Prozess nach Komposttoilettenräumung

Ergebnis: Der Gerichtssaal war sehr gut besucht. Nachdem keineR der Zeug*innen den Angeklagten zweifelsfrei wiedererkannt hat, wurde das Verfahren gegen 50 Sozialstunden eingestellt. Danke an alle Unterstützer*innen!

 Am 14.März 2017 wird vorm Amtsgericht Düren gegen einen Aktivisten in der Strafsache Nötigung verhandelt.

Im Prozess geht es um zwei Ankettaktionen mittels Metallrohr während des Skill Sharing Camp 2014 und der Blockade von Rodungsmaschinen mit einem Halslock während der Rodungssaison im Hambacher Forst Oktober 2014. Im ersten hatte die RWE unter Zuhilfenahme der Polizei zwei Komposttoiletten einreißen lassen, die mitunter durch die Ankettaktion an einem der Radlader zu stundenlangen Verzögerungen führte. Im zweiten wurde ein sogenannter „Mulcher“ blockiert, in dem sich auf die Maschine begeben wurde und an dieser mit dem Halslock befestigt wurde.

Für den Prozess in Düren sind Einlasskontrollen angekündigt. Das kann bedeuten, dass es zu Durchsuchung von Taschen, der Kleidung und Kontrolle der Personalien kommen kann. .

Immer häufiger kommt es zu Prozessen und Inhaftierungen von Menschen, die sich hier im Rheinland der lebensfeindlichen Maschinerie der Braunkohleförderung in den Weg stellen. Lasst sie nicht im Regen stehen und seid solidarisch.

14.03.2017, 10:30 Uhr
Amtsgericht Düren
1.Etage, Sitzungssaal 1.25
August-Klotz-Straße 14
52349 Düren

Rückblick.
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Am 23.04.2014 bahnt sich ein Polizeiaufgebot den Weg durch den Hambacher Forst. Ihr Auftrag ist die Beseitigung von zwei Komposttoiletten. Auf ihrem Weg werden sie des öfteren von Menschen gestoppt, die sich dem Aufgebot in den Weg stellen, die Maschinen besteigen und Barrikaden aus Holz errichten. Eine Person befestigt sich mit seinem beiden Armen in einem Metallrohr (Lock on) um den Ausleger des Radladers. Für mehrere Stunden kommt der Maschinenpark zum Erliegen.

Zur selben Zeit findet das Skill-Sharing Camp im Hambacher Forst statt. Drei Wochen zuvor, am 27.03.2014 räumte die Polizei die Baumbesetzung Monkeytown. Zwei Tage nach der Räumung der Komposttoiletten, am 26.04.2017 wird der Hambacher Forst wiederbesetzt. Die Baumstädte Oaktown und Beechtown wurden gegründet. Bis heute sind noch Gayen und Crustitown dazugekommen .

Am 29.10.2014 finden im Hambacher Forst Blockaden gegen die alljährlichen Rodungsarbeiten (01.10.- 27.02.) statt. Im Zuge dieser kommt es zu der Blockade eines „Mulchers“ durch Beklettern der Maschine. Eine Person kettete sich mit einem Hals-Lock an der Maschine fest. Nach mehreren Stunden wurde diese durch Polizeieinheiten geräumt und auf die Polizeiwache in Düren verschleppt.

In den Tagen vor dieser Blockade kamm es zu Auseinandersetzungen zwischen Arbeiter_innen und Gegner_innen der Rodungen. Am 30.10.2014 räumte die Polizei unter einem Großaufgebot die Besetztung Grubenblick und den Haufen im Rodungsgebiet, nach dem es zu körperlichen Angriffe zwischen Sicherheitspersonal der RWE und Waldschützer_innen. Die Polizei durchsucht noch am selben Tag das Wiesencamp am Rande des Hambacher Forst. Insgesamt wurden 24 Menschen festgenommen. Es wird von Misshandlungen in den Polizeizellen berichtet, Fixierungen und Abschneiden der Haaren. Es kommt zu einer ersten einmonatigen U-Haft für Aktive aus dem Hambacher Forst. Eine Woche später wird ein zweiter Aktivist verhaftet. Anderthalt Jahre später wird das Verfahren in zweiter Instanz eingestellt.


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