Bald ist es wieder so weit: Da die Vögel ihre Brut- und Nistzeit beenden, dürfen ab dem 01. Oktober wieder die Bäume, auf denen sie brüteten gefällt werden. Wer hierbei jetzt an Fairtrade-Papier mit Siegel und gutem Gewissen dachte, liegt weit daneben. Es geht um die ausnahmslose Komplettrodung eines Teils des Hambacher Forstes, um den Braunkohletagebau Hambach zu erweitern. Wer wissen möchte, warum das keine so gute Sache ist, kann sich ja einfach mal auf dem Blog umschauen – oder direkt vor Ort!
Denn seit mehreren Jahren ist der Hambacher Forst besetzt und die Anti-Kohle-Bewegung im Aufschwung. Wir wollen dieses Moment nutzen und haben uns ein ehrgeiziges, aber notwendiges Ziel für den Herbst und den Frühling gesetzt: Kein Baum Fällt!
Es gibt viele gute Gründe den Wald vor den Kettensägen, Harvestern und Baggern zu schützen: Rückzugsräume für bedrohte Tiere und Pflanzen, Verhinderung des Tagebaus, Verteidigung der Waldbesetzung und und und.
Im Jahr 2011 gab es das Unräumbar-Festival und ein Aktionswochenende. Dort kamen jeweils viele Menschen zusammen und haben aktiv die Vorbereitungen für die Rodungsarbeiten erschwert und verzögert. Die Rodungsarbeiten fingen erst nach der Räumung der Waldbesetzung Ende November richtig an. Daran wollen wir anknüpfen und schlagen deshalb Aktionswochenenden ca. alle sechs Wochen vor! Wir wollen dieses Jahr häufiger, kontinuierlicher und aktiver gegen die Rodungen vorgehen. RWE soll sich lange überlegen müssen, wann sie sich trauen können, mit den Rodungen anzufangen – und wenn sie es dann doch tun werden sie merken, dass es ein Fehler war!
Natürlich wird es möglich sein, jeden Tag und jede Nacht gegen die Rodungen vorzugehen. Deshalb laden wir alle Menschen ein, zu den Besetzungen zu kommen und sie zu unterstützen! Während der Rodungssaison sind Besetzungen noch mehr ein Dorn im Auge des Riesen als im Rest des Jahres. Deshalb sind sie von Oktober bis März besonders räumungsbedroht – mehr Menschen auf der Wiese, im Wald und auf den Bäumen können hier eine Räumung verhindern und zumindest verzögern. Da uns aber auch klar ist, dass es vielen Menschen leichter fällt, ins Revier zu fahren, wenn sie davon ausgehen, dass viele Menschen da sein werden, schlagen wir folgende Wochenenden als explizite Aktionswochenenden vor:

Aktionswochenenden:
30.​10. – 2.​11.
28.​11. – 30.​11.
30.​12. – 1.1.
30.1. – 1.2.
27.2. – 1.3.
27.3. – 29.3.

Diese Wochendenden werden hoffentlich recht selbstorganisiert geschehen, aber manche Dinge werden wohl doch vorbereitet werden. Wenn ihr Interesse habt, da mitzumachen, schreibt uns einfach unter hambacherforst@riseup.net.
Wir freuen uns riesig, euch im Herbst, im Winter und im Frühling im Wald zu sehen! Hier noch ein paar Aktionsideen, einige Parolen und ein Abschiedsgruß, sonst wär’s ja kein richtiger Aufruf zu Aktionstagen!

Hütten bauen, den Zufahrtsweg zur Besetzung reparieren, Essen organisieren, Baumhäuser bauen, auf der stillgelegten Autobahn Räuber und Gandarme spielen, auf der anderen Seite der A4 eine Besetzung starten, Bäume umarmen, Bagger umarmen, Kohlezüge umarmen, sich gegenseitig umarmen.
Hambacher Forst gefällt uns!
Kein Baum fällt!
Unvorhersehbar bleiben!

Die Flyer findet ihr HIER

Filme vom Skillsharing camp im Herbst 2014 findet ihr Hier
Fotos vom Skillsharing camp im Herbst 2014 findet ihr Hier

Aktionskarten Hier!
Aktionsfeld Kohlebahn Hier!
Kein Baum Fällt,180 Tage,Stoppt Rodung!
Flyer „Kein Baum Fällt!“
Video von einer Aktion beim Camp im Frühjahr
Infos zu dem Skillsharing Camp Hier!

strong>180 Tage Stopp

180 Tage sind es, in denen RWE den Hambacher Forst weiter roden lassen kann, und vermutlich wird – denn unter dem Wald liegt die Braunkohle, an die RWE dran will: Vom 1. Oktober bis zum 31. März. 180 Tage in denen wir die Rodungsarbeiten verhindern wollen, und in denen auch die Waldbesetzungen von einer Räumung bedroht sein werden. Um effektiv zu stören, müssen wir viele Menschen sein – und viele Ideen haben. Deshalb haben wir uns ein Konzept überlegt: Für jeden dieser 180 Tage suchen wir eine Gruppe, die sich bereit erklärt für diesen Tag (das können auch mehrere Tage sein) in den Wald zu kommen und mit uns zusammen die Rodungsarbeiten zu verhindern.
Desweiteren wird es ein Skill Sharing Camp in dieser Zeit geben um sich zusammen zufinden zu Diskutieren, Informieren, Blockade Techniken auszuprobieren.

Welche Vorraussetzungen gibt es für Gruppen einen Tag zu übernehmen?

Eine Gruppe kann entweder eine spontane Gruppe sein, oder auch eine feste Gruppe mit Namen, wie Anti-Atom-Gruppe soundso. Eine Gruppe sollte mindestens aus 10 Menschen bestehen ( Idee). Für eine Zusage für einen Tag sollte sich die gruppe wirklich sicher sein. Ein Tag bedeutet mindestens 36 Stunden im Wald zu sein.

Was genau soll eine Gruppe vor Ort tun?

Eine Gruppe, die einen Tag im Wald übernehmen will, sollte bereit sein, auf irgendeine Weise den Wald zu schützen. Das kann auf direkte, auf kreative, oder auch auf symbolische Weise sein. Wenn jeden Tag unterschiedliche Sachen passieren, macht es am Ende die Mischung! Eine Gruppe sollte sich schon im Vorhinein überlegen, was sie sich vorstellen können im Wald zu tun. Im Wald wird es dann eine kleine Einweisung in die Situation und Aktionsempfehlungen geben. Die Gruppe sollte sich auch an der Nachtwache beteiligen. Eine Gruppe kann auch mehrere Tage am Stück übernehmen.

Was könnt ihr als Gruppe erwarten?

Ihr werdet eine Einführung bekommen, eine Waldführung und Informationen über das rheinische Braunkohlerevier. Wenn ihr wollt könnt ihr euren Aufenthalt im Wald verbinden, mit einer Informationsveranstaltung über das was ihr gerade so macht. Eine Versorgung auf der Waldbesetzung ist vorhanden. Warme Schlafmöglichkeiten hoffentlich auch.