur durch die Ausbeutung anderer moeglich. Und eben jene Ausgebeuteten bekommen als Bonus noch Ueberflutungen, Duerren, Ernteausfaelle und Trinkwasser dazu. Und auch auf lokaler Ebene hinterlaesst RWE eine Spur der Verwuestung. Radioaktive Kohlekrater, Feinstaubbelastung durch Kraftwerke und Zerstoerung von Wohn,- und Lebensrauemen saemtlicher Lebewesen, inclusive der Menschen.
Aber weil irgentwelche schlauen Politiker das irgentwann einmal als legal erklaert haben, fuehren alle rationalen Argumente nicht zu einer Veraenderung.Der Widerstand gegen den genannten Irrsinn wird kriminalisiert. Mal wieder wird vor Gericht entschieden welche Aktionsformen ok sind und welche nicht.
Doch letztlich ist der Ausgang dieses Prozesses irrelevant. Denn der Widerstand geht weiter. Ob in Form einer Blockade des Kohlehafen Amsterdams, wie sie fuer dieses Wochenende angekuendigt ist oder beim Flaechenkonzept von Ende Gelaendeim Rheinischen Revier.
Es werden andere Menschen da sein. Auf Schienen, auf Baggern und Bauemen. Der Hambacher Forst wird verteidigt werden , weil international und lokal Menschen in Bewegung sind.
Also Herr Richter, sprechen Sie ihr Urteil ueber eine Blockade der Hambachbahn im Dezember 2016. Fuer die Urteilsbegruendung allerdings werde ich den Raum verlassen. Denn diese wird ohnehin nur aus der Bibel des Gerichts, dem StGB abgeleitet sein. Darum erwarte ich schon garkeine oekologisch oder gesellschaftlich sinnvolle Argumentation. Deshalb interessiert sie mich auch nicht.
Und noch ein letzter Satz an RWE, Polizei und Justiz. Ihr koennt uns rauemen, wegsperren, unsere Gebaeude zerstoeren und uns Schmerzen zufuegen. Aber ihr koennt uns nicht brechen.
Hambacher Forst bleibt!

Der Richter hielt es fuer notwendig, immer wieder zu betonen welche Zwangsmassnahmen es theoretisch anwenden koennte, z.B. Vollstreckung der Haftbefehle wegen missachteter Meldeauflagen, Einsatz von Wachtmeistern um Person am Verlassen des Raumes zu hindern…
Umgesetzt hat er von all dem nichts, aber scheinbar brauchte er seine Drohkulisse um seine Authoritaet zu beweisen.
Gegen das Urteil sind noch Rechtsmittel moeglich.
Vielen Dank an alle die da oder anderweitig solidarisch waren! Solidaritaet ist eine WaffeL!

Erneute Barrikadenräumung am 22.06

Am Donnerstag, dem 22.06 war der Polizei wohl malwieder langweilig. Ob bei hochsommerlichen Temperaturen in voller Einsatzmontur durch den Wald zu stapfen allerdings ein sinnvoller Zeitvertreib ist sollte angezweifelt werden. Die Barrikaden auf den Wegen wurden entfernt.
Mittags war der Einatz auch schon wieder vorbei. Warscheinlich wurde es langsam doch etwas zu warm in den gepanzerten Uniformen. Vielleicht gabs zur Belohnung von Papa Polizeipräsident ja auch ein Eis.

Paremos la mina! Besser leben ohne Kohle – Gegen die Cerrejon-Mine in Kolumbien*

Folgende Einladung erreichte uns:

„*Paremos la mina! Besser leben ohne Kohle – Gegen die Cerrejon-Mine in Kolumbien*

Wann: Montag 03.07.2017, 20:00

Wo: Naturfreundehaus Köln Kalk, Kapellenstraße 9A, 51103 Köln

Im Nordosten Kolumbiens in der Region Guajira leistet die indigene und afrokolumbianische Bevölkerung Widerstand gegen den größten Kohletagebau Lateinamerikas, die Cerrejon-Mine. Seit über 30 Jahren wird dort Kohle abgebaut mit verheerenden Folgen für Menschen und Umwelt. (mehr…)

Klaus der Geiger und Arnulf Rating im Hambacher Forst

Am Donnerstag den 22.06. spielen Klaus der Geiger und Arnulf Rating um 16:00 bei uns im Wald. Für Getränke ist gesorgt. Also kommt vielzählig und tanzwütig!

Übrmorgen: radikaler Waldspaziergang

Noch mal eine kleine Erinnerung: Am Sonntag um 14:00 ist radikaler Waldspaziergang.
Das wird was besonderes, weil der Waldspaziergang von den Besetzter*innen selbst organisiert wird. Wir wollen selbst zu Wort kommen und uns mit euch austauschen. Es wird wohl mehr um Politik und Gesellschaftskritik gehen als bei den regulären Waldspaziergängen.
Und für alle die das Wörtchen radikal abschreckt: Radikal (v. lat.: radix ‚Wurzel‘, ‚Ursprung‘) . Es geht uns darum die Dinge von der Wurzel aus zu betrachten. Das bedeutet nicht nur daruaf einzugehen, dass Kohle und Bäume fällen blöd ist, sondern auch warum das passieren kann.
Also kommt vorbei!
So, 18.Juni, 14:00 am Parkpkatz Manheimer Bürge (50.8823, 6.5677). Zu erreichen vom Bahnhof Buir (Kerpen) dann mit Fahrrad oder zu Fuß in Richtung A4, Über die Autobahnbrücke und dann immer gerade aus.

Zur Info: Hambachbahn

Dieser Text über die Hambachbahn ist kürzlich im Internet aufgetaucht, wir kommentieren ihn an dieser Stelle nicht:

https://linksunten.indymedia.org/en/node/215585

queer feministisches festival 27.6.-2.7.

vom 27. juni bis zum 2. juli findet diese jahr ein queer-feministisches festival im hambacher forst statt. schon lange gibt es im widerstand menschen, die das patriarchat angreifen und zerstören wollen. durch das festival wollen wir mehr achtsamkeit für das thema feminismus entwickeln.

seit april 2012 ist der hambi besetzt. im wald gibt es viele baumhäuser (eins davon ein flit safer space) und daneben befindet sich das wiesen protest camp.
beim festival wird es raum für diskussionen über feminismus, konsens und handlungsstrategien geben, sowie workshops zur gewaltfreien kommunikation, hütten- und lehmbau, yoga, barrikaden basteln, wildrkräuter bestimmen.

die infrastruktur auf dem camp ist bereits vorbereitet: inforaum, umsonstladen, theater, bücherei, museum, fahrradwerkstatt, gewächshaus und ein großer raum für workshops warten auf neuen schwung!
im kampf um klima- & soziale gerechtigkeit geht es uns darum ausbeutung, kapitalisierung und unterdrückung entgegenzuwirken. besonders dieses jahr gilt es die zerstörung der letzten alten reste des waldes zu verhindern. jedes jahr vom 1. oktober bis zum 28. februar ist rodungssaison, in der wieder viele bäume gefällt werden sollen, um platz für den größer werdenden braunkohletagebau zu machen. im rheinischen werden 1/3 der deutschen co2 emissionen austgestoßen. mit genug phantasie können wir rwe aber aufhalten!

es ist gut, wenn du ein zelt, eine gesunde portion feminismus, eventuell irgendwelche farben und womöglich veganenen kuchen mitbringst. wenn du ideen für workshops hast, musikalische untermalung oder performances ankündigen möchtest, dann melde dich unter der 0157 8100 8614

come queer – mach dir dein eigenes bild!

Prozessbericht zweiter Verhandlungstag in Böblingen am 12.06.

Erster Prozesstag: http://hambacherforst.blogsport.de/2017/05/26/prozess-gegen-umweltaktivisten-am-12-05/

Der zweite Prozesstag ging schon turbulent los. Mal wieder gab es Eingangskontrollen und es war ziemlich viel Polizei da. Schon hier gab es massive Einschüchterungsversuche gegen den Angeklagten. Ein Freund des Angeklagten, der den Prozess verfolgen wollte, wurde direkt in Polizeigewahrsam genommen und weggeschleift, die offizielle Begründung war, dass die Zigaretten, die er für nach dem Prozess bei sich trug zu lang waren. Einem weiteren Freund des Angeklagten wurde der Zugang zum Gerichtssaal verweigert, die Begründung war nicht ganz klar, hing aber eventuell mit einem augenscheinlich benutzten Tampon zusammen das es bei sich trug. Als es versuchte durch das Fenster des Saales den Prozess zu verfolgen wurde es auf äußerst brutale Art in Gewahrsam genommen und ebenfalls weggetragen. Währenddessen wurde dem Angeklagten schon wieder ein Wahlverteidiger verweigert, er wurde aber als zweiter „Beistand“ zugelassen, darf also auf der Anklagebank sitzen und sich flüsternd mit dem Angeklagten beraten. Einer der beiden Rechtsbestände kritisierte daraufhin mit einer recht deutlichen Wortwahl die Einschüchterungsversuche der Justiz und wurde dafür ebenfalls gewaltsam aus dem Saal entfernt und in Polizeigewahrsam genommen.
Beschwerden gegen die Ablehnung des zweiten Wahlverteidigers durften nicht verlesen werden. Richter Vieweg sagte dazu, sie würden eh nicht bearbeitet werden.
Kurz darauf begannen die Zeugenbefragungen mit dem Lokführer einer der verhandelten Aktionen. Er konnte wie alle RWE-Zeugen nichts zu möglichen Beteiligungen des Angeklagten sagen, aber offenbarte interessante Details zu Betriebsabläufen. Der Richter äußerte sich auch während der Zeugenbefragungen mehrfach äußerst problematisch. Zum Einen sprach er von dem Angeklagten gegenüber Zeugen konsequent mit dem grammatikalisch weiblichen, also falschen, Pronomen und Anrede, während er bei direkter Anrede des Angeklagten teilweise die gewünschte Anrede verwendete. (Das absichtliche Missgendering von transgeschlechtlichen Personen gilt als beleidigend und abwertend. Ob ein offensichtlich transfeindlicher Richter dazu geeignet ist einem Verfahren gegen einen transgeschlechtlichen Angeklagten zu urteilen sei mal dahingestellt.)
Mit dem Polizeizeugen, der den Angeklagten identifiziert haben will, sprach er länger darüber, dass es „hier nicht vorkommen“ könne, dass Menschen freigelassen werden, ohne identifiziert worden zu sein. Er behauptete, dass der Gewahrsam zur Identitätsfeststellung in BaWü bis zu zwei Wochen dauern könne.
Er fragte den Polizisten auch, ob er den Angeklagten erkenne, „obwohl sie (sic!) heute besser gewaschen ist.“
Während auf den letzten geladenen Zeugen gewartet werden musste, wurde das Vorstrafenregister verlesen. Danach erzählte die Jugendgerichtshilfe, dass sie bisher keinen Kontakt zum Angeklagten gehabt habe. Sie begründete ihre Forderung, Erwachsenenstrafrecht anzuwenden, mit dem Verhalten im Prozess und einem vorherigen Urteil, von dem der Richter meinte, er hätte es auch gerne.
Der Richter fragte außerdem, ob sie über einen Prozess des Angeklagten in Düren informiert wurde. Sie antwortete, dass die Jugendgerichtshilfe in Düren von „Löwen und Paradiesvögeln“ berichtet hätte, was aber „für Düren nichts ungewöhnliches“ sei.
Dann begann der Angeklagte, Beweisanträge zu stellen, durfte aber schon ab dem zweiten nur noch die zu beweisende Tatsachen und die Beweismittel (teilweise nicht einmal das) verlesen, bevor er vom Richter unterbrochen wurde: „Geben Sie das zu den Akten, wird abgelehnt, da für das Verfahren ohne Relevanz.“ Eine Chance, die in allen Anträgen erläuterte Relevanz zu verlesen, gab es nicht.
Zwei Ablehnungen stachen jedoch besonders hervor. Als bewiesen werden sollte, dass ziviler Ungehorsam wirkungsvoll ist, meinte der Richter nur „Vergessen Sie`s, im Gerichtssaal gibt es keine Demokratie.“ Er erklärte später: „Das ist ein Strafverfahren und kein politisches Verfahren.“
Gleich der nächste Antrag, der mit Verweis auf den tragischen Unfall von Sébastien Briat beweisen sollte, dass es einem Güterzug nicht schadet, über einen angeketteten Menschen zu fahren, wurde vom Richter mit den Worten kommentiert, er würde das gern „selbst per Augenschein überprüfen“ und rechne damit, dass ein entsprechendes Verfahren gegen einen Lokführer schnell eingestellt würde.
Ein aufgrund dieser Einschüchterungen gestellter Befangenheitsantrag wurde vom Richter selbst zurückgewiesen, einigen Leuten stellt sich jetzt die Frage, was für Gründe, wenn nicht eine ausgesprochene Totschlagsfantasie des Richters gegenüber dem Angeklagten, den Verdacht einer Befangenheit begründen.
Ein Zuschauer, der laut seine Empörung äußerte, wurde gewaltsam aus dem Saal entfernt und in Gewahrsam genommen.
Der dann eingetroffene letzte Zeuge war dem Angeklagten vorher nicht bekannt und auch nicht in der Ladung angekündigt worden. Nachdem der Richter dies eingesehen hatte, ging er gern auf das Angebot der Staatsanwaltschaft ein, das Verfahren zu der zweiten verhandelten Aktion, zu der dieser Zeuge hätte aussagen sollen, einzustellen, um ihn nicht nochmals laden zu müssen.
Somit wurde nur noch über eine Blockade geurteilt.
Trotz Protest des Angeklagten wurde dann die Beweisaufnahme geschlossen und die Vertreterin der Staatsanwaltschaft erhielt das Wort zum Plädoyer.
Sie verneinte einen rechtfertigenden Notstand und legte dem Angeklagten auch einen am selben Tag auf die Oberleitung der Hambachbahn geworfenen Wurfanker zur Last. Aufgrund der Vorstrafe forderte sie sechs Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung mit der Auflage, 80 Sozialstunden zu leisten.

Das Plädoyer des Angeklagten halten wir für so interessant das wir es hier komplett zitieren:

„Aus meiner Sicht kommt nur ein Freispruch in Frage, die Gründe dafür werde ich nun ausführlich erläutern.
Erstens liegt rein juristisch gesehen keine „Störung öffentlicher Betriebe“ vor, da die Hambachbahn von den blockierenden Personen nicht zerstört, beschädigt, beseitigt, verändert oder unbrauchbar gemacht wurde und ihr auch nicht die für den Betrieb bestimmte elektrische Kraft entzogen wurde.
Auch die Tatsache, dass ich bei beiden Blockaden überhaupt anwesend war halte ich für nicht eindeutig erwiesen, ein übereinstimmendes Tattoo ist kein einzigartiges Personenmerkmal, im Gegenteil ist es nicht unüblich, dass Tattoomotive andere Leute zu ähnlichen Motiven inspirieren.
Des Weiteren möchte ich noch darauf hinweisen, dass die minimalen Ansprüche an ein faires Verfahren hier nicht erfüllt wurden, da es mir verwehrt wurde mich von einem Verteidiger meiner Wahl verteidigen zu lassen. Allerdings muss man anmerken, dass mir ein Beistand gewährt wurde.
Darüber hinaus möchte ich noch darauf hinweisen, dass selbst wenn ich die hier vorgeworfenen Taten begangen hätte, hier, wie in der Beweisaufnahme bereits ausführlich dargelegt, ein rechtfertigender Notstand vorliegen würde. Das begründe ich unter anderem mit den vielen Menschen, die durch den Klimawandel sterben. Durch das CO², das RWE und andere Firmen freisetzen, bekommen nämlich erstmal nicht die Menschen in Europa den Schaden ab, sondern die im globalen Süden. Dort kommt es zu Dürren oder aber starken Regenfällen, was unter anderem zu Ernteausfällen führt. So entzieht der Klimawandel vielen Menschen die Lebensgrundlage. Aber auch andere Naturkatastrophen werden durch ihn ausgelöst, die noch weiteren Menschen das Leben kosten. Und ich bin mir nahezu sicher, dass sie mir darin zustimmen, dass das Leben eines Menschen im globalen Süden genauso viel wert ist wie das eines Europäers. Falls der vorsitzende Richter das anders sieht, kann er den rechtfertigenden Notstand hier selbstverständlich ignorieren.
Zuletzt möchte ich noch etwas zum „Namen des Volkes“ sagen auf das sich der Richter in seinem mutmaßlichen Urteil vermutlich beziehen wird. Denn wer oder was ist dieses „Volk“ denn überhaupt? Letztendlich ein völlig fiktives Gedankenkonstrukt zum Zweck der Durchsetzung von Interessen die entgegen den Interessen des Individuums stehen, aber angeblich im Interesse der „Volksgemeinschaft“. Mit der Phrase „im Namen des Volkes“ beruft sich eine privilegierte Einzelperson auf eine fiktive Autorität um ihre Meinung durchzusetzen. Diese wird im Zweifelsfall auch mithilfe von Gewalt durchgesetzt. Dabei sind die moralische Legitimität und die Sinnhaftigkeit von Strafe höchst zweifelhaft. Die Tatsache, dass Gewalt zwischen Menschen zunimmt je autoritärer und repressiver das Umfeld ist, wurde mehrfach bewiesen. Ganz allgemein stell ich mir die Frage wie ein Mensch sich überhaupt herausnehmen kann über einen anderen Mensch zu richten und ihn zu bestrafen.
Von all den Punkten abgesehen kann ich mir vorstellen, dass die nächsten Instanzen besseres zu tun haben als sich mit diesem Verfahren zu befassen.“

Es folgte als letztes Wort der rätselhafte Satz: „Dies ist ein Antiterroranschlag des asozialen Netzwerks!“

Das Urteil lautete am Ende auf 120 Tagessätze zu je 10 Euro, was das bisher höchste Urteil für eine vergleichbare Schienenblockade ist.
Dabei ist interessant, dass der Richter meinte, er hätte nach der Akte auf etwa ein Jahr verurteilt und würde nur wegen der hehren Ziele auf die Geldstrafe reduzieren, was nach seinem Verhalten während der Verhandlung ziemlich überraschend klingt.

Kurz nach Prozessende wurden Rechtsmittel eingelegt, aber noch nicht als Berufung oder Revision spezifiziert.

Bis die vier Menschen, die während des Verfahren festgenommen wurden alle frei waren, verging noch einige Zeit. Sie wurden in einer Polizeiwache festgehalten, ihnen wird mit verschiedenen Anzeigen gedroht:

- Beleidigung in zwei Fällen
- Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (wegen zwei angeblich zu langen Zigaretten) und Urkundenfälschung (wegen einem verschönerten Personalausweis)
- Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (wegen einer zu langen Zigarette und einer Packung mit zerkleinerten, nicht verschreibungspflichtigen Hustenpastillen), Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung (scheinbar hatte eine Polizistin einen kleinen Kratzer, das der festgenommene Mensch zu dem Zeitpunkt bereits gefesselte Hände hatte wurde ignoriert)
- Beleidigung und versuchter Totschlag (wegen angeblich strengem Körpergeruch)

Etwa zwei Stunden nach Ende des Prozesses wurde der letzte festgenommene Mensch freigelassen und vor der Polizeiwache mit einer Zigarette und einem Hopfen-Smoothie begrüßt.

Barrikadenräumung

Heute wurde hier wieder Barris geräumt. Zwischen 8:00 und 12:00 waren Bullen im Wald und haben, wie gewohnt, Barrikaden geräumt.
Vielleicht haben ja motivierte Waldspaziergänger*innen am Sonntag Lust auf ein kleines Workout und helfen uns die Barrikaden wieder aufzubauen.

Weiterer Gerichtsprozess gegen Aktivist_innen

Am 23.06.2017 findet um 9 Uhr im Amtsgericht Düren ein weiterer Prozess gegen Aktivist_innen statt. Ihnen wird vorgeworfen, am 12.12.2016 die Hambachbahn zwischen Tagebau und Kraftwerk blockiert zu haben.

http://hambacherforst.blogsport.de/2016/12/12/blockade-der-hambachbahn/

Die Repression gegen Umweltaktivist_innen hört nicht auf. Darum sollten auch wir nicht aufhören, solidarisch mit den Angeklagten zu sein. Kommt zum Prozess!

Zweiter Prozesstag gegen Umweltaktivisten am 12.06.

Der zweite Verhandlungstag in der ersten Instanz des Prozesses gegen einen Umweltaktivisten, dem vorgeworfen wird, mehrmals die Hambachbahn blockiert zu haben (siehe hier: http://hambacherforst.blogsport.de/2017/05/26/prozess-gegen-umweltaktivisten-am-12-05/ ) ist am 12.06. um 13:00 am Amtsgericht Böblingen, wir treffen uns schon etwa zwanzig Minuten früher vor dem Gericht. Das Gericht plant an dem Tag acht Zeug*innen zu vernehmen, ob die Zeit dafür ausreichen wird, werden wir sehen. Am ersten Verhandlungstag war viel Polizei da, umso mehr freuen wir uns über ein großes solidarisches Publikum, gerne frech und unbequem. Wir rechnen mit einem interessanten und unterhaltsamen Verhandlungstag, der noch deutlich unterhaltsamer werden kann, wenn das Publikum sich aktiv einmischt. Außerdem rechnen wir mit Eingangskontrollen, seid also darauf eingestellt.

Ex-Hambi-Knasti-Treffen

So um sich untereinander über das Erlebte Auszutauschen wollen sich am Mittwoch den 7 Juni am Nachmittag um 16:00 die ehemals gefangenen Aktivisti auf der Wiese treffen.
Ob wir das dann in einer großen Gruppe machen oder uns in Kleingruppen aufteilen können wir ja dann sehen.
Die Idee war sich im Wald gemütlich zusammenzusetzen – je nach Wetterlage können wir natürlich auch die Location ändern.

Das Treffen ist nicht öffentlich – es wird hier nur angekündigt da wir uns noch nicht so vernetzt haben.

Standing Rock Besuch: Presseschau

Begrüßung: https://youtu.be/9Cd2T6eDUvA

Interview: https://youtu.be/IjruVTvnlQc

Schluss: https://youtu.be/PT8S4IlAf0Q

Fotosammlung:
https://www.flickr.com/photos/148272514@N02/sets/72157684576979335/with/35013801826/

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1053067.standing-rock-im-hambacher-forst.html

http://www.ksta.de/region/rhein-erft/kerpen/widerstand-gegen-us-pipeline-und-trump-lakota-indianer-zu-gast-im-hambacher-forst-27035730

Mobitour: Bus gesucht

Wir planen derzeit an einer Mobilisierungs und Infotour durch Deutschland und vielleicht auch weiter. Anfang Juli werden wir in Norddeutschland sein, ab Mitte Juli in Süddeutschland.

Für die Tour suchen wir noch nach einem kleinem Bus oder großem Auto, welches wir den Juli über ausleihen können. Und falls ihr Orte wisst an denen wir einen Stop einlegen sollten, dann sind wir daran auch interessiert! Am besten ihr meldet euch auf der 0178 163 7325 oder schreibt an hambacherforst@riseup.net

Radikaler Waldspaziergang

Seit fünf Jahren ist der Hambacher Wald besetzt. Seit fünf Jahren wird hier gekämpft und gelebt, es werden Baumhäuser gebaut und zerstört, Menschen kommen und gehen. Viel wurde über uns gesprochen, von gewaltbereiten Ökoterroristen bis zu Baumhelden wurden wir als alles bezeichnet, was Journalisten so einfällt und gleichzeitig wurde in den umliegenden Städten immer mehr vergessen, dass wir hier sind.
Zeit uns selbst ans Wort zu melden.
Wir wollen erklären warum wir hier sind. Dabei wollen wir klar machen, dass es uns nicht nur um Braunkohle oder die Erhaltung eines Waldes geht, sondern dass wir die als Symptome eines kaputten, ausbeuterischen Systems sehen. Und dass wir deswegen dabei sind Ansätze zu entwickeln, wie wir dieses System durch andere Strukturen ersetzten können. Wir wollen auf die Zusammenhänge zwischen Herrschaft und Umweltzerstörung eingehen und erklären, dass was hier passiert nicht zufällig passiert. Und schließlich wollen wir mit euch zusammen Ideen entwickeln wie wir weiter machen können und Möglichkeiten finden, wie ihr uns und euch selbst unterstützen könnt, auf dem Weg in eine solidarischere Welt.

Am 18. Juni radikaler Waldspaziergang
Um 14:00 am Parkplatz Manheimer Bürge
Geplant ist ein Spaziergang und ein anschliessendes Picknick, bei dem Ideen diskutiert, Erfahrungen geteilt und vegan gegessen wird.