Ein paar Worte zur Kommunikation mit der Waldbesetzung

Die Kommunikation mit der Waldbesetzung im Hambi kann manchmal schwieriger sein. Gerade dann, wenn Mensch noch nie hier gewesen ist und die Strukturen noch nicht kennt, kann dies verunsichernd wirken. Deshalb möchte ich hier ein paar Kommunikationstipps geben und ein paar Sachen transparenter machen.

Die Mail-Adresse des Hambis (hambacherforst(a)riseup.net) wird von mehreren Menschen betreut, die mal mehr und mal weniger regelmäßig Mails lesen und beantworten. Deshalb wundert euch nicht, wenn es mal ein paar Tage dauert bis ihr eine Antwort bekommt. Manchmal kann es auch passieren, dass ihr keine Antwort bekommt. Beispielsweise dann, wenn die maillesenden Personen gerade keine Kapazitäten zum Antworten haben oder niemand eure (An)frage beantworten kann.

Vom Internet zur Wiese
Auf der Wiese ist das Internet sehr langsam, teilweise haben wir tagelang gar kein Internet. Deshalb kümmern sich oft die Menschen um Mail und Blog, die gerade nicht auf der Waldbesetzung sind, sondern irgendwo anders besseren Internetzugang haben. Möchtest du also schnellen und direkten Kontakt zur Wiesen- und Waldbesetzung herstellen geht das oft besser über einen Anruf. Seid aber nicht verwundert, wenn die Menschen auf der Wiese nichts davon wissen, dass ihr vor kurzem eine Mail geschrieben habt.

Was tun, wenn ich eine schnelle Antwort brauche? Oder nach mehr als zwei Wochen keine Antwort kam?
Ruft am besten auf der Wiesenbesetzung (0157 81008614) oder bei den Baumhäusern (0178 163 7325) an. Dabei muss man manchmal ein wenig hartnäckiger sein. Denn auch der Handy-Empfang auf der Wiese ist oft schlecht und das Handy ist nicht immer besetzt. Am ehesten kann mensch sich das vielleicht so wie einen Anruf in einer befreundeten WG vorstellen – es ist nicht klar wer von den Bewohner*innen rangeht und manchmal ist eben „keine*r Zuhause“.
Rechnet damit, dass nicht immer dieselben Personen ans Handy gehen. Es sind viele Menschen hier und es wird nicht immer alles weiter erzählt, was am Telefon besprochen wurde. Also lasst euch nicht davon verunsichern, dass jemand nichts davon weiß, was ihr ne halbe Stunde vorher mit einer anderen Person besprochen habt. Oft klappen Absprachen besser, wenn ihr euch eine „feste Ansprechperson“ für euer Anliegen sucht – dies ist insbesondere dann ratsam, wenn ihr vor Ort irgendetwas journalistisches machen möchtet.

Sicherheit beim Telefonieren
Wundert euch nicht, wenn Personen sich am Telefon ohne Namen melden. Das dient – genauso wie die ungewöhnlichen Spitznamen – dem Schutz vor Überwachung und Repression. In diesem Sinne: Bitte nennt bei einem Telefonat immer nur einen (!) Namen einer Person, also nennt nicht im selben Satz Spitznamen und Klarnamen (der Name, der im Personalausweis steht) einer Person.
Ihr könnt damit rechnen, dass mindestens Meta-Daten (also welche Nummer ruft wann wie lange an) überwacht werden. Auch bei den Inhalten, die besprochen werden, sollte man am Wiesenhandy vorsichtiger sein.

Zu Besuch kommen:
Ihr seid immer herzlich eingeladen zu Besuch zu kommen! Auch gerne spontan und unangekündigt. (Edit:Dies gilt nicht für Journalist*innen. Diese kontaktieren uns im vorraus) Mitbringen müsst ihr dazu nichts. Normalerweise findet sich in irgendeinem Wohnwagen ein Schlafplatz und auch ein Schlafsack sollte sich auftreiben lassen. Aber wenn ihr gerne mehr Privatsphäre hättet und gewisse Hygienestandards habt lohnt es sich eigenes Zelt und Schlafsack mitzubringen.
Aber denkt auch daran: Für einige Menschen ist der Hambi sowas wie ihr Zuhause. Und ihr kennt das ja sicher, dass man sich Zuhause manchmal einfach nur Ruhe wünscht. Deshalb nehmt es nicht persönlich, wenn einige Menschen anfangs nicht sehr kontaktfreudig sind.

Zur Mailverschlüsselung:
Im Allgemeinen finden ich es natürlich toll, wenn möglichst viele Menschen Mailverschlüsselung benutzen. Da aber der eigene Mailschlüssel immer nur per Hand, will heißen USB-Stick, weitergereicht werden kann, können nicht alle Menschen, die Mails beantworten, verschlüsselte Mails lesen. Deshalb kann es sein, dass ihr auf verschlüsselte Mails erst recht spät oder im doofesten Fall auch mal gar keine Antwort kriegt. Insbesondere dann, wenn ihr ein Anliegen habt, dass sich an eine bestimmte Person richtet.

„Warum seid ihr nicht besser organisiert?“
Wälder besetzen ist ein ziemlich anstrengender Fulltime-Job. Das tägliche Leben auf der Besetzung will organisiert werden (Wasser holen, Kochen, Containern gehen, diverse Bauprojekte…). Dazu kommt Öffentlichkeitsarbeit mit Infoveranstaltungen und Anti-Repressions-Arbeit, wie die Vorbereitung von Gerichtsprozessen und Unterstützung von Inhaftierten. Zudem ist das Leben hier recht unvorhersehbar. Einerseits wetterbedingt (wann gebaut wird hängt z.B. sehr direkt vom Wetter ab), aber auch durch Polizei und RWE. Es kann zwar auch wochenlang völlig ruhig sein, aber es können genauso plötzlich die nächsten RWE-Wald-Arbeiten oder der nächste Polizeieinsatz beginnen. Zudem fluktuiert die Besetzung stark: Wöchentlich kommen und gehen Menschen. Klar, einige sind recht durchgängig hier. Aber es ist eben auch keine feste, enge Gruppe. Und die Menschen, die Mails lesen und das Wiesenhandy betreuen, tun dies freiwillig und müssen dabei natürlich auch auf ihre eigenen Kapazitäten achten. Deshalb nehmt es uns bitte nicht übel, wenn es manchmal schlechter möglich ist uns zu erreichen. Denn trotz allem lohnt es sich wirklich mal vorbei zu schauen und mit der Besetzung in Kontakt zu sein. ;)


2 Antworten auf „Ein paar Worte zur Kommunikation mit der Waldbesetzung“


  1. 1 kokos 25. April 2017 um 22:54 Uhr

    danke :)

  2. 2 hi folks! 28. April 2017 um 14:08 Uhr

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


acht − = zwei