Aktion vor Konzernzentrale

Bis hierher und nicht weiter: Klimaaktivisten markieren rote Linie für RWE


Klimazeugen aus Afrika und Asien fordern: „Hört auf, unsere Heimat zu zerstören“
Trotz der alamierenden Auswirkungen des Klimawandels weigert sich der Energiekonzern RWE, den Ausstieg aus Kohleverstromung einzuleiten und übertritt damit eine rote Linie. Klimaaktivist/innen aus Deutschland, Nigeria und den Philippinen haben diese Linie am 24. März vor der Konzernzentrale symbolisch mit einer roten Stoffbahn markiert. Veranstalter der Aktion ist die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam. An der Aktion beteiligen sich lokale Organisationen, darunter Eine Welt Netz NRW und Fossil Free Essen.

Die Protestaktion macht darauf aufmerksam, dass Kohlekraftwerke die schlimmsten Treiber des Klimawandels sind, der insbesondere in armen Ländern katastrophale Folgen hat. Über die Auswirkungen in ihren Heimatländern berichteten die nigerianische Landwirtschaftsexpertin Chinma George und der philippinische Aktionskünstler A.G. Saño. Sie bereisen derzeit auf Einladung Oxfams als Klimazeugen Nordrhein-Westfalen und Berlin, um für einen zügigen Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohleverstromung zu werben.

Oxfam-Klimaexperte Bastian Neuwirth erklärt: „RWE ist der größte Klimasünder Europas. Allein im Rheinland fördert und verbrennt RWE Jahr für Jahr über 90 Millionen Tonnen Braunkohle. Den Preis dafür zahlen vor allem Menschen in armen Ländern. Der RWE-Konzern handelt verantwortungslos wenn er die Augen vor der Klimakatastrophe verschließt und hinnimmt, dass dadurch Millionen Menschen ihre Lebensgrundlagen verlieren. Ein Ausstieg aus der Kohleverstromung ist überfällig.“

Klimazeugin Chinma George: „Der Klimawandel verursacht im Norden Nigerias Dürren, im Süden Überschwemmungen, die Wüste breitet sich aus. Er vertreibt Menschen aus ihrer Heimat, vernichtet die Ernten der Bauern und schürt Konflikte um das verbleibende fruchtbare Land. Mit jeder Tonne Kohle, die RWE verbrennt, werden diese Probleme schlimmer. RWE muss aufhören, unsere Heimat zu zerstören.“

Klimazeuge A.G. Saño: „Die Tropenstürme, die die Philippinen treffen, werden von Jahr zu Jahr stärker. 2013 hat der Taifun Haiyan meinen besten Freund Agit Sustento und seine gesamte Familie getötet und ihre einstige Heimatstadt Tacloban nahezu komplett zerstört. Die Bedrohung wird immer größer. Während RWE mit der Braunkohle das Klima zerstört, müssen meine Freunde und Verwandten auf den Philippinen ums Überleben kämpfen. Das muss ein Ende haben.“

Hintergrund: Die Klimazeugen

Chinma George, Nigeria:

Chinma George aus Nigeria, geboren 1986, ist Expertin für Klimawandel und Landwirtschaft. Sie berät internationale Institutionen wie die UN-Wirtschaftskommission für Afrika (UNECA) und das African Climate Policy Centre (ACPC). Für die Nichtregierungsorganisation „Human and Environmental Development Agenda“ (HEDA) unterstützt sie Kleinbäuerinnen und Kleinbauern bei der Anpassung an den Klimawandel. Auf Konferenzen der Vereinten Nationen, der Afrikanischen Union oder afrikanischer Regierungen stellt sie regelmäßig Berichte und Empfehlungen vor. Darüber hinaus ist sie Gründungsmitglied der „Climate for Development in Africa (Clim-Dev-Africa) Youth Platform“ und war 2016 Mitglied der nigerianischen Delegation auf der Weltklimakonferenz COP22 in Marrakesch.

A.G. Saño, Philippinen:

Seit fast 20 Jahren setzt sich der philippinische Künstler und Aktivist A.G. Saño, geboren 1975, für Umwelt- und Klimaschutz ein und war dabei u.a. für Organisationen wie WWF oder Greenpeace tätig. Immer wieder erlebt er, wie der Klimawandel zu zunehmend heftigeren Tropenstürmen auf den Philippinen führt. Den bisher schwersten, den Taifun Haiyan im Jahr 2013, hat er nur knapp überlebt. Seither organisiert er Rettungs- und Wiederaufbaumaßnahmen und hilft Gemeinden, sich auf die Naturkatastrophen besser vorzubereiten. Durch Vorträge an Schulen, Universitäten und auf internationalen Konferenzen klärt er über die wachsenden Gefahren des Klimawandels auf und stärkt durch Kunstaktionen das öffentliche Bewusstsein dafür.

gefunden auf oxfam.de


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