Archiv für Oktober 2012

Hambacher Forst 180 Flyer

Der Flyer zur Kampagne hier zum Runterladen. Wär super wenn möglichst viele Menschen ihn drucken und verteilen.

Vom 1. Oktober bis zum 31. März kann RWE den Wald weiter roden lassen. 180 Tage, in denen vermutlich viele Bäume gefällt werden und in denen die Waldbesetzung akut räumungsbedroht ist.
180 Tage, in denen wir die Rodungsarbeiten verhindern wollen.
Um effektiv stören zu können, müssen wir viele Menschen sein – und viele Ideen haben.
Deshalb brauchen wir eure Unterstützung!
Wir suchen Gruppen, die sich bereit erklären, für eine bestimmte Zeit in den Wald zu kommen und mit uns zusammen die Rodungsarbeiten zu verhindern.

Antiräumungskampagne „Hambacher Forst bleibt!“ von ausgeCO2hlt

(francais en bas) Die Anti-Kohle-Kampagne „ausgeco2hlt“ hat einen Anti-Räumungs-Leitfaden erstellt mit Infos und Tipps für Aktivitäten während und nach der Räumung:

Der folgen Leitfaden möchte dir eine Orientierung bieten wie du aktiv werden kannst:
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Soli-Aktion am Tag X in Köln

Seit Anfang Oktober droht der Waldbesetzung im Hambacher Forst die Räumung
durch RWE.
Der Energiekonzern kann dies jederzeit durch die Polizei anordnen, um den
Wald zu Roden und den Braunkohleabbau fortzuführen.

Um die BesetzerInnen am Tag der Räumung öffentlich zu unterstützen, wird
es wie in vielen anderen Städten, eine Solidaritäts-Aktion in Köln
geben.

Treffpunkt: Die Zentrale der RWE Power AG in Köln, Stüttgenweg 2, 50935 Köln Um 14 Uhr!

Dort besteht die Möglichkeit, auf den Verantwortlichen RWE, hinzuweisen
und vielfältige Aktionen zu gestalten.

Danach können alle Menschen die wollen, gemeinsam von Köln aus in den
Wald fahren, um die BesetzerInnen vor Ort zu unterstützen.

Um am Tag der Räumung rechtzeitig Bescheid zu bekommen, könnt ihr eine
mail an hambacherforst@riseup.net schreiben, dann kommt ihr auf den
Räumungs-SMS-Verteiler.
Also: Mobilisiert Menschen und Gruppen, die ihr kennt. Bringt Banner und Aktionsideen mit und seid am Tag X der Räumung dabei!!!!

Hamburg: Kundgebung am Freitag für den Hambacher Forst und Termin für den Tag X

Der Widerstand gegen die Rodung des Hambacher Forstes und den größten Klimakiller Europas breitet sich aus: Am Freitag findet eine Kundgebung in Hamburg vor dem RWE Büro statt:
17.00 Uhr, Steinhöft 11,
vor dem Eingang des RWE-Büros (im Slomanhaus)

Am Tag X, dem Tag der Räumung wird es eine Spontandemo geben um 17.00 Uhr vor dem Café Knallhart auf dem Uni Campus (Van Melle Park 9).

In vielen Städten laufen gerade die Planungen für den Tag X. Plant auch in eurer Stadt etwas! Es wird demnächst eine Übersicht geben wo am Tag X was passieren wird. Wer kann sollte dennoch direkt in den Wald kommen!

Pressemitteilung: Versuchter Mordanschlag gegen Waldbesetzer_innen

In der Nacht auf Montag gab es einen Mordversuch gegen zeitweilige
Teilnehmer_innen der Waldbesetzung. Es wurde die Brems- und Lenkhydraulik
eines geparkten Kleinbusses durch professionelle Sabotage derart zerstört,
dass nach einigen Kilometern Fahrt die Bremsfunktion aussetzt. Dieser
Anschlag war auf das Leben der Insassen des Fahrzeugs ausgerichtet. Das
Fahrzeug gehört dem niederländischen Küchenkollektiv Rampenplan, welches
die Waldbesetzung solidarisch unterstütze indem sie auf dem
Unräumbar-Festival gegen Spende kochte.
Die Sabotage fand in der Nacht statt.
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Exklusive Studie – RWE zündelt mit dem Klimaschutz

Das Wuppertal Institut für Klima, Energie und Umwelt hat sich mit dem rheinischen Braunkohlerevier beschäftigt. Das Ergebnis:
„Schon im Jahr 2030 will RWE offenbar allein im rheinischen Revier mehr Energie aus der Braunkohle erzeugen, als Experten für ganz Deutschland für vertretbar halten – und dementsprechend mehr CO2. Für das Jahr 2050 warnen die Forscher sogar noch deutlicher: Dann würde die Grenze um das Zehnfache überschritten werden.“ Hier ein Artikel dazu.

Im Wald wird gelebt! Im Wald wird gelebt!

Per Definition zur Traumfigur hat extra für das Unräumbar-Festival ein Lied für den Wald geschrieben. Hört es euch hier an, es ist großartig!

Treffen in Oberhausen und Solierklärung aus Essen

Heute hat uns eine Soli-Erklärung aus Essen von der Antifaschistischen Kooperative erreicht über die wir uns sehr gefreut haben, weswegen wir sie euch nicht vorenthalten wollen. Zuerst aber noch eine weitere Info den Ruhrpott betreffend: Am morgigen Dienstag wird es dort um 19:30h ein Treffen im Druckluft in Oberhausen zum Thema Tag X und Aktionen in Essen oder wo anders im Ruhrgebiet geben.
Nun die Solierklärung:
Wir, der Arbeitskreis Klima Gerechtigkeit der Antifaschistischen Koorperative Essen, solidarisieren uns mit den Besetzerinnen und Besertzern des Hambacher Forst. Wir können nur allen Menschen empfehlen: “Fahrt in den Forst und schaut euch die Ungerechtigkeit vor Ort mit den eigenen Augen mal an”. Sogar Tagesausflüge ohne Übernachtung lohnen sich. Wir rufen allen Menschen dazu auf: Unterstützt die 180-Tage Kampagne. Wenn sie irgendwo zu roden versuchen, dann wollen wir dies mit vielfältigen Aktionsformen verhindern – also fahrt in den Forst oder leistet Öffentlichkeitsarbeit!

Polizei im Anmarsch

Viel Polizei ist soeben auf dem Anmarsch auf’s Camp. Wir gehen erst einmal nicht von einer Räumung aus. Es gibt bisher keine Informationen dass es Räumfahrzeuge gebe um die Barrikaden wegzuräumen. Die Polizei behauptet es sei ein Kontrollbesuch.
Nähere Informationen wenn sie kommen.
Update: 10:29: Es sieht weiterhin nicht nach einer Räumung aus. Polizei steht in einer Gruppe am Campeingang und guckt nur. Es sind sehr viele Aktivist_innen im Wald, die größtenteils auf die Dächer und Baumhäuser gegangen sind, falls doch geräumt wird. Es werden keine Personalienkontrollen gemacht. Wer gerade zeit hat soll ins Camp kommen. Es ist aber kein Räumungsalarm.
Update: 10:47:Ein Grüppchen älterer Beamten spaziert durch den Wald. Es sieht so aus als ob die Einsatzleiter der verschiedenen Einheiten die räumen werden eine Inspektion machen. Kein Grund zur Panik, aber eine baldige Räumung wird wahrscheinlicher.
Polizei ist wieder weg. Nannten das Manöver selber Vorbereitung auf die Räumung

Unräumbar-Festival voller Erfolg!

Obwohl die ehrliche Analyse dem zwanghaften Erfolge-feiern-müssen des Bewegungsmanagements vorzuziehen ist, und Überschriften die mit voller-Erfolg! enden schon die Alarmglocken aufheulen lassen sollten, müssen wir trotzdem feststellen, dass dieses Wochenende mit dem Unräumbar-Festival ein voller Erfolg war!
Mit etwa 400 Menschen die an diesem Wochenende im Wald waren, waren so viele Menschen da um ihren Widerstand gegen das Loch zu zeigen wie nie zuvor in einem halben Jahr Besetzung. Genau nach dem Kriminalisierungsversuch von RWE und Polizei kam das genau rechtzeitig um zu zeigen, dass der Widerstand sich nicht durch erfundene Geschichten spalten lässt. Im Gegenteil: Die „Märchenstunde mit RWE und Polizei“ hat sogar der Mobilisierung erst zu diesem Erfolg verholfen. Ist die Strategie doch zu durchsichtig und widerlich in einem: Die Räumung legitimieren indem die Gewaltverhältnisse umgedreht werden. Dass die Menschen aber so dumm nicht sind wurde an diesem Wochenende gezeigt: Sowohl Anwohner_innen als auch Umweltaktivist_innen, egal ob alt oder jung, von nah oder fern, kamen in Massen, und ließen so eine Atmosphäre entstehen, die nicht nur wegen des Herbstwaldes an’s Wendland erinnert. Dass viele der Besucher_innen trotz der Kälte bleiben wollen um die angekündigte Räumung zu verhindern ist ein zusätzlicher Erfolg des Wochenendes. Der Slogan, der vor einem halben Jahr für das Festival gesetzt wurde: „Zieht euch warm an, damit RWE sich warm anziehen muss“, ist nun Tatsache geworden, und nicht in erster Linie wegen dem Kälteeinbruch!

Polizeigewalt bei Protesten gegen Goldmine in Chalkidiki, Griechenland

Hier einen Bericht über Polizeigewalt mit der der Widerstand gegen eine Mine in Griechenland totgemacht werden soll. Interessant zu wissen dabei ist, dass die griechische Polizei seit einiger Zeit unterrichtet wird … na von wem wohl: der deutschen Polizei!

Augenzeugenbericht noch nie dagewesener Polizeigewalt in Skouries, Chalkidiki: “Skouries, die griechische Rosia Montana”

Ich sitze vor meinem Computer, versuche meine Gedanken zu ordnen und gleichzeitig den Schock zu überwinden, unter dem ich immer noch stehe. Es ist unmöglich… Egal welche Sprache ich benutze, wie viele Superlative ich aufs Papier bringe, es ist immer noch schwer, mich so auszudrücken, wie ich es möchte. Also versuche ich so einfach wie möglich, die Fakten zu beschreiben und hoffe, dass mich die Leute verstehen können.
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Hambacher Forst bleibt!

Gibts auch als Aufkleber und Plakate. Können auf dem Unräumbar-Festival mitgenommen werden. Bitte nicht in Kiosken die RWE-Werbungen in Zeitschriften damit überkleben, oder gar noch RWE Wandwerbungen!

Solidaritätserklärung für die Besetzung aus Marburg

Es erreichte uns folgende Solierklärung der „Grünen Ökologischen Liste
Marburg“. Vielen Dank und grüße nach Marburg

Hambacherforst verteidigen! Klimagerechtigkeit erkämpfen!
Im April diesen Jahres haben Klimaaktivist_Innen der
Anti-Kohlekraft-Bewegung Teile des Hambacher Forstes bei Köln besetzt um damit gegen
eine Ausweitung des Braunkohle-Tagebaus zu protestieren und gleichzeitig ihre
Ablehnung gegenüber dem Braunkohleabbaus zu
bekräftigen. Die Aktivist_Innen halten nun seit 9 Monaten Teile des
Waldes besetzt. Nach Medieninformationen soll das Camp in den nächsten
Tagen geräumt werden (mehr…)

„Land Grabbing“ in Deutschland – Energiekonzern vernichtet uralten Wald

Jenseits des heute üblichen Polizeimeldungs-Journalismus, gibt es auch noch Journalismus, der nicht die vorherrschende polit-ökonomische Logik als Ausgangspunkt einer scheinbaren „Neutralität“ nimmt (Neutralität kann es nicht geben, weil es keinen punkt auserhalb der Verhältnisse gibt), sondern der noch imstande ist von dieser Logik zu abstrahieren und dabei zum Beispiel erkennt: Der Klimawandel, der zu einem großen Teil von (Braun-)Kohletagebaun wie von RWE ausgelöst wird zerstört die Existenzen von Milliarden Menschen weltweit. Was anderes kann eine Verleumdungskampagne wie RWE sie nun fährt anderes sein, als ein Ablenkungsmanöver?
Lest den Artikel im Schattenblick und denkt nicht nur über einen Stromwechsel nach, sondern auch über einen Zeitungswechsel!

Energiewendehemmnis Braunkohle

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Starßenmusik in Buir

Am gestrigen Dienstag spielte Klaus der Geiger in Buir am Bahnhof. Rund 70 Menschen kahmen zum zuhören, zum Tanzen und zum VoKü essen. Bei jeder S-Bahn die ankahm wurde das neue Lied „die Zombies von Rheinbraun“ gespielt und Flyer über das Unräumbar-Festival am kommenden Wochenende an die aussteigenden Menschen verteilt. Das Straßenfest wurde recht positiv aufgenommen, wir hatten eine Menge Spaß und konnten zeigen, dass wir nicht die blutrünstigen Krawallmacher_innen sind, die RWE so gerne hätte.

RWE und Polizei versuchen, die eigene Gewalt mit unhaltbaren Vorwürfen zu legitimieren

Heute hat die Polizeipressestelle des Rhein-Erft-Kreises eine Pressemittelung herausgeschickt, in der uns gewalttätige Angriffe gegen RWE-Mitarbeiter vorgeworfen werden. Es wird behauptet, ein Mulchfahrzeug wäre mit Glasbehältern beworfen , die darinsitzenden Person verletzt worden, des weiteren wird von einem angeblichen Angriff mit Pfefferspray und Stöcken auf Securitys berichtet.
Im Wald wird es nach wie vor abgelehnt, menschengefährdenden Aktionen zu machen. Die Vorwürfe sind völlig haltlos.
Am Sonntagmorgen wurde laut Polizeimitteilung ein Securitymitarbeiter mit einem Stein am Kopf verletzt, er musste ins Krankenhaus. In der gleichen Nacht wurden auf bei uns stehende Wägen Säureanschläge verübt, wir vermuten Dritte als Täter_innen – falls die Polizeimeldung wahr ist.

Die Polizei schreibt in ihrer PM: „Es muss deutlich gemacht werden, dass es sich bei den Waldbesetzern nicht um friedliche Demonstranten handelt, sondern um eine Gruppe, aus der heraus vermehrt Straftaten begangen werden. Wir dulden dieses Verhalten nicht. Die Räumung wird derzeit vorbereitet!“
Der Hintergrund dieser Pressemitteilung ist somit offensichtlich: Sie versuchen, die Waldbesetzung zu kriminalisieren, die von Securitys ausgehende Gewalt im Nachhinein und die für eine Räumung notwendige Gewalt gegen uns im Vorhinein zu legitimieren. Ebenso soll von der allgemeinen Gewalttätigkeit der Braunkohleverstromung abgelenkt werden. Wir lassen uns durch diese Verleumdungs-offensive nicht in die Defensive drängen und werden weiterhin die Gewalt von RWE und Polizei thematisieren.

Eine Räumung wird immer wahrscheinlicher.
Kommt in den Wald und schützt ihn mit uns!

Pressemitteilung: Sicherheitsdienste provozieren im Hambacher Forst

Wiederholte Angriffe durch Sicherheitsleute – Polizeibeamte weigern sich,
Anzeigen aufzunehmen

Kerpen/ Buir. Im besetzten Hambacher Forst wird das Klima rauer. Seit
Beginn der Rodungssaison treten die Angestellten vom RWE Werksschutz und
des Sicherheits-Unternehmens AK Security zunehmend aggressiv gegenüber
Besucher_innen des öffentlich zugänglichen Waldes auf. Die
Waldbesetzer_innen beklagen außerdem, dass die Polizei eher die Angriffe
unterstütze, als das Recht auf Versammlungsfreiheit und die körperliche
Unversehrtheit der AktivistInnen zu schützen. (mehr…)

Strassenmusik mit Klaus der Geiger am S-Bahnhof Buir am Dienstag (23.10.)

Diesen Dienstag wird Buir aufgemischt! Ab 16 Uhr kommt Klaus der Geiger aus Köln um Strassenmusik im – vom Tagebau betroffenen – Ort zu machen. Er wird sein eigens dafür umgedichtetes Lied ‚Ein Zombie von Rheinbraun‘ zum Besten geben. Dazu gibt es lecker veganes Essen und viele nette Leute. Kommt alle und zeigt euch RWE-unsolidarisch! Der Hambacher Forst bleibt!

Rodungen haben begonnen!

Die Rodungen im Hambacher Forst laufen nun. Mehrere Hundert Meter nordwestlich der Besetzung beginnt RWE das Unterholz und die Büsche zu entfernen – also den Wald auf die komplette Rodung vorzubereiten. Diese Maßnahmen werden immer wieder auf verschiedene Weiße erfolgreich behindert. Es benötigt noch mehr Menschen um die Rodungsarbeiten wirklich zu verhindern. Also kommt vorbei und helft den Wald zu retten. Jetzt ist die Zeit dafür!

Achtung bei der Anreise

Dass die Securities gerne Fotos von Menschen machen, die sie zum Kreis der Waldbesetzer vermuten, und Gemeinschaftsfahrräder klauen („Sicherstellen“ und den staatlichen Handlangern in Uniform übergeben) ist für uns nichts Neues mehr. In den vergangenen Tagen aber fanden 2 tätliche Übergriffe auf Menschen und Besucher der Waldbesetzung statt.

Wenn ihr auf der Anreise seid, speziell bei Dunkelheit, womöglich allein, ergreift besser Vorsichtsmaßnahmen. Ihr könnt euch z.B. über das Waldtelefon „anmelden“, dann kommen ein paar Menschen und wir passieren zusammen die gefährlichen 300m über die Brücken.
Laßt euch nicht abhalten zu kommen, es gibt eine angemeldete Mahnwache in unmittelbarer Nähe, aber erwartet keine Unterstützung von staatlichen Stellen…

Besetzungen gegen Flughafenbau bei Nantes werden gerade geräumt

Die „Zone a defendre“, die zu beschützende Zone, bei Nantes wir heute zu Teilen geräumt. Auf dem Gelände das für einen „grünen Flughafen“ plattgemacht werden soll, sind seit über 2 Jahren zig Besetzungen entstanden um das zerstörerische Projekt zu verhindern. Nun werden die ersten dieser Besetzungen mit brutaler Staatsgewalt – sogar das Milität ist im Einsatz – geräumt. Einen aktuellen Ticker gibt es hier: zad.nadir.org.
Es ist überall das Gleiche: Die Logiken des Marktes sind Blind für die Bedürfnisse der Einzelnen, für Lebensqualitäten, wenn sie sich nicht in Konsumbedürfnisse übersetzen lassen, für den Erhalt von unzerstörter Umwelt, kurz für alles außer Profiten. Um diese der heimischen Industrie zu schützen haben Staaten keine Skrupel, ihre hässliche Fratze zu entblößen und Widerstand auch im Inland mit militärischen Mitteln zu unterdrücken, wenn es ernst wird. Dem müssen wir all unsere Kreativität und Entschlossenheit entgegenstellen – in der ZAD, im Hambacher Forst, im Khimki Forest, im Val de Susa und überall sonst!
Es wird zur Demo am 20. Oktober aufgerufen.

Klassische Musik stoppt Kohlebagger

Das Orchester „Lebenslaute“ blockierte heute, am 9. Oktober, mit einem klassischen Konzert
zwei Stunden lang den Braunkohletagebau von RWE bei Buir/Kerpen.

„O Täler weit, o Höhen, o schöner Grüner Wald“ mit diesem romantischen Lied von
Mendelssohn-Bartholdy stoppten die Musikerinnen und Musiker des Aktionsorchesters
„Lebenslaute“ den Betrieb des Kohlebergbaus. Zusammen mit den Aktivistinnen und
Aktivisten, die seit April diesen Jahres den Wald im Hambacher Forst besetzen, hatten sie
sich auf den Weg zur Abrisskante gemacht. Dort konnten sie zunächst unbehelligt ihren
„Konzertsaal“ unmittelbar vor dem knapp 100 m hohen Schaufelradbagger aufbauen. Der
Bagger musste daraufhin seine Arbeit einstellen. Nach kurzer Zeit trafen mehrere
Polizeikräfte ein, die jedoch von einer Räumung absahen und das Konzert bis zu seinem Ende
anhörten.
„Es war ein großer Erfolg, die Arbeiten so lang aufzuhalten, weil die Braunkohle eine der
klimaschädlichsten Energiequellen ist. Die Weiterförderung von Braunkohle verhindert den
effektiven Ausbau von erneuerbaren Energien.“ argumentiert die Berliner Flötistin Ulrike
Müller.
Das bundesweite Aktionsorchester „Lebenslaute“ verbindet klassische Musik mit zivilem
Ungehorsam und bringt seine politischen Überzeugungen durch Konzerte an ungewöhnlichen
Orten zum Ausdruck. Im Braunkohletagebau brachte es unter anderem Werke von Georg
Philipp Telemann, Heinrich Schütz und Jose Fernandez zu Gehör. „Der wunderschöne
Chorsatz aus den Tageszeiten von Telemann besingt die aufgehende Sonne – und erinnert uns
daran, woher unsere Energie der Zukunft kommen sollte.“ erklärt Basssänger Berthold
Keunecke aus Herford.
Die Aktion ist Teil der 180 -Tage Kampagne, mit der die Waldbesetzergruppe den
Energiekonzern an den Rodungsarbeiten im Hambacher Forst verhindern will. Die
Aktionsgruppe „Lebenslaute“ begründet ihre Unterstützung für die Waldbesetzung mit ihrer
Kritik an den RWE als größtem CO2-Emittenten Europas: „Für Kohlestrom heutzutage noch
Bäume zu fällen und ganze Dörfer umzusiedeln ist einfach nicht zukunftsfähig.“ meint
Geigerin Larissa Gulitz aus Berlin. “Die Energiekonzerne und Energieverbraucher/innen
müssen endlich die Konsequenzen daraus ziehen.“

Kultur statt Kohle: Orchester spielt auf Waldbesetzung

Das politische Orchester Lebenslaute wird am morgigen Dienstag, den 09.10 um 17 Uhr auf der Waldbesetzung spielen. Das Orchester ist bekannt für die Verbindung zivilen Ungehorsams und klassischer Musik. Dieser Auftritt findet statt im Rahmen der Kampagne „Hambacher Forst 180“ bei der sich für möglichst viele der 180 Tage während denen RWE den Wald roden darf Gruppen finden sollen, die Tage übernehmen und sie mit kreativen Formen des Widerstandes füllen sollen, wie nun das Orchester, oder einfach da sein sein um sich im Falle des Falles den Rodungen in den Weg zu stellen. Am Dienstag Nachmittag um 14 Uhr wird außerdem Klaus der Geiger aus Köln auftreten, der bereits am Tag der Waldbesetzung spielte.

„Der Auftritt von Lebenslaute soll auch verdeutlichen, dass wir mit der Waldbesetzung für das Leben stehen, und RWE mit ihren Tagebauen für Zerstörung und Verderben“ sagt Sarah, die sich ein Baumhaus auf der Besetzung gebaut hat und dort den Winter verbringen will. „In der aktuellen Situation, wo sich die Übergriffe von Polizei und Werkschutz häufen und mensch ständig auf eine Räumung vorbereitet sein muss ist es toll solche Unterstützungen zu erfahren und zu merken, dass der Hambacher Forst inzwischen überregional ein großes Thema ist und beobachtet wird was hier passiert.“

Das Orchester Lebenslaute gibt jährlich ein großes Konzert, bei denen dann an die hundert Menschen teilnehmen. Dieses Jahr fand das große Konzert in Oberndorf statt, wo die Waffenfabrik von Heckler und Koch blockiert wurde. Das Konzert am Dienstag wird deutlich kleiner sein, aber deswegen nicht weniger ausdrucksstark.

Weitere Informationen über das Orchester Lebenslaute könnt ihr auf folgender Seite finden: http://www.lebenslaute.net

Aktueller Clip zur Besetzung

Ein aktueller Clip von Graswurzel TV zur Besetzung: