Hambacher Forst Für den Erhalt des Hambacher Forstes und des Planeten Erde 2014-04-17T10:50:43Z Copyright 2014 WordPress Administrator <![CDATA[Aktuelles]]> http://hambacherforst.blogsport.de/2014/04/11/aktuelles/ 2014-04-11T12:51:59Z 2014-04-11T12:51:59Z Allgemein Mobilisierung Termine window.document.getElementById('post-709').parentNode.className += ' adhesive_post';

Wiederbesetzung am 26 April | Skill-Sharing Camp (12. -25. April) und Waldfest (12. April) | Widerstand im Garzweiler Revier: Widerstandsfest bei der Gärtnerei Mayer am 22. April: Gärtnern für den Widerstand, helfen auf dem Hof und abends Vortrag: „RWE – der Kampf um Kohle und Posten“ – Hochneukircher Weg 3, Borschemich

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Administrator <![CDATA[Proteste und Blockade bei der JHV von RWE]]> http://hambacherforst.blogsport.de/2014/04/17/proteste-und-blockade-bei-der-jhv-von-rwe/ 2014-04-17T10:46:05Z 2014-04-17T10:46:05Z Allgemein Pressemitteilung von ausgeco2hlt:

Essen, 16.4.2014. Die Jahreshauptversammlung von RWE, die momentan in der Grugahalle stattfindet, wird dieses Jahr wieder von entschlossenen Protesten begleitet. Gegen 8.45 Uhr blockierten ca. 20 Menschen den Zugang zur GDSCN1735rugahalle, indem sie sich in die vier Eingangsschleusen setzten oder an die Gitter ketteten, und dadurch den Strom der Aktionär*innen aufhielten. Dies führte zu einem verspäteten Beginn der Jahreshauptversammlung. In der Grugahalle protestierten Klima-Aktivist*innen während der Rede von dem Vorstandsvorsitzenden Peter Terium mit Transparenten gegen die Konzernpolitik.

Vor der Grugahalle fand außerdem eine Kundgebung statt, zu der ein Bündnis von politischen Gruppen aufgerufen hatte, darunter der Dachverband Kritischer Aktionär*innen, die Kampagne #NichtWir, Greenpeace Essen, 350.org, urgewald und ausgeCO2hlt. Die Redner*innen erinnerten die Gäste der Jahreshauptversammlung, dass sie „den Klimawandel finanzieren“ und dass es keine gesellschaftliche Akzeptanz mehr für Investitionen in fossile Energien gibt.

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Administrator <![CDATA[KAMPF UM DEN WALD]]> http://hambacherforst.blogsport.de/2014/04/15/711/ 2014-04-15T18:48:29Z 2014-04-15T18:48:29Z Allgemein InfoInfo

KAMPF UM DEN WALD
Von TIM
Teil 2/3

Ein Dreiteiler über Bäume, luftige Höhen, eine Räumung und darüber, was ich damit zu tun habe.
All dies geschah vor nicht allzu langer Zeit in den Bäumen des Hambacher Forst bei Köln.
Der kommende Text soll Menschen einen Einblick in meine Gedanken, Gefühle und Emotionen ermöglichen. Einen Einblick in eine Situation, in der ich mich befand und wie sie zustande kam.

Teil 1. „Der Anfang“

Im Teil 1/3 der Anfang beschrieb ich das Auftauchen der Polizist_innen mit den schweren Maschinen, den Geräuschen der Kettensägen und Fräsen im Hintergrund. Den letzten Funkspruch zu den anderen Bewohner_innen der Bäume und den ersten Kontakt mit Kletterpolizist_innen, endend mit dem Klacken eines Vorhängeschlosses.

Teil 2. Gebunden.

Ich sitze aufrecht in meiner Hängematte, mit beiden Händen in einem Metallrohr um den Baum Testimo festgekettet, in dem ich lebe, 25 m über dem Boden. Die Befestigung meiner Sicherung liegt zwei Meter über meinem Kopf in Testimos Krone, mit dem Arsch Richtung Tagebau und vor mir sehe ich den Kirchturm des Dorfes Buir. Mich wärmt ein BW-Schlafsack mit integrieten Ärmeln und Füßen sowie dazugehörigem Wind- und Regenüberzug. Dicht hinter mir sitzt der_die zweite Baumbewohner_in und versorgt mich mit Wasser, Schokolade oder einem Stück Obst. Mit Testimo verbunden sitzen wir hier oben, blicken über die Kronen und betrachten das Treiben am Boden. Ich bin nicht mehr nur ein Besetzer, ich bin ein Bewohner des Waldes, der Natur. Im Kreislauf, nicht außerhalb. Wenn er gefällt wird, werde ich mitgefällt. Es wurde viel geredet, jetzt ist Schluss. Wir zeigen unsere Entschlossenheit.
Ihr da unten an den Absperrungen, die, die gerade zu uns hinaufrufen, ihr, die die Pressearbeit leistet und den Internet-Blog aktualiesiert, Bienennester in dir RWE-Zentralen werft, Tee und Suppe zu uns bringt, den Internet-Blog gespannt mit Tränen und Texten fühlt, gerade vor Wut auf die Straße geht, uns Eure Solidarität bekundet. Danke! Dies zu wissen hält uns stark.
Ich würde euch zuwinken, meine Freude zuschreien, mit euch telefonieren. Dies kann ich aber gerade nicht. Ich habe mich aus Liebe und Achtung gegenüber dem Wald an Testimo gebunden. Für den Kampf, der mir hier oben noch bevorsteht, muss ich meine Energie und Sprache sparen.
Ein Knacken und das Geräusch von zerberstendem Holz schallt durch den Wald. Der Stamm vibriert. Soeben wurde eine der im vorderen Bereich stehenden großen Bäume ermordet. Wut. Mein Blut kocht. Mir fließen die Tränen. Ich schreie laut. Ein Freund ist tot, ermordet, über 15 Jahre mag er schon gewesen sein. Die Trauer und Tränen zeichnen die kommenden Minuten. Das Leben im Wald hat mich verändert. Hier wird Dir keine Feindschaft entgegengeschmissen, er schenkt Dir Sauerstoff, Essen, Leben. Er wirkt ständig auf mein Wesen und beeinflusst, sensibilisiert meine Wahrnehmung, sagt „Achte auf das, was hier passiert, schaue und lerne. Du bist willkommen.“ Der Schmerz, nun einen Freund verloren zu haben, treibt neue Tränen in mein Gesicht. Ich denke an Testimo, der heute oder spätestens in zwei Jahren den hier stattfindenden Raubbau nicht überleben wird. Er ist hier fest verankert, kann nicht abhauen, umgesiedelt werden, so wie die Menschen in den Dörfern oder wie ich, der hier oben sitzt. Er wird sterben. 200 Jahre stand er hier und bald wird er in Minuten ermordet, dann zerstückelt, nummeriert und vekauft, um ihn dann weiter zu zersägen, zu verarbeiten und mit einem Preisschild zu versehen. Beim Raumausstatter rumzustehen, ein Objekt, ein Warengegenstand, Baumaterial oder Brennstoff.
Mein Freund.

Monkey Town

In der Kabine der Hebebühne kommen so langsam zwei Polizist_innen hochgefahren. Sie fragen wie es uns geht. „Beschissen“, schließlich seid ihr ja da. Die Bütten von RWE. „Andere Frage, wie geht es euch körperlich?“ „Na, wir hängen hier ab.“ Ein Polizist steigt aus der Kabine und klettert langsam zu uns hinauf.
Als er auf unserer Höhe angekommen ist, macht er die Plane, die mich vor dem Wind schützt, zur Seite. Er schaut sich kurz das Metallrohr an, was sich zum Teil noch in der Tragetasche befindet und mit Schlingen am Baum gehalten wird. Wir weisen ihn darauf hin, dass ich mit der Krone des Baumes über mir gesichert bin und dass falls sie die Überlegung haben, die Krone so rauszuschneiden oder alles im Weg stehende für die Bühne einfach weg zu sägen, werde ich aufgrund meiner Verankerung im Metallrohr mir beim Fallen beide Arme brechen.
Was ich hier tue, habe ich mir im Voraus gut überlegt, habe mich darauf vorbereitet und geübt. Mental und körperlich versuche ich Ruhe sowie innere Stärke zu finden, mich nicht provozieren zu lassen und meine Aufgabe nicht zu vergessen. Die bestimmte und ausgewählte Aufnahme von Wasser und Lebensmittel, bevor die Polizei sie mir entzieht. Training der Muskulatur und Bewegungsabläufe, um den Kreislauf in Schwung zu halten. Damit die Beine nicht taub werden, drücke ich sie öfter durch oder stämme sie gegen etwas. Meine Hände presse ich zusammen und öffne sie wieder. Das Schlimmste ist aber, Ruhe und Fassung zu bewahren, wenn Du ausgelacht oder beschimpft wirst oder sie sagen, sie seien auch gegen RWE, aber machten jetzt trotzdem diesen Unsinn. Im Ernstfall spielt soviel eine Rolle, was auf dich wirkt, Deine Kraft und Stärke raubt, das psychische und das körperliche Befinden einzuschätzen. Die Länge, in der Du in dieser Position bei der Räumung ausharrst; das Wetter, sowie das Vorgehen der Polizist_innen. Desweiteren, die Tatsache, dass ich keinen Schlüssel habe, um im Notfall das Schloss selbst öffnen zu können. Wir nehmen uns absichtlich die Möglichkeit, das Schloss im Notfall öffnen zu können aus folgendem Grund: Würden die Polizist_innen erfahren, dass wir uns hätten befreien können, würden sie bei zukünftigen Ankettaktionen uns wahrscheinlich quälen, bis wir aufgeben und uns selbst befreien. Ich werde mich ganz darauf einlassen. Sei es, dass ich hier ohnmächtig werde, runter gesägt werde oder sonstwas. Einige sagen, das sei Unsinn, so weit zu gehen. Ich sage, für mich nicht. Für mich macht es Sinn. Ich weiß, dass ich alles in meiner Kraft stehende tun werde, um diesem System ein Ende zu bereiten. Ich habe diese Form der Aktion gewählt, denn im Augenblick scheint mir nichts anderes mehr zu bleiben. Ich werde so zu verstehen geben, wie wichtig es mir ist. Mein Drang zu lernen, zu Liebe und zu leben bestärkt mich. Ihr geht mit der Erde um, als gäbe es eine Zweite. Alles wird verwertet, worin Profit gesehen wird. „Produktiv“ oder „unproduktiv“ sind die Stempel in den Köpfen dieser Zeit. Alles hat einen Warenwert, kalkuliert, berechnet, eine Nummer im System. Es sterben an den Grenzen um Europa täglich Menschen. Wir bauen diese Grenzen. Menschen verhungern und werden ermordet. Wir betonieren ganze Ökosysteme, stellen Teile dieser in Zoos aus und nennen das Artenschutz. Ich weiß nicht, wie ich es den Menschen verdeutlichen soll, Konzerne und ihren Raubbau sichtbar zu machen. Ich werde alles Mögliche tun, um mich ihnen in den Weg zu stellen, zu sagen “Stopp, hier nicht weiter!” Ich werde mein Leben riskieren. Ja, dies ist meine Entscheidung.
Der_die Polizist_in steigt in Richtung des Baumhauses ab. Immer mehr Polizist_innen werden mit dem Hubsteiger hinauf gebraucht. Sie schauen sich das Baumhaus genauer an, inspizieren das Innere und bekunden ihren Respekt vor diesem Bauwerk. „Scheint mir gemütlich zu sein” und “sogar mit Holzofen” sind einige der Sätze, die sie in unsere Richtung abgeben.
Jedes Baumhaus ist einzigartig und wird mit Rücksicht auf die Begebenheiten und Wuchseigenschaften jedes Baumes erbaut. Das Baumhaus in Testimo hatte zwei Etagen. Auf ihnen fand mit ca 8 m² viel Leben in den letzten Monaten statt. Es beinhaltet eine Küche, einen Balkon, einen Holzofen und ein gemütliches Bett. Die Wände, das Dach und der Fußboden sind mit Stroh isoliert. Fenster ringsherum geben einen eindrucksvollen Ausblick auf den Wald und sein Leben. Den schönsten Garten, direkt vor der Haustür.

Monkey Town

Die zweite Hebebühne wird langsam in Position gebracht. In der Kabine machen sich drei Polizist_innen für den Aufstieg bereit. Sie haben Werkzeuge wie Sägen, Brechstangen und Kettensägen geladen. Alles, was ihnen und der Hebebühne im Weg scheint, wird kurzerhand mit der Kettensäge entfernt. Das Sägen in den Ausläufern von Testimo spüre ich im Metallrohr. Es schmerzt mich wie eine Verletzung an meinem eigenen Körper. Sie verstümmeln ihn. Mein Puls rast. Es kocht in mir. Ich konzentriere mich auf meine Atmung. Reg‘ dich nicht auf, Du brauchst deine Kraft noch. Wut, Hass, Angst in diesen Momenten zu kontrollieren ist das Schwierigste. Sie dürfen nicht Herr deines Kopfes werden. Ich muss stark bleiben, obwohl ich ausgeliefert bin. Ich bin festgekettet und sehe und höre, was fünf Meter unter mir passiert.
Stunde um Stunde vergeht. Die Sonne zieht auf ihrer Bahn. Sie reißen mein Baumhaus ein. Meine Wohnung, mein Zuhause der letzten Monate. Stück für Stück tragen sechs Polizist_innen es ab.
Das Dach einzureißen würde bei jedem normalen Haus einfacher sein. Ich habe in den letzten Monaten alle Winde und Stürme hier oben erlebt. Bis zu 120 km/h und es hat gehalten. Nichts ist gebrochen, runtergefallen oder drohte zu brechen. Es ist ein Baumhaus, es wird für soetwas gebaut.
Jedes für sich ist eine architektonische Leistung. Es beinhaltet Verständnis für Konstruktion und Bewegungsabläufe, desweiteren Kenntnisse über Knoten- und Wickeltechniken, da kein einziger Nagel in die Bäume geschlagen wird. Eine Bauweise, die im Stahlbeton-Denken schwer vorstellbar ist.
Ein starrer Baum würde brechen. Jedpoch ein gesunder Baum mit Haus drin, der sich im Sturme wiegt, der bricht nicht. Als ich die ersten Tage im vollen Winde hier oben verbrachte, hatte ich nicht das Gefühl, sondern sah, wie das Baumhaus bewegt wurde. Es hob und senkte sich, das Essen in den Regalen fiel heraus. Geräusche um mich herum, die ich nicht kannte.
Das wachsame Auge sieht, ewie sich die Konstruktion verhält. Immer wieder raus gehen und schauen, wie sich der Baum verhält. Die Balken und Knoten regelmäßig überprüfen. Kleinere Repaturen durchführen. Das Vertrauen zu der Konstruktion wuchs, wie das Sicherheitsgefühl beim Klettern im Gurt und beim Bauen. Spaziergänger verlaufen sich selten und treffen auf die Waldbesetzung. Meist suchen sie gezielt die Baumhäuser. Sie einmal gesehen zu haben und ein Foto zu machen. Ein eigenes Bild von dem Ort zu machen. Den Wald erkunden, sich ein kurzes Stück erholen, dem Trubel des Alltags entziehen. Die Flucht in den Wald, raus ins Grüne treibt so manch einen in den Hambacher Forst.
Ich durchlebte mit Testimo das Blätterfallen im Herbst, den Frost im Winter und jetzt den Anfang des Frühlings.
Bei Wind und Regen fühlte ich mich in ihm sicher, wohl und geborgen. Und soeben wird mein Haus abgerissen und der Baum verletzt, getötet. Sie reißen alles bis auf die Plattform ab. Decken, Lebensmittel, Matratze, Glasfenster und der Ofen werden runter geschmissen. Hinter mir sitzt die gesammte Zeit die zweite Bewohner_in und zittert, weint leise und kocht vor Wut. Zwischendurch gibt sie mir Wasser zum Trinken und Nüsse zum Essen. Dicht an mir sitzend, stützen wir uns gegenseitig, schenken uns Kraft und das Gefühl, nicht alleine zu sein. Was im vorderen Bereich geschieht, wie es den anderen geht, und was außerhalb des Waldes so passiert, wissen wir nicht. Abgeschottet von der Außenwelt. Hunderte Polizist_innen mit schweren Maschinen haben ein Ziel: Uns hier rauszuholen. Feuerwehr, Sanitäter und diese immer grinsenden Mitarbeiter von RWE. Sie können nur so stark sein, wenn sie ihre „Wachhunde“ von der Security dabeihaben oder Polizist_innen. Alleine trauen sie sich nicht durch den Wald oder durch die Straßen der abzubaggernden Bereiche. Die Bosse verschanzen sich hinter Stacheldraht, Kameras, hohem Sichtschutz, Zäunen und Panzerglas. Um ungestört ihren Raubbau an der Natur durchzuführen und ihre Geldgeschäfte auf dem Computer steigen zu sehen. Auf Landkarten neu Grenzen zu ziehen und darüber entscheiden, wie viele nun ihre Arbeit verlieren, um den Profit weiter in die Höhe zu treiben.
Eine riesige Maschinerie, die sich aufgebaut hat und mit unserem Leben verflechtet ist.
Wir haben sie mitgeschaffen, gestützt, gefüttert und konsumiert, also liegt es an uns, diese zum Einsturtz zu bringen.
Es wird allmählich dunkel, die Sonne steht dicht über den Kronen des Hambacher Forst. Seit heute Mittag hänge ich jetzt hier oben und warte darauf, dass sich die Polizei uns widmet. Die Polizei kommt mit Hilfe der Hebebühne an uns herangefahren. Sie teilt uns mit, dasd das Land NRW nicht mehr Geld/Zeit eingeplant hat für diesen Einsatz und sie nun abbauen würden. Nach all den polizeilichen Einsätzen muss denen doch bewusst sein, dass sie nie wissen, was auf sie zukommt. Unkalkulierte Situationen waren bis jetzt immer vorhanden. Es hat immer länger gedauert, als geplant und dass sie uns nicht so einfach aus den Bäumen bekommen, das steht ja schon lange fest. Ich sage ihnen, dass es hierfür keinen Schlüssel gibt und wenn sie räumen wollen, müssen sie es durchziehen oder die Finger ganz vom Hambacher Forst lassen. Herkommen, alles einreißen, Bäume fällen, keinen Beschluss von einem Gericht, der Stadt Kerpen vorlegen, Testimo verstümmeln und dann wieder fahren. Sie kommen nicht drum herum: Sie werden auch mich herausholen müssen. Oft bekunden sie mir ihr Verständnis, dass sie Familie haben und sich auch Gedanken über die Zukunft machen. Das wird die Situation nicht entschärfen.
Ich habe Angst um meine Zukunft, um die Kinder, die einst geboren werden. Meine Mutter hat gerade in diesem Augenblick auch Angst um mich. Was bringt uns ein toter Planet. Verseuchte Flüsse, abgeholzte Wälder und kaum Luft zu Atmen. Damit später einst die Menschen Wälder aus Videos kennen, Tiere weiter im Zoo begaffen. Medikamente schlucken, um Krankheiten zu heilen, die noch keinen Namen haben. Das Ökosystem aus einem Buch lernen, die ausgerotteten und vom Aussterben bedrohten Arten ganze Buchbänder füllen.

Der letzte Teile wird in den kommenden Tagen auch Online gestellt. Sie alle stehen zur freien Verfügung.

Tim

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Administrator <![CDATA[Meldung von der Polizeiwache Düren]]> http://hambacherforst.blogsport.de/2014/04/14/meldung-von-der-polizeiwache-dueren/ 2014-04-14T17:41:40Z 2014-04-14T17:41:40Z Aktionen Repressionen Solidarität Polizeiwache Düren Polizeiwache Düren Polizeiwache Düren

Heute Morgen um halb 5 Uhr sind zwei Menschen in Düren von drei Polizeiwägen angehalten und nach ihren Personalien gefragt worden. Nachdem sie diese nicht rausgegeben haben, wurden sie von den Polizist_innen in Handschellen gelegt und durchsucht. Dies alles geschah ohne Angabe eines Grundes, die die Personalienfeststellung gerechtfertigt hätte.
Als sie bei den Personen keine Ausweise finden konnten schleppten sie die beiden mit auf die Polizeistation. Dort wurden sie von den Polizist_innen zum ausziehen genötigt. Eine Person wurde gewaltsam nackt ausgezogen. Als gegen 5 Uhr sie immer noch nicht am verabredeten Ort auftauchten wurde bei der Polizeidienststelle Düren angerufen. Diese bestätigte die Ingewahrsamnahme von zwei Personen. Darauf hin wurde ein Anwalt eingeschaltet, warmer Tee, Decken und Essen eingepackt. Gegen 6 Uhr machten sich vier Unterstützer_innen die sich mit den in Gewahrsam genommenden solidarisch erklären auf den Weg zur Polizei. Die erste Person wurde nach dem sie ihre Personalien abgab rausgelassen und kam den Unterstützer_innen entgegen. Die zweite Person wurde mehrfach unter Druch gesetzt, es der anderen Person gleichzutun. Einmal wurde noch der Spruch: „Dann leide!“hinterhergeschoben.
Nach mehreren Stunden wurde sie genötigt, ihre Fingerabdrücke zu geben und es wurden Fotos von ihr gemacht. Die Pointe des Ganzen: Ein Verhör, bei dem sich herausstellt, dass keine Straftat und keine Anzeige vorliegt. Weiter meint „der Verhörer“ dann aber dass die Kollegen noch keine Anzeige geschrieben hätten…
Als die zweite Person rausgelassen wurde, machten sich alle gegen 10.30 Uhr auf den Weg nach Hause.
Immer wieder kommt es zu solchen Übergriffen seitens der Polizei in Düren. Straftaten werden sich aus dem Hut gezaubert, Personenkontrollen werden willkürlich durchgeführt. Menschen müssen mit Schikanen und Einschüchterungen durch Polizist_innen umgehen.

14.04.2014 Düren

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Administrator <![CDATA[Köln goes Wald]]> http://hambacherforst.blogsport.de/2014/04/09/koeln-goes-wald-2/ 2014-04-09T19:20:47Z 2014-04-09T19:20:47Z Termine Solidarität An diesem Sonntag dem 13. April um 11:20 Uhr trifft sich wieder eine Gruppe von netten Menschen am Bahnhof Köln-Ehrenfeld. Ihr seid herzlichst dazu Hambacher Forst bleibt!eingeladen mitzukommen und uns zu besuchen! Er­ken­nungs­zei­chen ist das „Ham­ba­cher Forst bleibt!“ Pla­kat. In Buir findet ihr Anschluss an die Gruppe um 12 Uhr. Ihr könnt also gerne auch aus der Richtung Düren anfahren.
Gerade dieser Sonntag lohnt sich für einen Besuch ganz besonders aufgrund unseres Skillsharing-Camps! Es wird an nichts fehlen und es gibt Raum und Zeit zu Gesprächen rund um den Tagebau, den Widerstand und den Wald.

Falls ihr die­sen Sonn­tag keine Zeit habt ist auch das kein Pro­blem: die Tour fin­det jeden zwei­ten Sonn­tag im Monat statt.

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Administrator <![CDATA[Fahrradtour zum Waldgeburtstag und zur Jahreshauptversammlung]]> http://hambacherforst.blogsport.de/2014/04/09/fahrradtour-zum-waldgeburtstag-und-zur-jahreshauptversammlung/ 2014-04-09T14:33:54Z 2014-04-09T14:33:54Z Aktionen Termine Solidarität

Vom 12.04 an wird es eine Fahrradtour der kritischen Aktionärinnen und Aktionäre geben unter dem Motto „Klima retten statt RWE!“. Die Tour die von Köln bis zur Jahreshauptversammlung von RWE in Essen führen wird, wird Zwischenstationen im Hambacher Forst, in Borschemich, in Düsseldorf und in Mühlheim machen und bei den Stationen unterschiedliche Konflikte mit RWE thematisieren. Die RadfahrerInnen freuen sich wohl noch über weitere MitfahrerInnen. Mehr Infos und Kontakt findet ihr hier.
Auch wenn ihr nur von Köln bis in den Hambacher Forst zum Waldgeburtstag fahren wollt könnt ihr euich für diese Etappe der Tour anschließen. Treffpunkt ist 10 Uhr am Samstag am Hans-Böckler-Platz mit einer Anfangskundgebung.

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Administrator <![CDATA[Update aus dem Wald]]> http://hambacherforst.blogsport.de/2014/04/09/update-aus-dem-wald/ 2014-04-09T13:43:57Z 2014-04-09T13:43:57Z Allgemein

Eine Woche nach der Räumung der Baumbesetzung vom 27.März 2014

Was in der Zeit passierte!
Was gebraucht wird!
Was jetzt Passiert!

Die Tage nach der Räumung der 3. Waldbesetzung im Hambacher Forst bei Köln, waren von medialem und öffentlichen Interesse, für den Wiederstand gegen den Kohleabbau gezeichnet.
Anwohner_innen sowie Menschen aus dem gesamten Sektor NRW statteten der Wiesenbesetzung einen Besuch ab. Diese hat sich mittlerweile, seit ihrer Enstehung im November 2012, als Anlaufpunkt etabliert.

Es wurde viel geredet und gemeinsam am Feuer gegessen. Die Kraft die einigen die Räumung kostete wurde langsam durch solidarische Hände aufgeladen. Grüße aus vielen Teilen der Erde trafen ein.
Lebensmittel wie Rote Linsen , Bulgur, Zwiebeln, Kartoffeln, Teesorten, Holzspähne (für die Komposttoiletten) und Wassser wurden gebracht. Diese sind derzeit in großen Mengen wichtig um auf dem Camp vom 12-14. April 2014 die Essenversorgung zu gewährleisten. Von lagerbaren Lebensmittel wie Möhren, Zwiebeln, Kartoffeln, Nudeln usw. wird noch so einiges benötigt, genau wie Toilettenpapier und Menschen die sich in der Umgebeung bereit erklären, bei ihnen unsere Wasserkanister zu befüllen oder diese mit einem Auto zu Transportieren, da es auf der Wiese keines gibt. Vielleicht hast du noch ein vollständiges Zelt (eine Stange die fehlt ist jetzt nicht das Problem) was im Keller liegt und nicht mehr gebraucht wird. Dies kannst du uns gerne vorbei bringen. Genauso wie reichlich Brennholz um es sich am Lagerfeuer Abends zu Gitarrenmusik gemütlich zu machen. Bauholz , wie Brennholz und Paletten werden immer dringend gebraucht.
Noch was zu der aktuellen Situation im Wald. Auf den Wegen im Wald um die Gefällten Bäume der Besetzung ist ein reger Kampf entstanden. Barrikaden wurden errichtet und mehrmals am Tag von Radladern und einem Aufgebot von RWE beauftragten Security beseitigt. Gräben entstanden auf den Wegen und wurden mit Kies wieder befüllt. Waldbewohner_innen stießen auf Gruppen von bis zu 10 Securitys, die durch den Wald patroullierten und mit Foto/Video Kameras ausgerüstet waren. Sobald sich Personen in der Nähe befanden, wurden Fotos dieser Person angefertig und deren Anwesenheit durch das Funkgerät weiter gegeben. Kurz darauf tauchen meist mehrere Weiße Geländewagen (Securityautos) in der Nähe auf. Die Polizei besuchte den Wald in den letzten Tagen mehrmals. Patroullierten zu Fuß oder mit ihren Autos durch den Wald oder in seiner Nähe.
Im Halben-Stundentakt fährt meist ein Securityauto mit mindestens 3 Insassen durch den Wald und an der angrenzenden Wiesenbesetzung vorbei. Wenn du aus Richtung Buir in den Wald möchtest, kann es sein, dass schon an der Zufahrt zum Hambacher Forst ein weißer Geländewagen steht, mit dem Slogen an der Seite „voRWEg gehen“. Seit dem letzten Jahr ist die Brücke an der Autobahnauffahrt A4 Buir bewacht: mit Absperrzaun, Flutscheinwerfern und Securitys. Hier befindet sich der Fuhrpark der im Tagebauvorfeld eingesetzten schweren Maschienen. An diesem Ort wurden auch die Hebebühnen von der Räumung geparkt und bewacht. Wenn Unterstützer_innen mit Aktivist_innen durch den Wald gingen, um sich das Ausmaß des sogenannte „Rückbaus“ der Baumhäusen an zu schauen, fühlten sie sich beobachtet, eingeschüchtert und in ihrer Persönlichkeit verletzt. Durch die Anfertigung von Fotos oder durch die Begleitung von der „Hilfspolizei“ im Wald sind Auseinandersetzungen vorprogrammiert. Durch auf Ladeflächen von den Geländewagen stehende Security mit Kameras und einem „Gehstock“ in der Hand wird dies noch Bewusster.
Desweiteren wurde in dem Projekt Haus WAA am Wochendende die Neue Eröffnung gefeiert. Es kammen einige Menschen zusammen um sich bei Musik, Workshops und Infoveranstaltungen, dem Projekt und dem Widerstand gegen die Kohleverstromung Vorrasschauend einzubringen. Im Autonomen Zentrum Wuppertal wurde eine solidarische Volxküche mit dem Informationsvortrag über den Hambacher Forst, dem Widerstand und dem Rheinischen Braunkohlerevier organisiert. Sowie wurde bei einem konzert im Autonomen Zentrum Wuppertal, selbst angerührte Waffeln gebacken und mit Füllung angeboten. Das Essen wurde auf Spendebasis angeboten, damit jeder was Essen kann und nicht wegen seinem Geldbeutel ausgeschlossen wird. Was heut zu Tage bei Lebensmitteln die Realität ist. Die gesammten Erlöse sind dem Widerstand im Hambacher Forst zugute gekommen. Solidarische grüße nach Wuppertal und zur WAA. Nach vorne Blickend wird dies ein Heißer Monat für den Konzern RWE und dem Tagebau Hambach. Kommt zum Camp vom 12.-25. April und zu der Wiederbesetzung am 26. April.

Informiert euch, beteiligt euch, bringt euch ein, Organisiert euch selbst.

Der Kohle/Atom Austieg ist Handarbeit.
Für eine Geselschaft, in der Kohle/Atomanlagen nicht möglich sind!

Grüße aus dem Wald!
Widerstand von unten!
Hambacher Forst Bleibt!

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Administrator <![CDATA[KAMPF UM DEN WALD]]> http://hambacherforst.blogsport.de/2014/04/09/kampf-um-den-wald/ 2014-04-09T07:52:11Z 2014-04-09T07:52:11Z Allgemein InfoInfo

KAMPF UM DEN WALD
Von TIM
Teil 1/3

Ein Dreiteiler über Bäume, luftige Höhen, eine Räumung und darüber, was ich damit zu tun habe.
All dies geschah vor nicht allzu langer Zeit in den Bäumen des Hambacher Forst bei Köln.
Der kommende Text soll Menschen einen Einblick in meine Gedanken, Gefühle und Emotionen ermöglichen. Einen Einblick in eine Situation, in der ich mich befand und wie sie zu stande kam.

Der Hambacher Forst.

Der Hambacher Forst gehört mit seinem einzigartigen Ökosystem zu den letzten großen Mischwäldern in Mitteleuropa. Von seinem ursprünglichen 5.5oo Hektar sind heute noch nicht einmal mehr 1.000 Hektar vorhanden. Der Wald wird von RWE, einem der größten deutschen Energiekonzerne, abgeholzt. In den kommenden Jahren soll er ganz dem Braunkohle-Tagebau Hambach weichen. Der Hambacher Forst, einst Bürgewald genannt, hat eine über mehrere Jahrhunderte alte Geschichte. Mit seiner einzigarten Vielfalt an Flora und Fauna bietet er vielen Lebewesen ein zu Hause. In den jetzt noch stehenden Resten finden sich Stieleichen und Rotbuchen, die über 200 Jahre alt sind. Er bittet vielen Zugvögeln jedes Jahr einen Zwischenstopp und wird mitunter von Waldkäutzen, Fledermäusen und Haselnussmäusen bewohnt.
Der Tagebau Hambach ist mit seiner Größe von ca. 8×10 Kilometern und einer Tiefe von fast 500m der größte in Europa. Das gesamte Rheinische Braunkohlerevier umfasst 3 Tagebauten und mehre Kohlekraftwerke sowie Kohleveredelungsanlagen. Sie verarbeiten jährlich ca. 100 Mio. Tonnen Kohle. Für die Braunkohleförderung mussten in den letzten 70 Jahren Tausende ihre Dörfer verlassen und weitere Dörfer stehen vor der Zwangsumsiedlung.

Teil 1.

Der Anfang.

Vögel fliegen am Fenster vorbei. Der Wald erwacht aus seinem Winterschlaf und die ersten Bäume fangen an, ihre Blätter zu zeigen. Das Leben am Waldboden ist im vollen Gange. Ameisenstraßen bahnen sich ihren Weg zu tausenden durch das Laub, über Totholz und an den Baumstämmen in die Höhe. Kräuter mit saftigen, grünen Blättern schießen überall aus den Boden. Schneeglöckchen bilden einen grünen Tepich mit weißen Blüten. Es ist der 27. März 2014, wir liegen im Bett und rauchen gerade die erste Zigarette des Tages – 20 Meter über dem Boden in einem mit Stroh isolierten Baumhaus in Monkey Town im Hambacher Forst. Unser Zuhause ist eine ca. 200 Jahre alte Rotbuche mit dem Namen Testimo. Wir genießen die Sonnnestrahlen, die durch das Fenster auf uns herabfallen.
Wir vernehmen leise und stumpf klingende Stimmen unter dem Baumhaus. Ich schaue aus dem Fenster und sehe: “…….Polizei , RWE“.
Sie ziehen durch den Wald und sperren großflächig den Bereich um die Baumhaüser ab.
“Räumung!”, schießt es durch die Synapsen meines Kopfes. Mein Puls fängt an zu rasen, ich zittere, kann keinen Gedanken fassen. Gelähmt in einem mir kurz scheinenden Moment. Heute soll es soweit sein. Sieben Monate lebe ich hier in den Bäumen und heute soll es zu Ende sein. Schluß, aus und vorbei. Ich fasse meine derzeitigen Gedanken und drücke sie weg. Nach draußen, telefonieren, Funkgerät einschalten, Anwalt und Presse kontaktieren. Du musst frühstücken und trinken jagt es mir durch den Kopf. Ein wenig Müsli, Tee, der letzte Kaffee und eine Zigarette hier oben in Testimo. Die anderen Bäume kommunizieren uns die selben Gedanken. Heute wird geräumt.
Polizist_innen ziehen in ihren Zügen, wie Ameisen wirkend von hier oben, gehörig in Reih‘ und Glied durch den Wald. Ich lege mir die vorgefertigten Handfesseln an meinem linken und rechten Arm an. Suche Teddy und verwahre ihn nach kurzem Knuddeln in meinem Rucksack. Alles, was in meinen Rucksack passt, wird reingestopft. Die Regensachen, Teller, Besteck, Taschenlampe, das kleine Stopp-Kohle-und-Atom-Tranzparent von der Wand, bis hin zu meinem Lieblingsbeil und Latthammer. Den für die Räumung zusammen gepackten Rucksack ziehe ich unter dem Bett hervor und kontrolliere seinen Inhalt: Wasser, Schokolade, Nüsse, Obst, Geld für zwei Anrufe aus der Polizeiwache oder dem Gefängnis, Handynummern, dicke Klamotten und Handschuhe.
Das kann ein langer Tag werden, denke ich mir. Desweiteren kann es noch dauern, bis die Polizei hier auf 20m Höhe ankommt. Kletterpolizist_innen kommen mit ihren herausstechenden Uniformen sowie Ausrüstungsgegenständen auf dem Testimo zu. Meist sind sie schon mit einem Gurt bekleidet, haben sie einen festen ohne Visier bestückten Schutzhelm auf dem Kopf oder haben erstmal nur ihren Ganzkörperoverall an. Vom Bundesland sowie Polizeieinsatzbereich abhängig unterscheiden sich auch oft Farbe und Beschriftung der Uniformen. Sie stehen jetzt schräg unter mir und beratschlagen sich bestimmt, wie sie es jetzt am besten anstellen, zu uns rauf zu kommen.
Aus der Funke spricht eine Stimme und informiert uns, dass sich gerade schweres Gerät seinen Weg durch den Wald bahnt. Es dröhnt und knackt, als sie die Wege planieren und auffüllen. Sie bereiten so den Waldweg für andere Maschinen vor, damit diese sie befahren können. Das Geräusch der Fräse, einiger Kettensägen und das Rattern von Maschinen nehmen wir im Hintergrund wahr. Sie machen alles dem Erdboden gleich, um eine passende Startposition für die Hebebühnen zu schaffen. Ich sehen nur wenig, da sich alles bisher im vorderen Bereich von Monkey Town abspielt. Mehrere Augen berichten mir über Funk, was sich in dem, für sie sichtbaren Bereich abspielt oder was sie hören. Forstarbeiter_innen fräsen die Buchenhecken um die bewohnten Bäume um, fällen Bäume um neue Wege und Flächen zu schaffen.
Drei Hebebühnen werden vorgefahren und aufgebaut. Es wird sich so langsam auf den eigentlichen Einsatz vorbereitet, die drei Personen im vorderen Bereich von Monkey Town aus den Baümen zu holen.
Ich schaue aus dem Fenster, blicke auf die Äste und Zweige von Testimo. Die Sonne wärmt mich und lässt mich kurz vergessen, dass unter mir hunderte von Polizist_innen stehen, unterstützt von riesigen Maschinen und Gerätschaften, um ein Ziel zu verfolgen: Uns mit allen Mitteln hier raus zu holen.
Die Technische Einheit der Polizei macht sich auch so langsam bereit. Diese wird meist zum Knacken von Lock-Ons, das heißt Vorrichtungen, an denen sich ein Mensch festketten kann, Einreißen von Hütten sowie zum Fahren von Maschinen wie Hebebühnen, verwendet.
Wir hören noch, wie uns gesagt wird, dass sie dabei sind, in die ersten Bäume hochzusteigen und kurz darauf Funkstille. Das war das letzte, was wir von den drei Baumbewohner_innen im vorderen Bereich von Monkey Town gehört haben.
Wir können jetzt nur vermuten, was dort geschieht. Das dröhnen von Kettensägen und anderem Werkzeug dringt durch den Wald bis hin zu Testimo.
Eine Fräse auf Ketten bahnt sich ihren Weg zu uns hin. Sie zerstückelt alles, zerkleinert Wurzeln, Lebewesen und ihre Behausungen. Eine Schneise der Vernichtung wird erst zu Testimo, danach in Richtung des zweiten Baumhauses in ca. 150m Nähe gefräst. Ich sehe, wie Forstarbeiter_innen mit Kettensägen bewaffnet Bäume, die sie hindern, verstümmeln, umgesägen und zerstückeln.
Ich mache mich auf dem Weg in die Krone über mir, um ein Metallrohr, die Hängematte und Windschutz anzubringen. Dies tue ich auf 25m über den Boden. Immer wieder tauchen Polizist_innen unten auf und beraten sich. Als ich alles erledigt habe, klettere ich wieder zum Baumhaus hinab. Wir sitzen zusammen, essen Schokolade und hören Musik, als uns eine Idee durch den Kopf schießt. Diese wird gleich umgesetzt. Wir kombieren das Mikro von dem Megaphon mit der Box vom einem Radio mit Hilfe von Gaffa, einem stabilen Allzweckklebeband. Dann richten wir das Megaphon zu den anderen Bewohner_innen in den Bäumen. Zwischendurch werden die Forstarbeiter_innen und Polizist_innen direkt mit Hilfe des Megaphons angesprochen. Schon bekannte RWE-Mitarbeiter_innen bekommen Pfiffe und die Sirene zu hören. Meistens endet dies mit Antworten wie: “Wir kriegen euch schon”, lachen, “ich befolge meine Befehle” und Anweisungen sowie irgendwas mit “dies ist Eigentum von RWE”.
Ok. Das mit dem Hirn abschalten und alles nachplappern scheint mir hier ein weit verbreitetes Problem heute zu sein. Gleichschaltung des Denkens, alles andere wird geräumt, umgesiedelt, verhaftet oder eingesperrt. So wie ich gerade. Ich passe nicht in das Schema. Springe aus der gesellschaftlichen Logik heaus. Stelle mich queer. Bin unbequem.
Ich sitze auf dem Balkon von der Plattform und im Hintergrund spielt die Musik. Schaue dem Treiben unter mir gespannt zu. Rufe den Polizist_innen unter mir zu, dass sie noch eine Nackenverspannungen bekommen, wenn die so weiter zu mir rauf schauen. Ja, ich hier oben, ihr da unten.
Schon eine andere Sicht. Ich schaue auf euch herab. Genieße die Aussicht um mich herum, die Bäume, die sich tagtäglich verändern. Klettere in meinen Gedanken hoch in die Krone, zu dem Ort, wo sich das Metallrohr befindet. Wärend der ersten Tage der neuen Waldbesetzung Anfang September 2013, kurz nach dem Klimacamp in Manheim, einem Dorf, das dem Tagebau Hambach ebenfals weichen soll, hatte ich ein längeres Gespräch mit Aktivist_innen aus vielen Teilen der Erde. Wir redeten über Sich-Festketten und die daraus bereits entstandenden Erfahrungen. In diesem Gespäch stießen wir auf dem Begriff “Liebe” und diese zur Natur zu zeigen. Ich meinte, dass Festketten auch Liebe sei. Das Gefühl, mit etwas verbunden zu sein, mitzufühlen und etwas zu schützen.
Es war eine längeres und sehr interessantes Gespräch, voller Liebe, Hingabe und Romantik. Dies an einem Ort wie dem Hambacher Forst, der neuen Besetzung. Das Gefühl, etwas hier gerade in diesem Augenblick zu bewegen. Da kam das Wort Testimo. Es bedeutet soviel wie “In Liebe” im katalanischen. Ein Wort, das beim Aussprechen Ruhe und Ernsthaftigkeit zeigt, stehend für Hingabe und vieles mehr. Es wurde dieser Begriff in den kommenden Tagen oft verwendet. Am letzten Tag vor der Abreise schrieb mir eine der Personen “Testimo” auf mein Metallrohr. Seitdem habe ich das Rohr an mir getragen und wusste, ich werden es benutzen, wenn der Tag kommt.
Mit dem Gefühl “Ich liebe die Natur, bin ein Teil von ihr und was du liebst, zerstörst du nicht” ging ich durch die Monate. Es ließ mich nicht los. Jeder Tag war ein neuer. Hier im Wald ist immer etwas los, ich muss nur meine Augen aufmachen, den Klängen lauschen und mit der Hand den Baum berühren. Ich habe eine Verbindung mit meiner Umgebung aufgebaut, erkunde sie, bewundere und respektiere sie.
Das Dröhnen und Krachen der zu Boden fallenden Bäumen, löst immer wieder ein unangenehmen Impuls meiner Nervenbahnen im Körper aus, der vom Fuß ausgehend über den Rücken in die Arme wandert.
Eine auf Ketten fahrende Hebebühne macht sich auf dem Weg zum zweiten besetzten Baum neben mir. Dieses Baumhaus befindet sich noch im Aufbau und besteht derzeit aus einer Plattform. Zwischen diesem und Testimo wurden spezielle Seile, teils Walkways und teils Traversen gespannt. Diese ermöglichen uns das Hin- und Herbewegen zwischen den einzelnen Bäumen, ohne auf den Boden zu müssen. Ein sozusagen eigens geschaffenes Netz aus Wegen und Plattformen. Insgesamt wurden in dem hinteren Bereich von Monkey Town sechs Bäume erklommen, um eine Verbindung zwischen der Plattform und Testimo zu schaffen. In dem Baum auf halber Strecke hängen Stämme für eine weitere Plattform.
Unter diesem wird gerade von Kletterpolizist_innen mit Hilfe von einer großen Zwille (bigshot) ein Seil reingeschossen. Nach mehrmaligem Probieren hängt das Kletterseil und ein Polizist macht sich an dem Aufstieg. Oben angekommen kappt er die Walkways, sowie die Matterialschlingen an denen die Bäumstämme hängen. Es regnet Baumstämme und Seile.
Ein mit Steigeisen (mit Metallhacken bestückte Schuhe) ausgerüsteter Kletterpolizist macht sich auf dem Aufstieg, direkt an dem Baum neben Testimo, um uns den letzten Walkway zu kappen. Damit besteht nicht mehr die Gefahr, dass wir in andere Bäume klettern werden. Die zweite Bewohner_in macht sich auf dem Weg über den Walkway, um den Polizist in Empfang zu nehmen. Sie reden lange. Verständnis, aber Gehörigkeit dem Chef und der Stadt gegenüber. Die meisten der Polizist_innen sind nicht das erste Mal im Hambacher Forst im Einsatz. Seit dem am 14. April 2012, als die ersten Aktivist_innen während des “Wald-statt-Kohle”-Fests die Bäume erklommen haben, kam es zu unzähligen Einsätzen. Sei es wegen Schienenblockaden, weil bis zu hunderte von Menschen sich auf die Gleise der Kohleeisenbahnstrecke setzen. Wegen immer wieder stattfindenden Camps, Konzerten oder anderen Veranstaltungen. Oder als Unterstützung bei der Beseitigung von immer wieder neu errichteten Barrikaden auf den Waldwegen. Zur Durchführung von Durchsuchungen oder wie jetzt die Räumung der 3. Waldbesetzung. RWE und ihre Anhängerschaft brauchen ihre Unterstützung, denn sie selbst trauen sich selten alleine durch den Wald oder in die kommenden vom Bagger gefressenen Dörfer. Sie wissen, dass ihnen die Gegend hier nicht wohl gesonnen ist, dass ihnen kein fruchbarer Boden bereitgestellt wird damit sie ihn verderben können. Sie, der Grund für lebensfeindliche Verhältnisse. So können Probleme schnell aus dem Weg geschafft werden, wenn menschen gleichzeitig von RWE, Polizei und Politik Geld kriegen und mitreden. Genauso wie sie, die von ihnen geschaffene Zerstörung von Leben, mit der Schaffung von künstlichen „Fakten“ totschweigen. Sie propagieren die Sicherung von Arbeitplätzen aber hinterlassen einen toten Planeten. Sie sagen wir sollen arbeiten gehen um die Familie zu ernähren und den Kindern eine Zukunft zu ermöglichen. Dass sie selbst diese Erde für uns, unsere Kinder und deren aller Kinder vergiften und zerstören, erwähnen sie mit keinem Wort. Es ist ein schleichender Mord, den ihr an euch selbst und noch mehr an denen nach euch verursacht. Keine Jobs auf einem toten Planeten. Liebe gewerkschaftler_innen, Genoss_innen, die sich immer noch an das Großkapital, sowie die SPD klammern. Weniger Arbeit für alle, statt mehr Arbeit für alle. Dann haben alle Zeit für sich, der Familie, den Kindern, sich zu beschäftigen und gemeinsam den Hambacher Forst zu erkunden.
RWE ist verantwortlich für bleibende gesundheitliche Schäden. Sei es durch die Feinstaubbelastung, die erhöhte Radioaktivität, den psychischen Druck den sie auf betroffene Menschen ausüben. RWE ist verantwortlich für Schäden an den Häusern durch das Abpumpem des Grundwassers, für verminderung der Lebens- und Wohnmbedingungen. Ebenso wird die Existenz von zahlreichen Bäuer_innen durch das großflächige Abpumpen des Grundwasser bedroht. Da beschweren sich sogar die Bäuer_innen in Belgien. Überlegst du dagegen zu Klagen wird es durch die gerichterlichen, lang andauernden Verwaltungsakten manchmal Jahre kosten bis ein Urteil gesprochen wird. Dadurch wird das Handeln von Betroffenen erschweren und meistens unmöglich gemacht. Gutachten erstellen von RWE bezahlte Prüfer_innen. Diese bezeichnen die Staubbelastung als völlig unbedenklich. Schäden an Ökosystemen werden als „im Rahmen“ dargestellt. Bei erhöhten Schwermetallwerten soll/brauch Mensch sich keine Sorgen machen, denn der Grenzwert wird angepasst.
“Ihr habt doch selber nen Bergbauschaden”. Zahlen verdrehen, Statistiken gestalten und dies in Dimensionen angeben, dass ich mir dies selten Vorstellen kann. Schaut euch das Loch hier an; Dass dass nicht ohne Folgen von sich geht, ist doch vorprogramiert.
Unter mir wird die auf Ketten fahrende Hebebühne positioniert. Sie wird mehrmals umgestellt sowie ihre Stützauflageflächen verändert. Es scheint als hätte sie ein paar Probleme. Da fängt wohl das Gerät an zu bocken. Ein_e Techniker_in wird rangeholt. Dies sind Probleme im Betriebsablauf wie ich sie begrüße. Wir steigen aufwärts in Testimos Krone. Es mag an die 15 Grad sein. Die ersten Kletterpolizist_innen stellen sich für den Aufstieg in die Kabine am vorderen Ende der Hebebühne auf.
Eine kühle Briese streift durch mein kurzes Haar. Die Krone schaukelt ruhig und sanft. Ein letzter Blick in Richtung der künstlich aufgeschütteten Sophienhöhe, die aus den letzte Resten des Waldes empor ragt. Mit ihren Absetzern, die den sogenannten Erdabraum aus dem Tagebau Hambach aufschütten. Die zwei großen Bagger mit ihren hohen Türmen, die auf der ersten Kante des Tagebaus Tagtäglich die Erde fressen. Egal ob Wald, Straße oder Dorf. Alles verschwindet ins Nix. Nur alte Karten, Straßenschilder oder Straßen die auf einmal im Nichts enden, erinnern noch an die ursprünglichen Orte.
Gegen dies stelle ich mich, dewegen bin ich hier und werde dies jetzt tun. Ich stecke beide Arme um den Baumstamm in das Metallrohr. Testimo mein Freund.
Klack macht es und das Schloss ist zu.

Die weiteren beiden Teile in den kommenden Tagen Online gestellt und stehen dann zu freien verfügung.

Den Text “ Kampf um den Wald” wird am Samstag den 12.April 2014 von mir auf der Wiesen-Besetzung bei Buir, zum dort stattfindenen Waldfest vorgelesen.

Tim

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Administrator <![CDATA[Terminkalender fürs Skillsharing]]> http://hambacherforst.blogsport.de/2014/04/08/terminkalender-fuers-skillsharing/ 2014-04-08T14:21:52Z 2014-04-08T14:21:52Z Mobilisierung Termine Info
Es gibt jetz auch einen Terminplan für das Skill-Sharing Camp, der hier auch regelmäßig aktualisiert wird:

Samstag, 12.4.: Waldfest, Tripod-Bau, Diskussions-Runde: Kampf gegen Braunkohle/ Leben auf der Besetzung (14:30 Uhr),Vortrag: Conga Conflict (16 Uhr) Fahrradtour von Köln zum Hambacher Forst
Sonntag, 13.4.: Lehmisolation, Stohhütte bauen (so lange wie’s dauert), Freifunk/ Internet, Vortrag: Refugee Strike, 15-18 Uhr: Pflanzen zeichnen und malen [15-19](Materialien dafür möglichst selbst mitbringen: Papier, Bleistifte, evtl. Farbstifte, Zeichenunterlage), Brot backen, Fahrradtour über Niederaußem nach Borschemich
Montag, 14.4.: Kampf um Wald in Pakistan, Leben auf den Besetzungen, Lehmisolation, Freies Tanzen für einen freien Wald [14:30]
Dienstag, 15.4.: Vortrag: Prison – Inside, Gefangenen Schreiben, ab ca. 18 Uhr: Krav Maga/ Selbstverteidigung
Mittwoch, 16.4.: Jahreshauptversammlung von RWE, Utopiewerkstatt – von Bolo Bolo bis Projekt A/Vergangenheit und Zukunft des utopischen Denkens
Donnerstag, 17.4.: Infoveranstaltung über den Hambacher Forst in Euskirchen
Freitag, 18.4.: Hassis stricken
Samstag, 19.4.: Wildkräuter sammeln
Sonntag, 20.4.: Leben ohne Geld, Macht macht Umwelt kaputt
Montag, 21.4.: Den Kopf entlasten, Tunnel-Theorie
Dienstag, 22.4.: 10 Uhr-Rechtshilfetipps, Vortrag über RWE-Filz und Widerstandsfest in Borschemich
Mittwoch, 23.4.: Wie baue ich eine Plattform?, Gruppenfindungsprozess Borschemich
Donnerstag, 24.4.:
Freitag, 25.4.: Prozess gegen Aktivisten im Amtsgericht Kerpen

Bisher ohne festes Datum:

“Heterarchie”
Klimawandel-Diskussion
Out of Action
Radical Peer Support
Psychiatriekritik
Gewaltfreie Kommunikation
Nachhaltiger Aktivismus
Clown Action
Samba-Trommeln
Alternative Warmwasserversorgung
Holzhütte bauen
Schnupperklettern

weitere zeitnahe Termine:
Donnerstag, 10.4.: evtl. kommen Leute vom ABC Belarus, ist aber noch nicht sicher
Freitag, 11.4.: Vortrag von einem Mensch aus dem Crimethinc. Ex-Workers Collective
Samstag, 26.4.: Wiederbesetzung =)

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Administrator <![CDATA[„Borschemich wächst wieder“ und Vortrag]]> http://hambacherforst.blogsport.de/2014/04/06/borschemich-waechst-wieder-und-vortrag/ 2014-04-06T15:38:00Z 2014-04-06T15:38:00Z Aktionen Hintergründe Termine Solidarität Großes Widerstandsfest am 22. April in Borschemich – kämpferische Gärtnerei unterstützen und Vortrag „RWE – Der Kampf um Kohle und Posten“ Hochneukircher Weg 3, Borschemich, ab 12 Uhr mittags.

Flyer zum ausdrucken und verteilen: Vorderseite, Rückseite

Borschemich wächst wieder

Die Brüder Mayer von der gleichnamigen Gärtnerei befinden sich im Enteignungsverfahren durch RWE. Die Gärtnerei die sie von ihren Eltern übernommen haben wollen die Brüder nicht kampflos aufgeben. Der Schaufelradbagger schmatzt sich nur wenige hundert Meter entfernt durch die Landschaft und lässt nichts übrig bevor er diese tiefer legt. Die Gärtnerei hätte schon vor zwei Jahren abgerissen werden sollen, nach dem Zeitplan des Energieriesen (Aus RWEs Eigenwerbung: „Es ist leicht gutes zu tun wenn man ein Riese ist“). Das sich in die Länge ziehende Enteignungsverfahren und die entstehende Öffentlichkeit zu der Gärtnerei sind RWE ein Dorn im Auge. Zieht sich das für RWE noch länger hinaus, muss der Bagger irgendwann stehen bleiben(!). Also wird Druck auf die Brüder ausgeübt. Getreu dem Motto: „Nur ein toter Umsiedler ist ein guter Umsiedler“ setzte RWE dem schwer an den Nieren erkrankten Gärtner sprichwörtlich die Pistole auf die Brust: „Verkaufen Sie! Sie werden die Umsiedlung eh nicht mehr überleben.“

Am selben Abend wird dann ein Vortrag über den RWE-Filz stattfinden:
Aus dem Ankündigungstext: Klimawandel ist in aller Munde – und manchem Keller. Dennoch baggern große Energiekonzerne tiefe Löcher in die Erde, vertreiben die EinwohnerInnen ganzer Dörfer, um dann ihre Häuser abzureisen.
Gleichzeitig blasen sie riesige Mengen klimaschädlicher Gase, dazu gesundheitsschädliche Stoffe von Feinstaub bis Radioaktivität in die Luft. Widerstand scheint zwecklos. Der Grund: Ein enger Filz der Konzerne mit Parteien und Behörden sichert die lukrative Rücksichtslosigkeit ab. Der größte Klimakiller agiert im bevölkerungsreichsten Bundesland, aber auch andernorts: RWE und Landespolitik, dazu Bundesbehörden, regionale Ämter und PolitikerInnen, Parteien und Lobbyisten ruinieren Umwelt und Gesundheit! Die brisante und unterhaltsame Ton-Bilder-Schau wirft einen Blick hinter diese Kulissen Nordrhein-westfälischer Machtpolitik, zeigt aber auch den zähen und zunehmenden Protest gegen Kohleabbau und Klimawandel.

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