Archiv für Mai 2013

Solidarität mit den Baum- und Parkschützer_innen von Istanbul

In Istanbul kommt es derzeit zu aufständischen Situationen genauso wie zu krasser Repression den Protestierenden gegenüber. Was als Parkbesetzung für den Erhalt desselben begonnen hatte, hat sich zu einem Bürger_innenaufstand ausgebreitet – und auf der anderen Seite zur Demonstration autoritärer Politik, die sich nicht scheut über Leichen zu gehen, wenn es um die Durchsetzung der eigenen Interessen geht: Nach unbestätigten Meldungen gibt es 2 Tote, die Opfer der Polizeigewalt wurden. Aber der Reihe nach: Zuerst fing alles vor einigen Tagen an, mit einer Besetzung des Taksim-Platz in Istanbul, der gefällt werden soll für eine riesige Shopping-Mall. Nachdem die Besetzung früh morgens brutal von der Polizei geräumt wurde, kamen daraufhin weit mehr Menschen in den Park um ihn erneut zu besetzen. Das ganze widerholte sich mehrmals. Mit jeder Besetzung breitete sich der Widerstand aus, bis er auf andere Gebiete und Thematiken übergriff und nun Ausdruck einer generellen Unzufriedenheit mit der autoritären Politik wurde. Die Polizei kennt wie stets nur ein Mittel: brutale Gewalt. So kommt es, dass es inzwischen viele Verletze gibt und Gerüchte über bis zu zwei Toten kursieren, die von bürgerlichen Medien allerdings nicht bestätigt werden. Die Zeit schreibt: „Vielleicht geht es am Ende auch gar nicht so sehr ums Grün, sondern um die haarsträubende Willkür, mit der die Herrschenden der Türkei Stadt und Land umbauen – ohne die Menschen auch nur einmal zu fragen.“ Das alles gibt es allerdings nicht nur in der Türkei.
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Volksentscheide gegen Braunkohle und mehr

Die Abbaggerung von Braunkohle – oder der fossile Kapitalismus – werden sich nicht per Unterschriftensammlung überwinden lassen. Soviel ist klar, und desswegen sollte sich lieber Gedanken gemacht werden über selbstermächtigende Aktionsformen, oder Änderungen der eigenen Organisierungsformen. Das aber heißt nicht, dass es nicht unter Umständen auch einmal sinnvoll sein kann eine Unterschrift zu geben. Derzeit läuft zum Beispiel eine Unterschriftensammlung in Berlin für einen Volksentscheid gegen Vattenfall. Oder genauer, dafür die Konzessionen für die Energieversorgung der Stadt Berlin nicht für weitere 20 Jahre an Vattenfall zu geben, sondern diese einem rechtlichen Gebilde zu übergeben, dass von den Bewohner_innen Berlins kontrolliert wird, und ökologisch, sozial und demokratisch ausgerichtet sein soll – was immer das auch heißen soll.
Jedenfalls wäre dies ein spannedes Experiment, und der Verlust der Konzessionen für Berlin wäre ein herber Schlag für Vattenfall, und damit für die Braunkohleindustrie – der zudem Schule machen könnte. Denn auch in Hamburg steht zum Beispiel ein Volksentscheid an, um Vattenfall und E.on die Konzessionen zu entziehen.
In Berlin läuft die Phase in der die benötigten 200 000 Unterschriften gesammelt werden müssen nur noch bis zum 10 Juni. Und es fehlt noch gut ein Viertel. Unterschreibt also, wenn ihr aus Berlin kommt, oder fragt Freund_innen und Bekannte aus Berlin das zu tun. Mehr Infos über den Berliner Energietisch hier und einen Link zu einem Text der „FeLS Klima-AG“ mit Überlegungen zum Energietisch

Radiointerview zum „Reclaim the Fields“ Camp

Am vergangenen Wochenende fand auf der Wiesenbesetzung ein Treffen zur Vorbereitung des „Reclaim the Fields“ Camp statt, dass im Anschluss und in Überschneidung mit dem Klimacamp in Manheim (siehe einen Beitrag weiter unten) stattfinden wird. Während den überschneidenden Tagen beider Camps werden Aktionstage stattfinden. Radio Dreyeckland machte ein Interview mit einer Lisa, einer Aktivistin von RTF über die Vorbereitungen und das Camp. Hört das Interview hier.

Aufruf zum Klimacamp im Rheinland

„Für ein gutes Leben für alle und eine Energieversorgung von unten!“
Aufruf übernommen von hier

Vom 23. August bis zum 02. September 2013 findet das Klimacamp im Rheinland statt und vom 28. August bis 6. September 2013 das Reclaim
the Fields Camp – beide in Manheim bei Köln, mitten im Rheinischen Braunkohlerevier. Hunderte Aktivist_innen aus ganz Europa werden
zusammen kommen und bei den gemeinsamen Aktionstagen (30.08-02.09.) Widerstand gegen RWE, Europas größten Klimakiller, leisten.

++ WIDERSTAND IM RHEINISCHEN REVIER GEHT IN DIE NÄCHSTE RUNDE + +

Zum dritten Mal findet am Rande des Tagebaus Hambachs ein Klimacamp statt. Hier kommen Menschen aus verschiedenen sozialen Bewegungen und Spektren zusammen, um gemeinsam die Klimabewegung zu stärken. Das heißt konkret: kritisches Wissen weitertragen – Alternativen aufbauen – sich vernetzen – gemeinsame Aktionen planen. In diesem Jahr steht das Thema Land im Mittelpunkt: zusammen mit dem Reclaim the Fields Network wenden wir uns gegen die Bodenzerstörung durch
den Braunkohletagebau und zeigen RWE, was sinnvolle Landnutzung wirklich bedeutet. Außerdem ist das Camp Ziel der Reclaim Power
Tour, die quer durchs Land radelt, um Stationen verschiedener Energiekämpfe miteinander zu verbinden.

Im November letzten Jahres schafften es mehrere Hundertschaften der Polizei erst nach vier Tagen, die Waldbesetzung im Hambacher Forst zu
räumen. So lange verschanzte sich ein Aktivist in einem Tunnel, um deutlich zu machen, dass der Wald nicht freiwillig den Sägen von RWE
ausgeliefert wird. Auch nach der Räumung wächst die Solidarität für den Kampf gegen die Braunkohle, bei Anwohner_innen genauso wie
bei Menschen anderswo. Lokale Gruppen haben das Gemüse für die Klimacamp-Küche schon gepflanzt.
Widerstand ist fruchtbar!
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Artikel zu Polizeieinsatz am Dienstag

Hier gibt es einen Artikel aus dem Schattenblick zum Polizeieinsatz am Dienstag und mehr.

25. Mai: RWE feiert 50 Jahre Drecksschleuder Niederaußem

  • Das Braunkohlekraftwerk Niederaußem verpestet nun seit 50 Jahren seine direkte Umwelt und weitere Umgebung in Windrichtung mit dreckiger Luft: Grobstaub, Feinstaub (jährlich 386.000 kg), Schwermetallen (jährlich 49,9 kg Arsen, 279 kg Zink, 499 kg Quecksilber), radioaktiven Partikeln, dicken Wolken die die Sicht zur Sonne versperren…
  • Seit 50 Jahren trägt das Kraftwerk Niederaußem dazu bei, dass jährlich etwa 3000 Menschen an den gesundheitlichen Folgen der Braunkohleverbrennung in Deutschland sterben (laut Greenpeace und HEAL Gesundheitsstudien).
  • Seit 50 Jahren trägt das Braunkohlekraftwerk Niederaußem mit jährlich etwa 28 Mio Tonnen CO2 einen erheblichen Anteil zum globalen Klimawandel bei, und ist dadurch mit verantwortlich für all die Folgen, die das Leben in vielen Teilen der Erde schon heute unmöglich machen und Menschen in die Flucht schlagen.
  • Nicht erst seit 50 Jahren herrscht im Rheinland die Braunkohlepolitik, die die Interessen und Bedürfnisse der Menschen vor Ort mit Füßen tritt und auf autoritäre Weise übergeht.

Es gibt also keinen einzigen Grund diese 50 Jahre Kraftwerk Niederaußem zu feiern. Jeder Tag davon ist zuviel!
Wie nicht anders zu erwarten war, will RWE den Tag dennoch nutzen um mal wieder in trauter Famillie zu feiern. Wir dürfen gespannt sein welche Politiker_innen und Behördenmenschen mitfeiern werden.

Als ob die 28 Mio Tonnen CO2 für einen einzigen Kraftwerksstandort nicht genug wären plant RWE ein weiteres Kraftwerk am Standort Niederaußem. Ein in grünwaschender Sprache „Betrieb mit optimierter Anlagentechnik“ genanntes Kraftwerk, dass aber genauso klimaschädlich sein wird, und das für weitere 60 Jahre. Zeigen wir, dass wir weder ein altes noch ein neues Kraftwerk einen Anlass zum feiern finden, sondern im Gegenteil, ein Anlass um richtig wütend zu werden!

Feiern will RWE ab Samstag morgen direkt auf Kraftwerksgelände. Seid Salz im Sektglaß!

Gewerbegebiet neben Kraftwerk Neurath

Die Neuß-Grevenbroicher-Zeitung, die sich offensichtlich als eine Art Werbepost RWEs versteht, wirbt für ein, von RWE und Kommunen, geplantes Interkommunales Gewerbegebiet, in direkter Nähe zum Kraftwerk Neurath: „Auf einer Fläche von 11,5 Hektar sollen Betriebe angesiedelt werden, die Abwärme des Kraftwerks nutzen sollen.“ Aus der ineffizienten Technik der Braunkohleverbrennung (die auch durch „BoA plus“ Kraftwerke nicht relevant besser wird) soll nun also in der Wahrnehmung ein Vorteil gemacht werden. Nicht die Energieversorgung soll sich anpassen an die Struktur des Verbrauches, sondern die Struktur des Verbrauchs soll sich anpassen an die Stromerzeugung.
Es wird nicht gefragt: „Wo wird Abwärme gebraucht – Macht es Sinn dort Kraft-Wärme-Kopplung-Kraftwerke zu bauen?“ sondern es wird erst ein Überschuss an Wärme erzeugt, als Abfallprodukt der Energieerzeugung, und dann soll eine Nachfrage für dieses Angebot gechaffen werden, die bisher noch gar nicht existierte. Und das Ganze soll dann als „ökologisch sinnvoll“ verkauft werden.

RWE hat in allen Regionen, die sie durch ihren Braunkohletagebau und ihre Mega-Kraftwerke zerstören irgendwelche interkommunalen Projekte am Laufen, die sie unterstützen und anleiten, mit denen sie sich als „Segen für die Region“ darstellen wollen. Tatsächlich ist aber die Errichtung eines 11,5 Hektar großen Gewerbegebiet neben dem Kraftwerk kein Segen, sondern ein weiterer Schritt in Richtung totaler Zerstörung der gesamten Landschaft und jeder Lebensqualität im Rheinischen Revier, sowie ein weiterer Angriff auf die Gesundheit der im Revier lebenden Menschen.

Heli & Zivis belästigen Camp

Heute, 21. Mai 2013:

Gegen 11 Uhr kam ein Hubschrauber der Polizei vorbei und kreiste dröhnend und glotzend eine ganze Weile in prolligen Flugbahnen über dem Camp und dem angrenzenden Hambacher Forst.

Alsbald die verschwenderische Flugshow vorüber war sprangen plötzlich 4 Polizisten in zivil, darunter der Einsatzleiter der letzten Räumung im Wald, aus dem Unterholz und marschierten breit gefächert und in typischer Weise dummdreist schauend durch das Camp.
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Eine Atemmaske aus Niederzieher

Die gute Luft am Grubenrand:
Die „Initiative Bergbaugeschädigter 50189″ veröffentlichte vor wenigen Tagen auf ihrem Internetauftritt ein Bild einer Atemmaske die in Niederzieher 7 Nächte lang getragen wurde.

Dazu schreibt die Inititative: „Die Patientin bekam Ärger mit ihrer Krankenkasse, weil sie „zu viele Filter“ verbrauche. Die Maske
wurde nur nachts getragen. Als die Patientin ihrer Krankenkasse die gebrauchten Filter zeigte, war
das Thema erledigt. Normal ist eine Nutzungsdauer von 3 – 6 Monaten.“

Strafprozesse gegen Kohlebahn-Blockierer

Wenn Staatsdiener in Robe und Uniform Konzerninteressen
vertreten …

Die Verflechtungen zwischen Parteien, Behörden und Regierungen in Nordrhein-Westfalen und dem RWE-Konzern sind vielfältig. Das sichert den profitorientierten ManagerInnen aus der Zentrale in Essen, den vielen Nebensitzen, Kraftwerken und Kohlegruben neben ihrem faktischen Versorgungsmonopol eine ausreichende Sicherheit vor Kritik und ungeliebter Konkurrenz. Boden, Untergrund, Grundwasser, Luft und Klima werden ungehemmt zum Spielball kapitalistischer Interessen. Wer sich auf die mit Konzerninteressen verflochtenen Institutionen nicht weiter verlassen will, sondern sich dem RWE-Konzern mit direkten Aktionen entgegenwirft, bekommt es mit einer weiteren Truppe des Staates zu tun: Die in Roben und Uniformen. Auch deren Auftrag ist, Profitinteressen und ungleiche Eigentumsverteilungen zu sichern. Ob sie wollen oder nicht.

Am 8. August 2012 blockierten drei kunstvoll angekettete Personen die Gleise der Hambachbahn, also jener Zugverbindung, die täglich ca. 120.000 Tonnen Braunkohle direkt vom wachsenden Erdloch bei Hambach zum nahegelegenen Kraftwerk Niederaußem transportiert. Dass bei Abbau, Verladung und Verbrennung große Mengen Feinstäube, Radioaktivität und schließlich Verbrennungsabgase, u.a. Massen am klimawirksamen CO2 frei werden, stört AnwohnerInnen und UmweltschützerInnen, aber keine staatlichen Überwachungsstellen. Um den Wahnsinn zu stoppen, legten sich die Aktivisten also selbst wortwörtlich in den Weg. Zwei weitere Personen begleiteten sie zu der Blockadestelle, dienten der Polizei an Ansprechpartner und versorgten die Blockierer. Diesen beiden will die Strafjustiz nun den Prozess machen. Die Anklageschrift wirft ihnen vor, „den Betrieb eines für die Versorgung der Bevölkerung lebenswichtigen Unternehmens dadurch gestört zu haben“. Das ist ein heftiger Vorwurf und kann mit bis zu zehn Jahren Haft geahndet werden.
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Heil Braunkohle?

Ein Kommentar zu den Ereignissen beim „Braunkohletag“ vor dem IHK-Gebäude am 16.5.13, wo von den demonstrierenden Gewerkschaftler*innen auch Nazi-Parolen skandiert wurden.

Aufgeheizt war die Stimmung am gestrigen Nachmittag auf dem Börsenplatz, wo sich mehrere hundert rotbekappte, zum Großteil jugendliche IG BCE – Gewerkschaftler*innen und ca. 30 Braunkohlegegner*innen gegenüberstanden. Sie hatten offensichtlich für den Tag von RWE extra freibekommen, wurden in Reisebussen angekarrt, befanden sich in ausgelassener Klassenfahrtstimmung und wurden vor Ort reichlich mit professionell gedruckten Schildern, Trillerpfeifen und Plastiktröten ausgerüstet.
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IG BCE demonstriert gegen Braunkohle-Widerstand

Ein Text des Allgemeinen Syndikat Kölns zur pro Kohle Demo der IG BCE und den Anfeindungen ihrerseits gegen Anti-Kohle-Aktivist_innen. Den vollen Text mit Bildern gibt es hier.

Das Treffen der Braunkohlelobby in der Kölner Industrie- und Handelskammer (IHK) am 16. Mai wurde von einem seltsamen Polit-Theater begleitet: Trotz Dauerregen haben engagierte Bürger/innen, Umweltverbände und aktivistische Gruppen, wie ausgeCO2hlt, mit einer Protestkundgebung und einer Menschenkette versucht ein Zeichen gegen die klimaschädliche Braunkohle zu setzen. Das hatte jedoch die reformistische DGB-Gewerkschaft „Bergbau, Chemie, Energie“ auf den Plan gerufen.
Mehrere hundert Gewerkschaftsmitglieder, darunter zahlreiche Auszubildende, wurden in Bussen angekarrt, um für ihre Arbeitsplätze beim Energiekonzern RWE zu demonstrieren. Dabei kam es zu aggressiven Anfeindungen seitens der Belegschaft gegen die Umweltaktivist/innen und auch sexistische und homophobe Beleidigungen durch die meist minderjährigen „Hooligans“ der IG BCE blieben nicht aus.
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Bilder vom Protest gegen den Braunkohlentag

Pressemitteilung zur heutigen Umzinglung des Braunkohlentags

Bundesweiter Schulterschluss des Braunkohleprotests / Kohlelobby gefährdet Energiewende und Klimaziele / Massive Folgeschäden durch
Braunkohlentagebaue und Kraftwerke in Zeiten der Energiewende nicht mehr hinnehmbar / 10.000 Menschen von Umsiedlung durch Tagebaue bedroht

Köln, 16.5.2013: Anlässlich des Braunkohlentags in Köln protestieren Betroffene und Initiativen aus allen großen deutschen Braunkohlerevieren
gemeinsam mit Umweltverbänden und dem breiten Bündnis klima-allianz deutschland gegen die Versuche der Braunkohlelobby, die umfangreiche
Nutzung des klimaschädlichsten und schmutzigsten Energieträgers fürweitere Jahrzehnte in Deutschland fortzuschreiben. Unter dem Motto „Den Braunkohle-Irrsinn können wir uns nicht mehr leisten!“ bilden sie vor dem Tagungsgebäude eine Menschenkette und umzingeln mit einem gelben
Band, als Zeichen der Vernetzung des Braunkohleprotests und der Solidarität untereinander, symbolisch den Braunkohlentag in der Kölner
Innenstadt.
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Rezepte Teil 1: Wildsalat

Für das Rezept brauchst Du:

- Buchenblätter
- Vogelmiere
- Löwenzahnblätter und -blüten
- Waldampfer
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Heimliche Subventionierung: Bund zahlt noch mehr für Autobahnverlegung

Während RWE und die Braunkohlelobby diesen Energieträger stets dafür loben, dass er so unheimlich billig sei, und nicht subventioniert werden müsse, sind bei genauerer Betrachtung an allen Ecken und Enden heimliche Subventionierungen zu finden. So berichtet die Aachener Zeitung beispielsweise, dass die Verlegung der A4 (für Menschen die nicht aus der Region kommen: Ja, der Tagebau frisst sich nicht nur durch Wälder und Dörfer, sondern auch durch andere Heiligtümer des fossilen Kapitalismus, wie Autobahnen) zu 56,3 % vom Bund getragen werden und nur zu 43,7 % von RWE, obwohl RWE zu 100 % von der Abbaggerung der alten Autobahn profitiert. Während die Landes-CDU bei der Räumungsaktion im Hambacher Forst eine Anfrage im Landtag stellte, um zu skandalisieren, dass die Kosten von den Steuerzahler_innen getragen werden müssen, wird es diesesmal vorraussichtlich keine Thematisierung seitens dieser Partei geben, obwohl es um eine andere Liga bei der Höhe der Kosten geht: Zu den Anberaumten 152,9 Millionen Euro kommen laut Aachnener Zeitung Mehrkosten in der Höhe von 30 Millionen Euro hinzu. Die Verlegung der A4 ist aber nicht nur aufgrund der Kostenverteilung ein Skandal, sondern ebenfalls, weil die neue A4 so gelegt wird, dass sie direkt an Buir vorbeiführt. Dieser Ort, wird in Zukunft vielfachbelastet sein: Autobahn, ICE-Trasse und Kohlebahntrasse führen direkt vorbei und werden die einzige Trennung zwischen Buir und dem Tagebau sein.

Barrikaden zerstört – Das RWEmpire schlägt zurück?

Barrikaden zerstört? Hambacher Forst bleibt!
Am Mittwoch, den 08. Mai 2013, wurden durch waldarbeitende Menschen im Auftrag von RWE die Barrikaden im Hambacher Forst entfernt. Mit schwerem Gerät wurden die Barris zerstört und das Holz mitgenommen. Auch wenn Menschen diese Vorgänge nicht verhindern konnten, so wurden immerhin die Arbeiten erschwert und Film- und Fotomaterial davon aufgenommen. (mehr…)

Braunkohlentag 2013: Protestaktion mit Menschenkette und gelbem Band!

Ein Aufruf verschiedener Anti-Braunkohle-Initiativen und Umweltverbände zur Menschenkette gegen den Braunkohletag am morgigen Donnerstag. Wir unterstützen diesen Aufruf, genauso wie wir mit vielfältigen weiteren Aktionen sympatisieren würden.


Greenpeace-Protest gegen den letztjährigen Braunkohlentag in der Lausitz

Gemeinsam ein Zeichen gegen die klimaschädliche Braunkohle setzen!

16. Mai, 14.00 Uhr, Börsenplatz Köln

Am 16. Mai findet im Kölner IHK-Gebäude der alljährliche Braunkohlentag statt, auf dem sich die deutsche Braunkohlelobby mit ihren höchsten Repräsentanten feiert. Als Redner tritt auch NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin auf. In der Branche herrscht derzeit Goldgräberstimmung, denn im letzten Jahr legte die Braunkohleverstromung kräftig zu. Die Folgen: Die CO2-Emissionen sind gestiegen. Die Gesundheitsbelastungen durch Kraftwerke und Tagebaue sind weiter hoch. Die Braunkohlebagger zerstören ungehindert Jahrhunderte alte Kulturlandschaften und vertreiben die Menschen. Wertvolle Naturschutz- und Waldgebiete werden unwiederbringlich vernichtet. Und die Braunkohlelobby wirbt für die ungebremste Fortsetzung dieses Irrsinns mit provokant falschen Behauptungen wie „die Braunkohle ist der flexible Partner der Erneuerbaren Energien“.

In einem breiten Schulterschluss von Initiativen und Betroffenen aus allen drei großen deutschen Braunkohlerevieren, Umweltverbänden und der klima-allianz deutschland wollen wir am 16.5. vor dem IHK Gebäude in Köln gemeinsam ein deutliches Zeichen gegen die Braunkohle setzen!

Lasst uns den Plänen der Braunkohleindustrie für neue Tagebaue und Kraftwerke eine klare Absage erteilen! Fordern wir die Politik gemeinsam auf, endlich konsequent die Weichen in Richtung Energiewende und Klimaschutz zu stellen!

Die IGBCE hat vor dem Veranstaltungsort bereits eine große Demonstration mit 1000 Teilnehmer/innen angemeldet, um für die Braunkohle zu werben. Also, auf nach Köln! Wir freuen uns über möglichst viele Mitstreiter/innen und Unterstützer/innen!

Treffpunkt:
Wann: 16.5.2013, 14.00 Uhr
Wo: Edith-Stein-Denkmal (Börsenplatz, Ecke Kardinal-Frings-Str./Gereonstr.), Köln

Mehr Infos (ab 13.5.) unter http://braunkohle.kohle-protest.de

Sprendenaufruf: Brennholz und Digicam(s) ;-)

Ihr lieben Menschen!
Oft werden wir gefragt, was wir noch gebrauchen können, um unsere Infrastruktur aufrecht zu halten und der Umwelt- und Menschzerstörung durch RWE weiterhin mit Euch zusammen etwas entgegensetzen zu können.

Jetzt haben wir wieder eine dringende Idee und damit ne Antwort, der ein Spendenaufruf ist:

1. Wir brauchen Brennholz!

Auch wenn die Tage immer wärmer werden, ist dennoch Brennholz vonnöten und keins mehr da! Es wäre fantastisch, wenn Menschen hier was spenden und vorbeibringen wollen würden! Danke Euch!

2. Wir könnten einen, oder besser sogar zwei digitale Fotoapparate gebrauchen!

Das können sehr gerne alte und günstige Modelle sein, wenn wer noch was im Schrank hat, was als Dritt- oder Viert-Kamera keine Verwendung mehr findet, würden wir uns sehr freuen, wenn wir einen (oder zwei= Fotoapparate zur Dokumentation von Wald, Wiese, nichtmenschlichen Tieren und natürlich auch den Provokationen durch RWE und Sicherheitskräfte mehr hätten. Danke Euch auch hierzu!

Hambacher Forst bleibt – gemeinsam rütteln und schütteln an RWE und seinen Bütteln :-)

Und noch eine Studie die bestätigt: Kohlekraft tötet!

Wenige Wochen nachdem Greenpeace mit einer Studie für Aufregung sorgte derzufolge jährlich mehr als 3000 Menschen alleine in Deutschland aufgrund der Auswirkungen der Kohleverbrennung hierzulande sterben, veröffentlicht die NGO »Allianz Gesundheit und Umwelt« (HEAL) eine weitere Studie die zu einem ähnlichen Ergebnis kommt. Nach ihr sind es jährlich 2700 jährliche Todesfälle alleine in Deutschland. EU-weit auf 18200. Nach der Greenpeace-Studie hat die (Braun-) Kohlelobby der Umweltorganisation Panikmache und gezielte Desinformation vorgeworfen. Seltsamerweise war keiner der Kraftwerksbetreiber_innen bereit bei der Veröffentlichung der neuen Studie dabei zu sein, und vor Ort Stellung zu beziehen. Nach der Bestätigung der Gesundheitsgefahren ist die Strategie: Aussitzen und nicht hochkochen.
Die Kraftwerksbetreiber_innen – allen voran das RWE – sehen kein Problem in den tödlichen Auswirkungen ihres Tuns, denn alles fände im Rahmen gesetzlicher Grenzwerte statt.

Das hier hat die Achse des Guten zu der Studie zu sagen.
Long live Wurzeldeppism!

Gift im Hambacher Forst & Morschenich?!

Fleisch mit Gift (und Rasierklingen), sowie 3 tote Bussarde sind in den vergangenen Woche von Aktivisten der in der nähe der Besetzung am Hambacher Forst gefunden worden.
Das vergiftete Fleisch war an einer Straße am Rande Morschenichs gefunden worden, welche von vielen Menschen zum Spaziergang mit Hunden genutzt wird.
Die 3 toten Bussarde wurden alle im 100 meter Umkreis von Hochständen gefunden. Einer der Bussarde hatte noch immer Fleisch in der Klaue, was ein sehr plötzlichen tot Vermuten lässt,der wahrscheinlich durch Vergiftung erfolgt ist, da keinen erkennbaren Zeichen von Verletzungen des Vogels gab.
Ein „TopSec“ (Top Security Services) T-Shirt wurde 10m entfernt von einem der Kadaver gefunden, zudem gab es an dieser stelle Anzeichen für kürzlichen Forstarbeiten.
Aktuell gibt es keine Vorstellung davon, wer diese Dinge tut, wir behalten die Gegend genau im Auge, da es aktuell einige verdächtige Vorgänge gab. Etwa 11 Gewehrschüsse wurden in der Nähe des Camps am Abend des 1. Mai vernommen und ein großer silberfarbene Geländewagen fuhr in der Gegend rum.
Alle mit Information können gerne Kontakt mit uns aufnemen unter 015737345865 oder per Email: hambacherforst(ät)riseup.net

Hambacher Forst ist überall!

Derzeit gibt es viele Solidaritätsaktionen für den Erhalt des Hambacher Forstes. Die Passauer Neue Presse schrieb am 19.04: „Einen Farbanschlag verübten unbekannte Täter in der Nacht zum Freitag auf zwei Allianz- Filialen in Alt- und Neuötting: Offenbar mit Farbbeuteln wurden die Fassaden der beiden Niederlassungen verschmutzt. Gleichzeitig machten die Unbekannten mit einem „Bekennerschreiben“, das auch dem Anzeiger in den Briefkasten gelegt wurde, auf ihr Anliegen aufmerksam: Wie es in dem Schreiben heißt, wende man sich damit gegen die Ausweitung des Braunkohletagebaus durch die RWE im „Hambacher Forst“ in Nordrhein-Westfalen. Weil die Allianz Anteile an den RWE hält, habe man die Filialen angegriffen, so das Bekennerschreiben. Manfred Zallinger, Inhaber der Neuöttinger Agentur am Stadtplatz, kann über solche Aktionen nur den Kopf schütteln. Der Gebäudereiniger jedenfalls war schnell bestellt. Indes: Als Zallinger gestern seine Agentur in dem „bunten“ Zustand sah, war ihm „schon komisch“.“

Auf Indymedia Linksunten war folgendes zu finden: „Farbige Kritik und Soli-Erklärungen an der FU Berlin
Dilettantisch revolutionär trieb es Menschen in der Nacht vom 01. zum 02. Mai nach Berlin-Dahlem, um an der FU einige Erklärungen in Farbe zu hinterlassen. Die Universitäten gehören zu diesem Staat und System, sind Zentren der Macht und Kitt der bestehenden Verhältnisse. Besonders das Otto-Suhr-Institut mit seinen engen Verknüpfungen zu Frontex ist uns und anderen ein Dorn im Auge (Wir schrieben ans OSI: „SFB 700 No Justice No Peace“), daneben galt unsere Kritik der Bildungsinstitution allgemein (Wir schrieben an den Henry-Ford-Bau: „Leave FU, go live“).

Unser kleiner Angriff mag wenig ausrichten, aber ein bißchen finanziellen Schaden und auch Aufmerksamkeit erzeugen.
Unsere besondere Solidarität geht an die notwendigen und unterstützenswerten Besetzungen und Kämpfe um Freiräume, gegen Umweltzerstörung und für solidarisches, autonomes Leben im Hambacher Forst, la ZAD und im Susa-Tal (No TAV) (Was wir schrieben: siehe Fotos).

Bildet Euch! Bildet Banden!“

Auf der autonomen Demo zum 1. Mai in Wuppertal gab es ein schönes Transpi zum Hambacher Forst. Den Aufruf zu dieser Demo, in dem der Hambacher Forst auch erwähnt wird könnt ihr hier lesen.

Es ist gut zu spüren dass die eigenen Kämpfe auch an anderen Orten wahrgenommen und unterstützt werden. Weiter so.
Andersherum sei gesagt, dass auch im Hambacher Forst, oder auf der Wiesenbesetzung, andere Kämpfe wahrgenommen und nach Möglichkeiten unterstützt werden. So zum Beispiel der Kampf um den Erhalt des Autonomen Zentrums in Köln, das die Kündigung von der Sparkasse erhalten hat, die am 30. Juni endet. Kein Tag ohne Autonomes Zentrum!
Oder die Kämpfe der Flüchtlinge, z.B. mit der Refugees Revolution Bus Tour: Kein Mensch ist illegal!, die Auseinandersetzungen in Berlin und anderswo gegen Gentrifizierung und Zwangsräumungen: Jede Miete ist zu hoch!
Und natürlich die Kämpfe in der ZAD und im Valle de Susa nicht zu vergessen: vinci degage!

80% der in Deutschland befragten für Kohleausstieg!?

Greenpeace ist gerade dabei sich auf das Thema Kohle einzuschießen. Das ist begrüßenswert, ist dieses, klimatechnisch gesehen an vorderster Stelle stehende Thema, doch viel zu lange von der gesamten Umweltbewegung vernachlässigt worden. Zuerst kam die Gesundheitsstudie, laut der eine Studie belegt, dass jährlich 3.100 Menschen an den Folgen des Feinstaubs aus Kohlekraftwerken sterben. Dann wurde gestern das „Schwarzbuch Kohlepolitik“ veröffentlicht, in dem der Filz zwischen Politiker_innen und Kohleindustrie aufgedeckt wird. Heute veröffentlicht Greenpeace das Ergebnis einer Umfrage laut der 80% der befragten Menschen in Deutschland für einen Kohleausstieg sind. Das klingt erst einmal sehr positiv und hatte in den Medien den gewüschten Effekt. Allerdings gilt es sich diese Umfrage genauer anzuschauen: Als Optionen gab es nämlich nur: „Ich will einen Kohleausstieg ‚bis 2030′, oder ‚bis 2040′“
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Am 16. Mai tagt die Kohlelobby in Köln

Am 16. Mai treffen sich die Braunkohlelobby aus Vertretern der großen Energieunternehmen, Politikern und Verwaltungsleuten (z.B. Bezirksregierung) zum Braunkohletag in der IHK in Köln (manche werden sich vielleicht nicht entscheiden können: „Gehe ich heute als RWE, oder als Politiker_in, oder heute mal als Verwaltungsmensch, hm vielleicht als alles“. Es ist Zeit der Braunkohlelobby zu zeigen, dass ein Treffen in Köln, die Millionenstadt die genau in Windrichtung der Braunkohlekraftwerke und Tagebaue liegt und so eine schwer toxische Luft herübergeweht bekommt, dass ein Treffen in dieser Stadt kein Heimspiel mehr für sie sein kann. Tragen wir also unseren Protest und Widerstand auf vielfältige Weise an diesem Tag auf die Straßen Kölns und vor die Tore der IHK. Überlegt euch selber was ihr an diesem Tag beitragen wollt und/oder achtet auf weitere Ankündigungen.

Was hat Braunkohleabbau mit Reclaim the Fields zu tun?

Ein Hintergrundtext darüber warum das Reclaim the fields Camp dieses Jahr im Rheinland gegen Braunkohleabbau stattfindet:

2013 wird das Reclaim the Fields Camp gemeinsam mit dem Klimacamp im Rheinland stattfinden.
Mit dem folgenden Text soll aufgezeigt werden, weswegen die Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels, sowie die Zerstörung und Enteignung von Land weltweit zusammen gedacht werden müssen. Und somit auch, das Klima- und RtF-Camp dieses Jahr verknüpft und die Kämpfe gemeinsam gekämpft werden.
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