Archiv der Kategorie 'Allgemein'

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Wiederbesetzung am 26 April | Skill-Sharing Camp (12. -25. April) und Waldfest (12. April) | Radtour zu den Protesten gegen die Jahreshauptversammlung von RWE | Der Hambacher Forst braucht Spenden und aktive Unterstützung

KAMPF UM DEN WALD

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KAMPF UM DEN WALD
Von TIM
Teil 2/3

Ein Dreiteiler über Bäume, luftige Höhen, eine Räumung und darüber, was ich damit zu tun habe.
All dies geschah vor nicht allzu langer Zeit in den Bäumen des Hambacher Forst bei Köln.
Der kommende Text soll Menschen einen Einblick in meine Gedanken, Gefühle und Emotionen ermöglichen. Einen Einblick in eine Situation, in der ich mich befand und wie sie zustande kam.

Teil 1. „Der Anfang“

Im Teil 1/3 der Anfang beschrieb ich das Auftauchen der Polizist_innen mit den schweren Maschinen, den Geräuschen der Kettensägen und Fräsen im Hintergrund. Den letzten Funkspruch zu den anderen Bewohner_innen der Bäume und den ersten Kontakt mit Kletterpolizist_innen, endend mit dem Klacken eines Vorhängeschlosses.

Teil 2. Gebunden.

Ich sitze aufrecht in meiner Hängematte, mit beiden Händen in einem Metallrohr um den Baum Testimo festgekettet, in dem ich lebe, 25 m über dem Boden. Die Befestigung meiner Sicherung liegt zwei Meter über meinem Kopf in Testimos Krone, mit dem Arsch Richtung Tagebau und vor mir sehe ich den Kirchturm des Dorfes Buir. Mich wärmt ein BW-Schlafsack mit integrieten Ärmeln und Füßen sowie dazugehörigem Wind- und Regenüberzug. Dicht hinter mir sitzt der_die zweite Baumbewohner_in und versorgt mich mit Wasser, Schokolade oder einem Stück Obst. Mit Testimo verbunden sitzen wir hier oben, blicken über die Kronen und betrachten das Treiben am Boden. Ich bin nicht mehr nur ein Besetzer, ich bin ein Bewohner des Waldes, der Natur. Im Kreislauf, nicht außerhalb. Wenn er gefällt wird, werde ich mitgefällt. Es wurde viel geredet, jetzt ist Schluss. Wir zeigen unsere Entschlossenheit. (mehr…)

Update aus dem Wald


Eine Woche nach der Räumung der Baumbesetzung vom 27.März 2014

Was in der Zeit passierte!
Was gebraucht wird!
Was jetzt Passiert!

Die Tage nach der Räumung der 3. Waldbesetzung im Hambacher Forst bei Köln, waren von medialem und öffentlichen Interesse, für den Wiederstand gegen den Kohleabbau gezeichnet.
Anwohner_innen sowie Menschen aus dem gesamten Sektor NRW statteten der Wiesenbesetzung einen Besuch ab. Diese hat sich mittlerweile, seit ihrer Enstehung im November 2012, als Anlaufpunkt etabliert.
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KAMPF UM DEN WALD

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KAMPF UM DEN WALD
Von TIM
Teil 1/3

Ein Dreiteiler über Bäume, luftige Höhen, eine Räumung und darüber, was ich damit zu tun habe.
All dies geschah vor nicht allzu langer Zeit in den Bäumen des Hambacher Forst bei Köln.
Der kommende Text soll Menschen einen Einblick in meine Gedanken, Gefühle und Emotionen ermöglichen. Einen Einblick in eine Situation, in der ich mich befand und wie sie zu stande kam.

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Aufruf zur Wiederbesetzung am 26.4.2014

Update: Inzwischen mobilisieren auch Anti-Atom-Gruppen aus NRW zur Wiederbesetzung (z.B. Anti-Atom Bonn). Der 26. ist der Jahrestag von Tschernobyl, und es gibt bisher noch keine zentralen Großdemo dazu. Wir freuen uns, wenn sich noch mehr Anti-Atom-Initiativen anschließen, und wir den 26. zur generellen Mobilisierung für Energiekämpfe machen!

Aufruf zur Wiederbesetzung des Hambacher Forst am 26. April 2014

Nachdem am 27. März die bis dato dritte Waldbesetzung des Hambacher Forsts nach fast sieben Monaten geräumt wurde, steht eines fest:

Die vierte Waldbesetzung!
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Neuer Mut trotz Räumung und Repression

Die Waldbesetzung im Hambacher Forst wurde geräumt. Mit Hundertschaften, Kletterteams und ganz klaren Einschüchterungsversuchen gegenüber der Öffentlichkeit (“wir raten niemandem, hierher zu kommen”) wurde schließlich genau das getan, was sowieso zu erwarten war: RWE, Land, Stadt und Polizei wollen zeigen, wer herrscht, wer die sprichwörtlichen Zügel in den Händen hält. Doch es ist nicht alles so einfach. Die Razzien, die Räumungen, die ganzen Scheißrepressionen zeigen nicht etwa deren Überlegenheit, sondern ihre Angst! Außerdem machen sich etliche Medienvertreter_innen erneut zu willfährigen Gehilfen der Interessen von Industrie und Politik. Nachdem es z.B. bei der Räumung der Waldbesetzung im November 2012 von den Spezialisten der Grubenwehr nur positives über die “professionell angelegten” Tunnel im Hambacher Forst zu berichten gab, wurde letztlich alleine die Stellungnahme der Polizei weiterverbreitet, es handle sich um eine Rettungsaktion, eine Person gefährde das eigene und das Leben anderer. Absurd. Jetzt wird davon gesprochen, dass die Stadt Kerpen für die Räumung vorgestern, am 27.03.2014, verantwortlich sei. Es habe ein Gefahr für “Leib und Leben” gegeben, baurechtliche Verordnungen seien verletzt worden und quasi habe die ständige Gefahr herunterfallender Baumhäuser für Spaziergänger bestanden. Eigentlich haben wir keine wirkliche Lust, uns überhaupt zu äußern zu Argumenten, welche die brutale Niederschlagung von Widerstand legitimieren und dadurch eben auch Rechtfertigung sein sollen für Umweltzerstörung, Klimawandel, Zwangsräumungen ganzer Ortschaften, sowie Mord an menschlichen und nichtmenschlichen Lebewesen zu beteiligen. Und ja, wir sprechen von Mord, denn welches andere Wort sollen wir benutzen im Hinblick auf erhöhte atomare Strahlung durch die Minenarbeit, die Feinstaubbelastung, das Freisetzen von CO2, den durch Klimawandel und Kapitalismus verursachten Strömen von Flüchtlingen, Hungernden und Sterbenden, das Auseinanderreißen von Familien und lokalen Gemeinschaften durch das Abbaggern ganzer Ortschaften, der Vernichtung von Lebensraum und dem direkten Töten von Tieren durch die Fäll- und Grubenarbeiten? Wie geschrieben ist nicht alles so einfach. (mehr…)

Tagebau Garzweiler soll kleiner werden – das reicht aber nicht

Gestern hat die rot-grüne Landesregierung aus Düsseldorf relativ überraschend entschieden, dass das Gebiet des Tagebaus Garzweiler verkleinert wird. So wird die letzte Abbaggerstufe, hinter Holzweiler, gestrichen, also nicht mehr abgebaggert. Der Tagebau würde in seiner Größe, nicht aber zeitlich eingeschränkt. Überraschend kommt diese Info, weil die rot-grüne Landesregierung ihre Rolle als Erfüllerin der Interessen des RWE-Konzerns bisher mit Bravour gespielt hat. Die Ministerpräsidentin agiert, als ob ihr eigentlicher Arbeitgeber RWE ist und auch der grüne Koalitionspartner ist bestenfalls zahnlos – wenn er in Stimmung ist, lässt er auch gerne Mal Kohlegegner_innen verklagen.


Der letzte Abschnitt nach Holzweiler soll nicht abgebaggert werden

Nun hat RWE also wieder etwas zum Jammern: Die Entscheidung sei absolut unverständlich, sie gefährde Investitionen und so weiter… – RWEs Aktienkurs schloss allerdings mit einem satten Plus. Und richtig weh tun wird ihnen diese Entscheidung nicht. Denn wie bei den diversen Atomkraft-Ausstiegs-Gesetzen, hoffen sie wohl einfach darauf, dass sich mit dieser Entscheidung der Protest legt, um dann, wenn der Abschnitt wirklich ansteht, doch noch die Genehmigung zu kriegen.
Für uns ist diese Entscheidung insofern ein Grund zur Freude, weil sie zeigt wie stark die gesamte Kohle-Bank – von RWE bis zur Landesregierung – durch den Widerstand unter Druck geraten ist. Aber unter Klimaschutz-Gesichtspunkten ist sie ein Witz. Alle ernsthaften Klima-Wissenschaftler_innen sagen ein Zeitfenster von wenigen Jahren bis 2020 voraus, in dem wir den weltweiten CO2-Ausstoß beenden können, um das bevorstehende Klimachaos abzuschwächen. Eine Entscheidung, die die Kohleverbrennung nach 2030 vermindert, ist unter diesen Gesichtspunkten nur bedingt hilfreich. Für uns kann es also nur darum gehen, uns durch diese Entscheidung Rückenwind geben zu lassen. Denn jetzt haben wir den Beweis, dass wir mit unserem Widerstand die Politik vor uns hertreiben können, auch wenn wir lieber die Dinge unter den betroffenen Menschen selber geregelt sehen würden.