Die Perlenschnur blieb im Hambacher Forst

Ein weiteres Gedicht das uns zugesendet wurde:

Buchen und Erlen
Birken und Eichen
Hölzerne Perlen
Einander gleichen
Am Faden des Lebens
Entlang dieser Wege
Sucht man vergebens
Gefälschte Verträge.

Wald ohne Jäger
Sind schon geflüchtet
Gedungene Schläger
Wurden gezüchtet
Einfall von Staatsmacht
Als gäb´s keine Knappheit
Terror in Mondnacht
Ende der Freiheit.

Leute geschunden
Habe vernichtet
Nichts ward gefunden
Was hier noch schlichtet
Geschenk aus dem Tempel
Der vertrockneten Freude
War wohl nur Krempel
Für die gierige Meute.

Maschinen zum Roden
Kohle zum Kochen
Loch ohne Boden
Flutung versprochen
Also Stadt ohne Fluss
Weil Wasser zum Fluten
Heranfließen muss
So soll man vermuten.

Spur der Verwüstung
In den Seelen der Menschen
Ohne Aussicht auf Heilung
Solang Verursacher herrschen
Deshalb Dorf ohne Bosse
Am Rande der Wunde
Inmitten schäbiger Posse
Aus gefräßigem Munde.

Welt voller Elend
Land voller Lügen
Greif nach dem Erbstück
Oder lass es dort liegen
Wo Zukunft geplündert
Und Ahnen verraten
Als Zeichen der Einheit
Von Worten und Taten.

Zeit des Erinnerns
Zeit des Vergessens
Traum des Bewahrens
Fluch des Vermessens
O Dämon der Beute
Was Du anrührst wird Mist
Weil Du gestern wie heute
Den Rest der Welt frisst.

Sag, wer hat Dich lieb?
Und wo ist Dein Horst?
Die Perlenschnur blieb
Im Hambacher Forst.

21.12.2012


1 Antwort auf „Die Perlenschnur blieb im Hambacher Forst“


  1. 1 weiter machen 25. Dezember 2012 um 14:31 Uhr

    ein berührendes gedicht. es weckt sehnsucht nach dem wald, trauer um die zerstörung, die ignoranz und dummheit und grausamkeit der meschen und wut gegen jene wenigen, die die fäden ziehen und die dafür sorgen, das es passiert. und aus all diesen gefühlen entsteht noch ein weiters: entschlossenheit, kampfeslust, mut! ob wir die bagger stoppen bevor der wald weg ist steht in den sternen, wir sollten versuchen nach ihnen zu greifen, doch wenn wir nicht aufhören, immer weiter machen, immer mehr werden, laut und ungehorsam und unkontolierbar und entschlossen weiter machen wird es schwer für die sowie für andere einfach so weiter zu machen!

    für den kampf und die revolte! denn dies war nicht nur in der vergangenheit möglich!
    ermächtigt euch selbst, ermächtigigen WIR uns selbst und halten wir zusammen! greifen wir nach dem band der solidarität und ziehen gemeinsam daran um den riesen zu stürtzen!

    die faust zum gruße,
    viktoria

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