Archiv für Dezember 2013

Tagebucheintrag

Liebe Leser_innen,
mein Name ist Tim. Ich bin einer der Baumbesetzer_innen des zurzeit wieder besetzten Hambacher Forstes bei Köln ( D ).
Dabei geht es um den Widerstand gegen den hier stattfindenden Kohleabbau durch RWE.
Vor dreieinhalb Monaten habe ich ein Teilstück des Hambacher Forstes mitbesetzt.
Derzeit lebe ich in einem Baumhaus in einer ca. 200 Jahre alten Rotbuche, in etwa 20 Meter höhe. Die Buche selber ist 30 Meter hoch, ich nenne sie Tèstimo. Téstimo kommt aus dem Katalanischen und steht für „ich Liebe“.
Um euch diesen Protest und die Hintergründe näher zu bringen habe ich die folgenden zwei Texte aus meinen Aufzeichnungen digitalisiert und mithilfe von anderen Aktivist_innen zur Veröffentlichung gebracht.
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Datteln und Sekt für NRW-Grüne wegen Zustimmung für Kohlekraftwerk Datteln

Am vergangenen Freitag, 20.12., gratulierten Aktivist*innen den NRW-Grünen zu ihrer Befreiung von einengenden Idealen. „Jetzt können sich die Grünen ganz unbeschwert am Neubau von Kohlekraftwerken beteiligen. Wir ziehen an einem Strang“, betonte der als E.ON-Vertreter verkleidete Klimaaktivist Sebastian Schwarz. Durch die Zustimmung der rot-grünen Landesregierung zum Zielabweichungsverfahren könnte Datteln 4 doch noch ans Netz gehen. „Für diese energiepolitische Meisterleistung überreichen wir den Grünen den Goldenen Schornstein. Ihr Wendehals ist eine Augenweide“, schwärmt Sebastian Schwarz während er Sekt und frische Datteln an die überraschten Grünen-Mitglieder verteilt.

Lest hier die gesamte Pressemitteilung.

Widerstand von breitem Bündnis angekündigt

Das Bündnis aus diversen Umweltgruppen das derzeit die Kampagne gegen RWEs Repression: „Nicht wir müssen Protest unterlassen – Kohle unten lassen“ fährt, hat eine neue, untenstehende, Pressemitteilung veröffentlicht, in der es breiten Widerstand ankündigt, für den Fall dass Konzerne und Politik nicht von der Kohlekraft abrücken werden. Aktive aus dem Hambacher Forst sind Teil des Bündnisses.


+ + Kohlekraft heißt Widerstand + + Ziviler Ungehorsam gegen Kohlekraft ist legitim + +

Umweltgruppen kündigen Protestaktionen an wenn Energiewirtschaft und Politik nicht von Kohlekraft abrücken. Solidarität aus Wissenschaft und Politik.

Vor dem Hintergrund eines drohenden energiepolitischen Rollbacks der Großen Koalition formiert sich das Umweltlager. Zahlreiche namhafte Umweltgruppen und Einzelpersonen unterstützen eine Kampagne. die Widerstand gegen Kohlekraft bis hin zu zivilem Ungehorsam für legitim hält. Im Rahmen der Kampagne forderten in den letzten 10 Tagen über 1500 Personen den Energiekonzern RWE zu einem Ausstieg aus der Kohlekraft auf. Sollten klimapolitisch notwendige Schritte weiterhin ausbleiben, so heißt es in ihrem Brief, „sind [wir] moralisch dazu verpflichtet, angesichts der eindeutigen Gefahrensituation, die Unterlassungsansprüche unseres Mandanten [des Weltklimas] ohne weiteres auf dem Aktionsweg durchzusetzen“.
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Spendenaufruf

Immer wieder kommt es in den letzten Monaten zu Polizeieinsätzen wie vorgestern, bei denen Infrastruktur der Aktivist_innen zerstört wird – hauptsächlich auf dem Boden, aber auch in den Bäumen. Da Klettermaterial leider kostspieleig ist geht das auch ganz schön auf die Finanzen. Deshalb wollen wir hier ausnahmsweise einmal einen Spendenaufruf tätigen, was wir ungerne tun, da das Engamement für den Erhalt des Hambacher Forstes nicht darauf ausgerichtet ist möglichst viele Spendengelder einzutreiben – wie das bei vielen NGOs leider der Fall ist. Stattdessen wollen wir Menschen motivieren selber aktiv zu werden. Da wir nun aber Geld brauchen um weiterhin mit Klettertechnik im Hambacher Forst aktiv zu sein, bitten wir unsere Unterstützer_innen darum zu überlegen ob sie etwas Geld spenden können. Hier geht es zu den Kontodaten. Beim Hambacher Forst geht jeder Cent Spendengeld direkt in Aktionen, und nicht in Verwaltungsstrukturen wie bei vielen NGOs.

Polizei ist weg

Mit Sonnenuntergang haben sich auch die letzten weiß Behelmten aus dem Staub gemacht. Möglich, dass es morgen oder kommende Woche weiter geht, ebenso möglich, dass es ihnen jetzt erstmal reicht.
Nach wie vor werden alle herzlich Willkommen geheißen mit anzupacken und/oder einfach mal vorbei zu schauen zum Kaffee und Tee trinken, debattieren, diskutieren, quatschen…

Liebe und Anarchie!

Polizei im Hambacher Forst

10:40 Uhr
Derzeit befindet sich ein weiteres Mal Polizei, RWE, und Feuerwehr auf der Waldbesetzung im Hambacher Forst.
Es kann wie die letzten Male bloß darum gehen Infrastruktur am Boden zu zerstören, es kann aber auch eine Räumung sein.
Kommt vorbei wenn ihr könnt!
11:40Uhr
Es sind anscheinend Kletterer oder Hebebühnen im Einsatz. Eine im bau befindliche Plattform wurde aus dem Baum geschnitten.
12:40
Es wird immer mehr schweres Gerät in den Wald gebracht. Es gibt allerdings noch keine eindäutigen anzeichen für eine Räumung.
14:00
Das Sprengstofkomando aus Köln ist dort und und schiest mit einer art Schrotflinte auf den Boden. Es sind Explosionen zu hören, die von den „Spezialisten“ verursacht werden.

Infoveranstaltungen über den Widerstand im Rheinischen Braunkohlerevier

…gegen das Kapitalistische Dreckssystem in all seinen Ausläufern.

Im Rheinischen Braunkohlerevier (NRW) zwischen Köln, Aachen und Mönchengladbach befindet sich Europas größter Tagebau mit einem Umfang von 8×10 km, in dem RWE Braunkohle abbaut. Hierfür wird der ehemals über 5.500 Hektar große Hambacher Forst, der zu einem der ältesten Wälder Westeuropas zählt abgeholzt, ganze Dorfgemeinschaften vertrieben durch drohende Enteignung, die Luft durch radioaktiven und schwermetallhaltigen Feinstaub verpestet. Ermöglicht wird dies durch Nazigesetze aus dem 3. Reich.

Auch fruchtbares Ackerland fällt den Baggern von RWE zum Opfer,die lokalen Landwirt_innen werden vor ein Fragezeichen gestellt, manche wandern aus, da sie hier keine Perspektive mehr sehen. Für die Lebensmittel, welche hier nicht mehr angbaut werden können, werden Indigene und Kleinbäuerliche Betriebe im Ausland in den Ruin getrieben und vertrieben.

Andere müssen auf Grund der drastischen klimatischen Veränderungen fliehen, Festung Europa treibt viele von ihnen in den Tod.

Der gewonne Strom geht jedoch nur zu einem Teil in die Haushalte, viel geht zurück in den Tagebau, in die Pharma- und Waffenindustrie und in die
durch RWE gebauten Neubausiedlungen der umgesiedelten Dörfer, die dem Tagebau weichen mussten.

Seit April 2012, nun mehr als eineinhalb Jahren ist der Hambacher Forst besetzt. Auf die zwischenzeitige Räumung, die aufgrund einer spektakulären
Tunnelaktion durch die Medien ganz Deutschlands und teilweise im Ausland bekannt wurde, folgten weitere Besetzungen, die seither bestehen.
Der Widerstand ist breit und vielfältig, von Betroffenen bis Aktivist_innen aus der ganzen Welt, von Sabotageakten bis Gerichtsverfahren ist alles dabei.

Über Europas Klimakiller Nr.1 und den Widerstand dagegen berichten Waldbesetzter_innen am

Mi. 18.12.13 um 19Uhr im AZ Aachen + VolxKüche

Do. 26.12.13 um 19Uhr im Sielwallhaus, Sielwall 38, Bremen

Nicht wir müssen Protest unterlassen!

Heute startet die Kampagne eines breiten Bündnis‘ gegen die Repression von RWE gegen Anti-Kohle-Aktivist_innen. Der geforderten Unterlassungserklärung die RWE an Aktivist_innen gestellt hat wird erwiedert mit der Forderung nach einer Unterlassungserklärung von RWE, dass Klima weiter zu zerstören.
Selber eine Unterlassungserklärung an RWE schicken könnt ihr hier:

Repression? Du bist nicht allein!

Seit einiger Zeit trudeln immer mehr Meldungen von Menschen ein, die Post von Rechtsanwälten bekommen haben, bezüglich der Aktionen die im Sommer im Rheinland stattgefunden haben.

Wenn du auch Post bekommen hast, insbesondere eine sogenannte Unterlassungsverpflichtungserklärung dann melde dich doch bitte so schnell als möglich.

Schreibe an folgende Emailadresse:

klimacamprepression (Ät) nirgendwo · info

Infotour im Norden

Seit April 2012 ist der Hambacher Forst (NRW) besetzt. Warum? – Weil der Wald RWE und dessen voranschreitenden Braunkohletagebauen im Weg ist und komplett kahlgeschlagen werden soll. Hier zeigt sich Europas Klimakiller Nummer 1 in seiner vollen Hässlichkeit.

Der Hambacher Forst (NRW) ist einer der ältesten Wälder Westeuropas und erstreckte sich einstmals über eine Fläche von ca. 5.500 Hektar.
Seit 1978 wurden große Teile dieses Waldes durch den Braunkohletagebau von RWE zerstört – geplant ist die gänzliche Rodung dieses Ökosystems und die Verwandlung der Landschaft in ein 400 Meter tiefes Loch.

Ganze Ortschaften müssen dem sich immer weiter ausbreitenden Tagebau weichen, die Luft ist durch radioaktiven und schwermetallhaltigen Feinstaub vergiftet. Allein im Tagebau Hambach werden jährlich 248 Tonnen Uran bewegt.
13 % des CO2-Ausstoßes Deutschlands stammt alleine aus dem Rheinischen Braunkohlerevier – damit befindet sich hier Europas größte Quelle der Klimazerstörung. Der „gewonnene“ Strom geht zur Hälfte in die Industrie – und Rheinmetall und ThyssenKrupp sitzen direkt nebenan.

Um sich diesem ganzen Wahnsinn in den Weg zu stellen, wurde der Hambacher Forst bereits im April 2012 besetzt. Inzwischen besteht die zweite, die „Wiesenbesetzung“ schon durchgehend seit einem Jahr und die neue Waldbesetzung gibt es auch schon seit über drei Monaten.

Es geht nicht nur um den Wald, es geht um den ganzen Planeten…

Die Info- /Mobi-Veranstaltung zu dem Thema findet statt an folgenden Terminen:
10.12., 18 Uhr, Neumünster, AJZ
11.12., 19 Uhr, Kiel, Aubrook
12.12., 18 Uhr, Rendsburg, T-Stube