Rodungsende?!

Rodungen 01.MärzJedes Jahr darf die RWE vom 01.Oktober bis 28.Februar Rodungsarbeiten im Hambacher Forst durchführen.
Diese sind gesetzlich durch die Brut- und Nist-Zeit vorgegeben. Trotz alldem wurde am 01. März weiter gefällt, an der Lotsenstelle 73, Brücke über die A 4 alt. Im Rodungsbereich 2016/2017 werden auch weiter Arbeiten durchgeführt. Sei es das Mulchen oder Zerhacken von Holzsubstrat.

Kurzbericht
Am 01. März gegen Mittag wurden wir von Menschen aus dem Hambacher Forst angerufen. Sie teilten uns mit, dass gerade Bäume im Bereich der Lotsenstelle 73, südlich der ehemaligen Autobahn 4, gefällt werden. Wir machen uns auf dem Weg in Richtung der Lotsenstelle. Als wir in die Nähe kamen, befanden sich an die 15 Personen der von RWE beauftragten Wachschutzfirma Mundt und Holzfäller mit Kettensägen beim Fällen von Bäumen. Als wir (2 Personen und 2 Pressevertreter) auf diese zugingen, sichtbar, packten die alles ein und zogen sich in kurzer Zeit hinter den Zäunen der Lotsenstelle zurück. Auf Fragen, was sie hier machen und warum diese Arbeiten außerhalb der Rodungszeit stattfinden, wurde nicht eingegangen. Zum Rückblick auf die letzten Wochen muss gesagt werden, dass RWE nicht gerodet hat, ohne vorher ein großes Polizeiaufgebot zu bestellen.

Rodungen 01.März

Wie diese Fällungen zu verstehen sind, bleibt erstmal im Raum. Eine telefonische Nachfrage bei der Polizei (die ja sonst immer vor Ort war) brachte keine weiteren Klärung, außer, dass sie nix davon wüssten, dass RWE weiter fällen würde. Die RWE Presse erbrachte auch keine weiteren Informationen. Dieses Verhalten von RWE trägt weiterhin nicht gerade dazu bei den schon vorhandenen Konflikt im Hambacher Forst zu lösen.

Weitere Fotos unter: https://www.flickr.com/photos/hambacherforst/


2 Antworten auf „Rodungsende?!“


  1. 1 Kurt Claßen 04. März 2017 um 12:57 Uhr

    RWE rodet nicht nur illegal, die Zulassungen aller drei Tagebaue im Rheinischen Revier sind illegal: Tagebau Hambach – Tagebau Garzweiler – Tagebau Inden. Auf den nachfolgenden Kommentar zum 45-minütigen Propagandafilm des WDR vom 03.03.2017: Das große Loch“, wird Bezug genommen:

    „Das große Loch“, ein Lobgesang auf die milliardenschweren Götzenopfer, die das Rot/Grüne NRW-Regime immer noch dem RWE-Konzern darbringt: Der 3. Rahmenbetriebsplan Hambach ist erst vor kurzem zugelassen worden, der 2. Rahmenbetriebsplan Hambach ist noch nicht zurückgenommen worden.

    Die dem Konzern alleine durch das „große Loch“ ersparten Verfüllungskosten belaufen sich nach internen Berechnungen auf rd. 18,4 Mrd. Euro.

    Ein Loch ist ein Loch, ein Loch ist keine Landschaft; deren Wiedernutzbarmachung verlangt jedoch zwingend das Gesetz, das BBergG. Wer dagegen verstößt, macht sich strafbar, ob mit oder ohne Immunitätsschutz.

    04.03.2017
    Kurt Classen

  2. 2 Ink 08. März 2017 um 15:27 Uhr

    Zuerst herzlichen Dank an Herrn Kurt Classen für seinen zeitaufwendigen und wie ich finde bewundernswerten Einsatz für den Erhalt der (Rest)-Region / für den Stopp der fortschreitenden Vernichtung natürlich/langsam gewachsener Landschaft / für eine aktuelle deutliche Reduzierung der Kohlenutzung.
    Dem WDR Bericht „Das große Loch“ entnehmen ich unterschiedliche, nebeneinandergestellte Tatsachen und Aspekte des Tagebau, deren „für und wider“ der einzelne Betrachter für sich abwägen kann.
    Für mich wichtig war,dass der Tagebauwerdegang von der Politik entschieden wird, dass das Loch schon jetzt in seiner Größe eine gigantische Aufgabe für Generationen, sein Ende absehbar ist – vielleicht besser früher als später, auch da derzeit neben der Verschmutzung so viel „Energie“ ungenutzt in die Luft geblasen wird.

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