AktuellesInfo

Wiederbesetzung am 26 April | Skill-Sharing Camp (12. -25. April) und Waldfest (12. April) | Widerstand im Garzweiler Revier: Widerstandsfest bei der Gärtnerei Mayer am 22. April: Gärtnern für den Widerstand, helfen auf dem Hof und abends Vortrag: „RWE – der Kampf um Kohle und Posten“ – Hochneukircher Weg 3, Borschemich

Hundert Polizist*innen für genau kein Zelt

Gestern Nachmittag, am 16ten April, versuchte die Polizei vergeblich Zelte aus dem Wald beim Wiesencamp zu räumen. Dies scheiterte am Nicht-Vorhandensein der Zelte. Stattdessen wurde der Einsatz zu einem Clownsworkshop umgedeutet.

Am frühen Nachmittag inspizierte ein Ordnungsbeamter der Stadt Merzenich den Wald beim Wiesencamp. Er wurde eskortiert durch zwei Polizeibeamte. Noch bevor er den Wald erreichte suchten ca. 30 Aktivist*innen aus dem Camp, zum Großteil vermummt, Kontakt mit den drei Menschen. Es stellte sich heraus, dass die Polizei den Ordnungsbeamten gebeten hatte sich um das verbotene Wildcampen im Wald zu kümmern. Nach einer kurzen Diskussion stellte der Ordnungsbeamte fest, dass er keine Zelte sehen würde und der Fall somit erledigt wäre. Er und die beiden Polizeibeamt*innen entfernten sich also – immer noch begleitet von einigen Aktivist*innen – vom Camp.

Im Laufe des Nachmittags sammelten sich dann in der unmittelbaren Nähe des Camps zwei Pferdestaffeln, eine Hundestaffel, fünf Streifenwagen, mehrere Wannen und eine Hundertschaft aus Wuppertal. Auch im Nachbarort wurden zwei Streifenwagen stationiert. Eine Person, die versuchte heraus zu finden wozu dieses massive Polizeiaufgebot vonnöten sei, wurde kurzerhand festgenommen, weil sie sich weigerte einen Perso zu zeigen.
Nachdem sich dieses Polizeiaufgebot versammelt hatte, kam erneut der Ordnungsbeamte der Stadt Merzenich. Diesmal in Begleitung von ca. 10 Polizeibeamt*innen mit einem Hund. Erneut forderte er, dass die Zelte aus dem Wald entfernt werden sollen. Nach einer längeren Diskussion entschied die Polizei in einer Gruppe von ca. 30 Polizist*innen den Wald zu inspizieren. Erneut wurden die Polizist*innen von Aktivist*innen begleitet. Diesmal mischten sich mehrere Aktivist*innen in die Reihen der Polizist*innen. Die daraus entstehende Kette kann man sich wie folgt vorstellen: Bulle, Bulle, Bulle, Mensch in knallorangenem Hasenkostüm, Bulle, Bulle, Bulle, Bulle, Mensch mit schwingenden Pois, Bulle, Bulle, Bulle, Bulle, tanzender Mensch in Clownskostüm. Klanglich begleitet wurde dieser Zug von diversen Tierstimmen und mehreren kleinen Xylophonen. Auch in den Bäumen waren mehrere Aktivist*innen, die das Treiben von oben kommentierten.
Nachdem die Polizist*innen festgestellt hatten, dass wirklich keine Zelte im Wald stehen und das auch die Klohäusschen keine Zelte sind, machten Sie sich wieder auf den Rückweg. Leider ohne der Aufforderung sie mögen doch bitte gleich die ganze Scheiße mitnehmen zu folgen.
Der gesamte Einsatz hat ca. Vier bis fünf Stunden gedauert. Die festgenommene Person wurde kurze Zeit später wieder freigelassen.

Dieser Einschüchterungsversuch gehörte zu einer Reihe repressiver Maßnahmen. Diese sollen den friedlichen Ablauf des Skill-Sharing-Camps stören. Hier zu nennen wären unter Anderem die häufigen Polizei und RWE-Hubschrauber über dem Camp sowie die Beobachtungen durch Polizei und RWE-Security im Wald und in unmittelbarer Campnähe.
Die zahlreichen Workshops und das selbstorganisierte Campleben zeigen, dass selbst diese massiven Einschüchterungsversuche das Camp nicht in größerem Ausmaß stören können. Stattdessen wurde der Polizeieinsatz auf kreative Art und Weise zu einem Clownsworkshop umfunktioniert.

Solidemos in Bonn und Demin

In den vergangenen Tagen gab es zwei Demonstrationen, die ihre Solidarität mit dem Hambacher Forst ausdrücken wollten und die auf die Wiederbesetzung am 26.04 mobilisieren sollten. Am 13.04 in Demmin und am 12.04 in Bonn.

Demin: Am 13.4. gab es eine kleine spontane Unterstützungsaktion für die Wiederbesetzung vom Hambacher Forst am 26.4.
In Solidarität mit dem Widerstand gegen die Waldzerstörung für den Braunkohletagebau kletterten einige Menschen in die Bäume im Stadtzentrum von Demmin und zeigten direkt am Luisentor den Passant_innen das Banner mit: „URWALD ERHALTEN – HAMBACHER FORST 26.4.“

Die Probleme sind nicht nur im Hambacher Forst und so setzten sich die Menschen bei der heutigen Aktion allgemein für den Erhalt und Ausbau der Wälder und von Bäumen ein. Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den waldarmen Regionen und würde noch ein paar mehr Bäume durchaus brauchen können. Das Stadtbild von Demmin ist genauso als arm an Bäumen zu bezeichnen.
Hambacher Forst bleibt!

Bonn: Am Samstag Morgen haben wir uns mit ca. 50 Menschen versammelt um für den Erhalt des Hambacher Forstes und damit gegen die Förderung und Verstromung von Braunkohle durch RWE zu demonstrieren. Wir trugen unsere Solidarität mit dem ausdauernden Widerstand der Wald- und Wiesenbesetzer*innen im Hambacher Forst bei Köln auf die Straße.
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Proteste und Blockade bei der JHV von RWE

Pressemitteilung von ausgeco2hlt:

Essen, 16.4.2014. Die Jahreshauptversammlung von RWE, die momentan in der Grugahalle stattfindet, wird dieses Jahr wieder von entschlossenen Protesten begleitet. Gegen 8.45 Uhr blockierten ca. 20 Menschen den Zugang zur GDSCN1735rugahalle, indem sie sich in die vier Eingangsschleusen setzten oder an die Gitter ketteten, und dadurch den Strom der Aktionär*innen aufhielten. Dies führte zu einem verspäteten Beginn der Jahreshauptversammlung. In der Grugahalle protestierten Klima-Aktivist*innen während der Rede von dem Vorstandsvorsitzenden Peter Terium mit Transparenten gegen die Konzernpolitik.
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KAMPF UM DEN WALD

InfoInfo

KAMPF UM DEN WALD
Von TIM
Teil 2/3

Ein Dreiteiler über Bäume, luftige Höhen, eine Räumung und darüber, was ich damit zu tun habe.
All dies geschah vor nicht allzu langer Zeit in den Bäumen des Hambacher Forst bei Köln.
Der kommende Text soll Menschen einen Einblick in meine Gedanken, Gefühle und Emotionen ermöglichen. Einen Einblick in eine Situation, in der ich mich befand und wie sie zustande kam.

Teil 1. „Der Anfang“

Im Teil 1/3 der Anfang beschrieb ich das Auftauchen der Polizist_innen mit den schweren Maschinen, den Geräuschen der Kettensägen und Fräsen im Hintergrund. Den letzten Funkspruch zu den anderen Bewohner_innen der Bäume und den ersten Kontakt mit Kletterpolizist_innen, endend mit dem Klacken eines Vorhängeschlosses.

Teil 2. Gebunden.

Ich sitze aufrecht in meiner Hängematte, mit beiden Händen in einem Metallrohr um den Baum Testimo festgekettet, in dem ich lebe, 25 m über dem Boden. Die Befestigung meiner Sicherung liegt zwei Meter über meinem Kopf in Testimos Krone, mit dem Arsch Richtung Tagebau und vor mir sehe ich den Kirchturm des Dorfes Buir. Mich wärmt ein BW-Schlafsack mit integrieten Ärmeln und Füßen sowie dazugehörigem Wind- und Regenüberzug. Dicht hinter mir sitzt der_die zweite Baumbewohner_in und versorgt mich mit Wasser, Schokolade oder einem Stück Obst. Mit Testimo verbunden sitzen wir hier oben, blicken über die Kronen und betrachten das Treiben am Boden. Ich bin nicht mehr nur ein Besetzer, ich bin ein Bewohner des Waldes, der Natur. Im Kreislauf, nicht außerhalb. Wenn er gefällt wird, werde ich mitgefällt. Es wurde viel geredet, jetzt ist Schluss. Wir zeigen unsere Entschlossenheit. (mehr…)

Meldung von der Polizeiwache Düren

Polizeiwache Düren Polizeiwache Düren Polizeiwache Düren

Heute Morgen um halb 5 Uhr sind zwei Menschen in Düren von drei Polizeiwägen angehalten und nach ihren Personalien gefragt worden. Nachdem sie diese nicht rausgegeben haben, wurden sie von den Polizist_innen in Handschellen gelegt und durchsucht. Dies alles geschah ohne Angabe eines Grundes, die die Personalienfeststellung gerechtfertigt hätte. (mehr…)

Köln goes Wald

An diesem Sonntag dem 13. April um 11:20 Uhr trifft sich wieder eine Gruppe von netten Menschen am Bahnhof Köln-Ehrenfeld. Ihr seid herzlichst dazu Hambacher Forst bleibt!eingeladen mitzukommen und uns zu besuchen! Er­ken­nungs­zei­chen ist das „Ham­ba­cher Forst bleibt!“ Pla­kat. In Buir findet ihr Anschluss an die Gruppe um 12 Uhr. Ihr könnt also gerne auch aus der Richtung Düren anfahren.
Gerade dieser Sonntag lohnt sich für einen Besuch ganz besonders aufgrund unseres Skillsharing-Camps! Es wird an nichts fehlen und es gibt Raum und Zeit zu Gesprächen rund um den Tagebau, den Widerstand und den Wald.

Falls ihr die­sen Sonn­tag keine Zeit habt ist auch das kein Pro­blem: die Tour fin­det jeden zwei­ten Sonn­tag im Monat statt.



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