Aufruf zum Herrschaftskritischen Barrio


Ab dem 30. Juli findet das herrschaftskritische Barrio auf der Besetzung statt! Hier der von uns in mühevoller Arbeit geschriebene Aufruf:

Die Hambachbahn rattert durchs Morgengrauen. Sonnenstrahlen schlagen durch die übrigen Baumwipfel des Hambacher Forsts. Einige Schemen gleiten unter der Brücke über dem Gleis hinab. Die Räder quietschen, und nur mit Mühe kommt der tonnenschwere Kohlezug vor der Blockade zum stehen. Die Aktivist_innen entrollen ein Transparent mit der Aufschrift:
„Symbolischer Protest wird langweilig!“
Macht mit! Macht’s nach! Macht’s besser!
Ende Juli bringt das Klimacamp wieder den Braunkohlewiderstand im Rheinischen Revier zusammen. Aber wir fallen derweil nicht in Sommerschlaf!
Auch bei uns wird Leben sein! Wir laden ein zum herrschaftskritischen Barrio auf der Besetzung, als Unterstützung und Bereicherung des Klimacamps, und um denen, die nach Ordnung trachten, das Leben ein wenig schwerer zu machen! Durch Aktionen an verschiedenen Orten wird eine unkontrollierbare Situation geschaffen.
Das Barrio beginnt am 26. Juli auf dem Klimacamp, am 30. Juli, zwei Tage vor dem Aktionstag gegen Braunkohle (1. August), zieht es um auf die Wiesenbesetzung. Es ist Teil des Klimacamps im Rheinland 2014 – auch wenn wir zeitweise räumlich getrennt sind.
Lasst uns Wege finden, um direkt gegen Herrschaft anzugehen. Keine Appelle – direkte Aktion!
Es wird täglich ein Shuttle zwischen Klimacamp und nd Besetzung geben. Kommt vorbei, nutzt die Workshops, bildet Banden!
Das Barrio und die Besetzung sind Open-End – BLEIBT!

RWE und Staat zerschlagen!
Für mehr Bäume und ein Leben in Freiheit!
Packt eure sieben Sachen und schwingt euch her!


12 Antworten auf „Aufruf zum Herrschaftskritischen Barrio“


  1. 1 Kay Löffler 16. Juli 2014 um 23:23 Uhr

    Ihr wollt einen demokratisch gewählten Rechtsstaat „zerschlagen“? – Ihr werdet keinen anderen Staat finden, der euch mehr Rechte und Schutz gewährt als dieser, da mache ich jede Wette. Und ohne Staat werdet ihr nicht überlebensfähig sein, auch da wette ich drauf.

  2. 2 TITO 22. Juli 2014 um 22:06 Uhr

    @Kay Löffler – Diese Prahlereien dürfen Sie jetzt schon verloren geben! Es ist nämlich nicht der Staat gewählt, sondern nur die Regierung. Das totalitäre System können Sie nicht abwählen, das muss tatsächlich erst zerschlagen werden damit es in Zukunft nicht mehr da ist. Dazu ist ein eigener Staat so entbehrlich wie ein Loch im Kopf, es reicht aus die noch vorhandenen Staaten so aufzustellen dass sie es nicht überleben werden uns zu ermorden.

    Kostenfreier Tipp: Werden Sie endlich mal erwachsen!

  3. 3 Niklas 23. Juli 2014 um 12:15 Uhr

    In einem totalitären Staat gäbe es Euren Protest nicht. Ihr wärt alle im Arbeitslager oder hingerichtet.
    Gut !! dass dieser Staat nicht totalitär ist.

  4. 4 Willi Stock 23. Juli 2014 um 17:53 Uhr

    @ Kay Löffler

    Mit Tito spricht der Chefideologe der revolutionären Zellen, dem eine schön neue Welt a la Pol Pot oder anderen Größen der Arbeiter- und Bauernstaate vorschwebt. Nomen est Omen…

  5. 5 lila 25. Juli 2014 um 0:16 Uhr

    Staaten die mehr Geld für Waffen übrig haben als für Nahrung sind nicht demokratisch. Es ist Fakt das nur ein Bruchteil der Billionen die für Waffen ausgegeben werden den Welthunger stillen könnten- es wird aber nicht getan. Was ist daran demokratisch?
    Es ist auch klar dass viel zu viele Kinder in diesem Land zu Hause misshandelt werden und z.B. in Kinderdörfern untergebracht werden. Die SOS- Kinderdörfer finanzieren sich aus Spenden der „Bürger“ dieses Landes. Was wird denn da mit den Steuergeldern gemacht?
    Und was ist daran demokratisch dass Geld für Waffen da ist aber dafür nicht und dass die Steuerzahlenden „Bürger“ NICHT MITBESTIMMEN können was mit ihren Steuern finanziert wird?
    Es ist Geld da und zwar viel für die Weltraumforschung, wo kommts her? Na Steuern! Und ist die Kinderbetreuung ausreichend gewährleistet? Ist die Freiheit wo nd wie wir Kinder zur Welt bringen gewährleistet? Nein! Weil uns wird erzählt da sei kein Geld für da! Aber um Gartenbauprojekte in abgeschlossener Atmosphäre auffem Mond zu machen – und das is kein Witz da wird wirklich dran geforscht!!!!- da sind Ressourcen da. Da wird kostbare Lebensenergie reingeleitet. Und wer hat mich gefragt und was zählt meine Stimme da?
    Das is kein Staat in dem ich leb und auch keine Demokratie sondern ausgemachter WAHNSINN

  6. 6 Peter Illert 28. Juli 2014 um 16:12 Uhr

    Löblicher Ansatz,die Herrschaftskritik – aber schwer in der Umsetzung. Es ist auch leichter radikal zu sein, wenn mensch sich nur an einem Einzelaspekt der politischen Gesamtthematik abarbeitet.Denn mit der Lösung des Einzelaspekts (z.B. Kohlestopp sofort) gibt es noch lange keine allgemeine Lösung für alle.

    In dieser Hinsicht bleibt auch die Blockade eines Zuges ein rein symbolischer und appellativer Akt.

    Es ist positiv, dass die gaaanz direkten Basics stimmen-
    Dass fest davon ausgangen wird -auch von Euch im Aufruf – dass der Lokführer anhält. So wie der Lokführer davon ausgeht, dass die Demonstranten ihn nicht angehen.
    Und es eben nicht zur Privatisierung von Gewaltanwendung kommt.
    Sonst sind offene Strukturen wie ein Klimacamp nicht mehr möglich.
    Das Gewaltmonopol des Staates war mal eine grosse Errungenschaft, auch wenn es im vergangenen Jahrhundert in Deutschland
    schlimm missbraucht wurde.
    Der anarchistische Slogan „Weniger Staat- mehr Gesellschaft“ funktioniert nur, wenn die Gesellschaft ihre Konflikte möglichst herrschaftsfrei und gewaltarm austrägt.

  7. 7 TITO 29. Juli 2014 um 15:33 Uhr

    Re: 23. Juli 2014 um 12:15 Uhr – Gell, schlimm ist erst wenn sie sich nichts Schlimmeres mehr vorstellen können?

    Re: 23. Juli 2014 um 17:53 Uhr – Noch nie gab es so viele todessehnsüchtige Konzernpropagandisten mit mangelhaften Geschichtskenntnissen wie heute!

    Im Ernst, für solche wie sie hamwa ein ganz Besonderes Schmankerl: https://www.youtube.com/watch?v=0GKzqczWEJk

  8. 8 Kay Löffler 22. August 2014 um 23:54 Uhr

    Tito, bei Beginn der Besetzung 2012 und bei meinen Besuchen zwecks Anlieferung von Wasser, Kartoffeln und Klamotten und Wein, habe ich schon einige kennen gelernt. Ich habe nicht den Eindruck, dass Du für alle sprichst. Und das, finde ich, ist ein beruhigender Gedanke :-)
    Das es diesem Staat mal an jenem und mal an anderem mangelt, das mag sein. Aber du erschießt Dich doch auch nicht, wenn Du ein Furunkel am Arsch hast, oder? Du versuchst, das kranke zu heilen, nicht den ganzen Körper durch Tötung zu zerstören.

    Zur Kenntnis, was einen totalitären Staats ausmacht:
    „…Typisch sind somit die dauerhafte Mobilisierung in Massenorganisationen und die Ausgrenzung bis hin zur Tötung derer, die sich den totalen Herrschaftsansprüchen tatsächlich oder möglicherweise widersetzen. Als politisches Gegenmodell zum Totalitarismus gilt der demokratisch-freiheitliche, materielle Rechtsstaat mit der durch Grundrechte, Gewaltenteilung und Verfassung gewährleisteten Freiheit der Staatsbürger…“ (Quelle: Wikipedia)
    Niklas hat Recht: In einem totalitären Staat würde es euren Protest in dieser Form nicht lange geben. – Und „ihr“ hättet noch keinen Prozess gewonnen und wärt längst unter irgendwelchen Vorwänden inhaftiert.

  9. 9 Kay Löffler 26. August 2014 um 18:07 Uhr

    Und das lässt den Schluss zu, dass wir in keinem totalitären Staat leben. – Und dass Du, Tito, Feindbilder aufbaust. Feindbilder aber benötigt nur, wer zu schwache Argumente hat, um das eigentliche Übel zu bekämpfen.

    Beim gewaltfreien Kampf gegen das eigentliche Übel aber, da habt ihr mich auf Eurer Seite.

  10. 10 Administrator 08. Oktober 2014 um 19:35 Uhr

    @Kay Löffler: Beweis des Gegenteils

    Willst du dich jetzt für deine eklige Anmache entschuldigen?

  11. 11 Kay Löffler 29. Oktober 2014 um 22:31 Uhr

    @ Administrator: Den Beweis „Totalitärer Staat“ bleibst Du mit Deinem Link schuldig. Dort werden die Taten einzelner Menschen (die im übrigen nicht im Auftrag des Staates handeln) beschrieben.
    Und was soll „eklige Anmache“ heißen? Sind Dir die Argumente ausgegangen?

  12. 12 Demokratie nur besser als Faschismus? 22. November 2014 um 23:46 Uhr

    Hallo Kay Löffler,
    warum eigentlich wird „unsere Demokratie“, d.h. Unterdrückung von Minderheiten mittels Mehrheitsabstimmungen, immer gelobt, indem sie mit Faschismus verglichen wird. Ganz schön arm, wenn das der entscheidende Vorzug ist.
    Als weißer Mittelklassemann hast Du es bestimmt schwierig, Gelegenheiten zu finden, an welchen Stellen der Staat brutal Macht spüren lässt. Doch vielleicht wirst Du auch einmal Zeuge von rassistischen Kontrollen , oder hörst von Menschen, dass sie im Polizeigewahrsam misshandelt oder unter sexistischen Sprüchen oder übleren Übergriffen durch Beamte zu leiden hatten.
    Kleiner Tipp: Jenseits des politisch verordneten Rassismus kannst Du die Staatsgewalt immer dann beobachten, wenn der Fetisch des Eigentum in Gefahr ist. Und: Gewalt beginnt nicht erst beim Knüppel auf der Straße oder im Wald, sondern auch, wenn Joachim Gauck als Bundespräsident die Kriegstrommel rührt. Bitte mach es Dir nicht zu einfach und begib Dich mal wieder auf eine Recherchereise, um mit Betroffenen zu sprechen.
    Bis dahin hilft dir vielleicht die folgende Seite, ein paar Einblicke in den Abgrund von Verfassungsschutz, Bundeskriminalamt, den regionalen Polizeibehörden und Bundesnachrichtendienst zu erlangen: nsu-watch.info
    Es wäre unsinnig, sich daran zu klammern, dass dieser Staat (noch) nicht totalitär ist – hat eigentlich schon jemand die Indoktrination in Schule und Medien hin zu Konsum und Kapitalmarktlogiken thematisiert? – sind die Gesetzesänderungen (Otto-Katalog) der letzten 15 Jahren nicht beunruhigend genug?
    Gegen wen wird alles gehetzt, ohne dass es viel Anstoß erregt – „Islamisten“, Terroristen, Pädophile – alle Einschränkungen von Grundfreiheiten können (über)morgen auch gegen Dich eingesetzt werden, wenn Du gegen Enteignungen kämpfst, oder nichts weiter tust, als mit Bekannten über Politik zu chatten – wie z.B. auf diesem Blog. Naivität schützt nicht davor, schleichend Rechte zu verlieren. Rechte, die ohne den staatlichen Kontrollapparat garnicht eingeschränkt werden würden.
    Und wie kommst Du eigentlich darauf, wir wären ohne staatliche Institutionen nicht überlebensfähig? Diese Behauptung wirkt eher hilflos und aus der Luft geholt angesichts der Tatsache, dass die Wald-und-Wiesenbesetzungen trotz wiederholter Angriffe von Polizei und RWE-Schergen immer wieder von Menschen aufgebaut werden, die genau wissen, dass sie vom Staat nichts zu erwarten haben als Gewalt.
    Zerstörung und Gewalt gehen in der Hierarchie von Besitz und Macht immer von oben nach unten. Nur wenn es anders herum ist, wird ein öffentlicher Skandal daraus. Halt die Augen offen!

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