Anschlag auf Infomobil

Erneut wurde in Buir das Privatfahrzeug eines treuen Unterstützers, das als Info-Fläche für den Widerstand (Aushang als PDF, 1.5MB) genutzt wurde, schwer beschädigt. Vor einiger Zeit wurde es schon einmal besprüht und das Infomaterial entfernt, diesmal wurden sogar Scheiben eingeschlagen. Es folgt eine Schilderung vom Besitzer des Autos:

Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin,

mein Nachbar klingelte soeben bei mir an, wir sind dann gemeinsam zu meinem Infomobil gefahren:

Die Heckscheibe und die Seitenscheiben an der Fahrerseite meines Pkw sind eingeschlagen, die Plakataushänge (siehe Datenanhang) zerstört. Das mutmaßliche Tatwerkzeug befindet sich noch im Wageninnern: eine
Axt.

Hat jemand aufgrund des Tatwerkzeuges bzw. der Umstände der Tat Hinweise auf den bzw. die Täter oder auf den möglichen Täterkreis, aus Buir, von auswärts, etc.? Die Axt scheint kaum bzw. lange Zeit nicht genutzt worden zu sein? Wer kennt jemanden, der solche Äxte verwendet und/oder in seinem Besitz gehabt hat? Nach dem Tatvorhaben hätte man wohl eher erwartet, dass zur Ausführung der Tat ein Hammer benutzt worden wäre, aber keine Axt. Möglicherweise ist die Axt dem Täter entglitten und dadurch in den Innenraum des Wagens gelangt, der Kopfteil der Axt könnte noch mit Glasresten bedeckt sein, lässt sich nicht genau erkennen, die Polizei schien dem keine weitere Bedeutung beigemessen zu haben.

Der Hinweis auf die fachmännisch-kriminologische Spurensicherung der Abteilung Staatsschutz wurde „in den Wind geschlagen“, statt dessen wurde Wert auf die Feststellung gelegt, es handele sich nicht um die „Dorfpolizei“, sondern um das Polizeikommissariat Kerpen.

Ich hatte meinen Personalausweis vorzulegen, festgenommen wurde ich dieses Mal nicht, es wurde nicht wahrheitswidrig behauptet werden, ich hätte „herumgepöbelt“, wie seinerzeit aus Anlass meiner Verhaftung im Protest- und Widerstandscamp gegenüber dem WDR, im Übrigen war auch ein Zeuge anwesend.
Dies ist bereits der zweite Anschlag auf meinen Pkw, die Plakataushänge an der Außenwand des Hauses erzenicher Straße 57 sind ebenfalls zerrissen. Der erste Anschlag hatte einen Schaden von rd. 6.000 Euro verursacht, die Höhe des jetzt entstandenen Schadens ist nicht bekannt.

Zuständig dürfte die Abteilung Staatsschutz und deren Spurensicherung sein, die Dorfpolizei wird wohl kaum der richtige Ansprechpartner sein.

Bitte, teilen Sie mir doch mit, an wen ich mich wenden soll, damit eine Aussicht auf Erfolg erhalten bleibt, den Anschlag anhand der 24-stündigen Videoaufzeichnungen der Bank bis zu 7 Tage vor und nach dem Anschlag
fachmännisch-kriminologisch aufzuklären. Vorsorglich habe ich Fotos von dem Schaden gemacht, meine Kamera ist allerdings nicht die beste.

Der angebliche Hausmeister der Bank, nach eigenen Angaben wohnhaft in einerMietwohnung der Bank, sprach mich unaufgefordert an und drängte darauf, die Scherben zu beseitigen (Zeuge: mein Nachbar), dazu sei er verpflichtet, spätestens Montag morgen. Der angebliche Hausmeister der Bank wurde auf die Strafbarkeit eines derartigen Verhaltens hingewiesen (Strafvereitelung / Beweisunterdrückung) und ggf. weitere Anweisungen der Polizei abzuwarten.
Ich kündigte an, ihn auch noch schriftlich darauf hinzuweisen, … das könne ich getrost machen.

Wer könnte der Täter gewesen sein? Gegebenenfalls: Wer ist bzw. sind seine Auftraggeber?

Das beschädigte Auto wollte ich an Ort und Stelle als Symbol dafür stehen lassen, wie mit dem Grundrecht der Meinungsfreiheit hier umgegangen wird. Aus diesem Grunde hatte ich noch am Montagnachmittag das Infomobil mit weiteren, unbeschädigten Plakataushängen versehen.

Um diese symbolische und tatsächliche Wirkung des Infomobils zu vereiteln, hat die Bürgermeisterin der Stadt Kerpen, Frau Marlies Sieburg, nach siebenstündigem „Telefonterror“, genannt: mündlicher Verwaltungsakt, noch am Montagabend kurz nach 19.00 Uhr – weit außerhalb der üblichen Dienstzeiten, so wichtig war der Stadt Kerpen offensichtlich diese Angelegenheit – ihren Mitarbeiter des Ordnungsamtes, Herrn Esser, begleitet von einem Kollegen, zum Tatort beordert und zum sofortigen Entfernen des Infomobils aufgefordert. Unmittelbar nach Eintreffen der „Stadtsoldaten“ am Tatort tauchte – zur Unterstützung der Stadt (?) – von der Eichemstraße kommend, auf, ein Polizeiwagen von der Eichemstraße kommend auf. Man begrüßte sich überschwenglich und freund(schaft-[?])lich, Herr Esser lief sofort (und erleichtert[?], Verstärkung eingetroffen, auf Abruf bereit, so mein Eindruck), man wechselte einige Worte, Herr Esser kehrte zurück. Auf entsprechenden Hinweis: Polizei auf Bestellung, verneinte Herr Esser ausdrücklich: Polizei rein zufällig hier.

Trotz weisungsgemäßem Beginn der Sicherungsmaßnahmen meinerseits an dem Fahrzeug („Gefährdung der öffentlichen Sicherheit“) bereits ab 18.00 Uhr und trotz mehrseitig ausführlich und schriftlich begründetem Hinweis auf das Grundrecht der freien Meinungsäußerung hat die Bürgermeisterin der Stadt Kerpen, vertreten durch Herrn Esser vom Ordnungsamt, nach Weigerung zum Entfernen des Infomobils den Abschleppdienst eingeschaltet und den Auftrag zur zwangsweisen Entfernung des Fahrzeuges erteilt.

Gegen 20.00 Uhr traf der Abschleppdienst ein. Unter Androhung der über die bereits entstandene Anfahrpauschaule weit hinausgehenden Übel: Abschleppkosten, Standgeld, Rückholung des Fahrzeuges, habe ich den Wagen dann in persönlichen Gewahrsam genommen.

Ansonsten hätte zugleich eine erhöhte Gefahr der von der Stadt Kerpen nahegelegten Spurenbeseitigung bestanden: Die Stadt Kerpen hatte den weiteren Einsatz des Infomobils davon abhängig gemacht, dass zuvor sämtliche beschädigten Scheiben mit den dort angebrachten Plakataushängen zerschlagen und durch neue Scheiben ersetzt wurden.

Dem wollte ich mich nicht anschließen. Bereits zuvor hatte die Polizei einen möglichen Hinweis auf den bzw. die Täter unbeachtet gelassen: Den Hinweis in der Handschrift des möglichen Täters auf einem der Aushänge „Du Arschloch“.

Der Abschleppwagen war noch nicht ganz weg, da ließ die Bürgermeisterin der Stadt Kerpen bereits die auf dem Boden befindlichen Scherben und „Papierschnitzel“ durch ihren Mitarbeiter vom Ordnungsamt, Herrn Esser, persönlich entfernen, einen dieser „Papierschnitzel“ mit dem vorgenannten handschriftlichen Vermerk hatte ich bereits vorher sichergestellt, davon hatte aber weder die Stadt Kerpen noch die Polizei Kerpen Kenntnis.

Ich weiß nun gar nicht mehr, was ich von dieser Angelegenheit und diesem Staat halten soll, eine Hiobsbotschaft jagt die andere …, die nächste erwartete mich am Dienstag, den November 2014, um 12.15 Uhr, vom Finanzgericht Köln … .

Mit freundlichen Grüßen

Kurt Claßen


8 Antworten auf „Anschlag auf Infomobil“


  1. 1 Wolfgang 11. November 2014 um 18:31 Uhr

    Fiktiver – oder inszinierter Anschlag – LACH !!

    Wer könnte der Täter gewesen sein? Gegebenenfalls: Wer ist bzw. sind seine Auftraggeber? (Auszug aus eurer Meldung)

    Diese Frage stellt sich mir auch !!

    Seit ihr Chaoten dass nicht eventuell selber ?? Da die Pressewirksamen Artikel „DEUTSCHLANDWEIT“ seit einigen Monaten gegen Euch sind, nicht das Märchen berichten, in dem ihr lebt !!

    Sucht Ihr eventuell jetzt die Plattform der „MITLEIDENSCHAFT“ ??

    Schluß ! Eure Schlumpfenwiese wird auch immer dichter, lasse mal vermessen, ob das alles noch auf dem Grundstück vom Schlumpfenvater steht.

    Immer noch, meine Meinung – weg mit Eucht !!! Ohne Bergbau – keine Rohstoffe – ohne Rohstoffe, kein Wiesenhandy, keine Schlümpfenseite – nur Buschtrommel !!

    Wolfgang

  2. 2 Willi Stock 11. November 2014 um 19:45 Uhr

    Gewalt ist keine Lösung – weder für Wiesenschlümpfe noch für Andersdenkende.

    Leute, wenn ihr das wart und das lest, Argumente ja, aber keine Gewalt. Habt den Mut, ersetzt den Schaden und macht das nie mehr wieder. Wahrheit siegt, nie Gewalt.

  3. 3 Kay Löffler 11. November 2014 um 23:36 Uhr

    Kurt, es ist einfach unglaublich, was da „abgeht“.
    Halt den Kopf oben!

  4. 4 rexi 12. November 2014 um 12:56 Uhr

    alles gute! & viel glueck!

  5. 5 Jespa 08. November 2015 um 20:03 Uhr

    verschobene Welt..
    Kurt, was du alles durchmachen musst, für deinen Kampf, ist einfach wahnsinn!
    Und wahnsinnscool, dass du weiter machst!

  1. 1 Anschlag auf Infomobil « irRWEg Pingback am 12. November 2014 um 17:57 Uhr
  2. 2 Anschlag auf Infomobil | Radio Utopie Pingback am 12. November 2014 um 19:19 Uhr
  3. 3 Presseerklärung zum Bündnistreffen gegen Braunkohle in Buir am 8.11.14 « Werkstatt für Aktionen und Alternativen Pingback am 22. November 2014 um 14:47 Uhr
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