Nachricht aus dem Hambacher Wald

Teil 1. Unterstützung einer Baumbesetzung. Aber wie?

Hambacher Wald, Baumbesetzung Oaktown & Gallien.
17. Oktober 2016
Du möchtest die Baumbesetzung Oaktown, Gallien oder eine Andere unterstützen aber weißt nicht wie, kein Problem. Wir (Unterstützer_innen und Baumbewohner_innen) haben ein paar Fragen zusammengetragen und beantwortet, die uns immer wieder gestellt werden. Dazu wird aufgezeigt, wie sich auf unterschiedlichste Form eingebracht werden kann.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Wo befinden sich die Baumbesetzungen?
  2. Was wird benötigt, ist immer nützlich in den Bäumhäusern zu haben?
  3. Wie kann ich euch die Materialien und/oder Lebensmittel zukommen lassen?
  4. Was ist eine Baumbesetzer-Patenschaft?
  5. Was gibt es zu beachten?
  6. Wie kann ich mich weiter einbringen? Was könnte ich ändern in meinem Alltag?

1. Wo befinden sich die Baumbesetzungen?

Derzeit befinden sich drei größere Baumbesetzungen (Dörfer) und einzelne besetzte Bäume im Hambacher Wald. Dieser befindet sich zwischen Aachen und Köln , bei Buir / Kerpen.

Die Namen der Besetzungen und einzelnen Baumhäuser lauten:

Dear Forest Visitors

Fortress (Eingangsportal) mit Deathtrap. Baum und Barrikaden -besetzung am Eingang zum Hambacher Wald, ehemalige A4 Auffahrt Buir /Parkplatz Manheimer Bürge. Diese wurde in den letzten zwei Jahren immer wieder geräumt. Genannt sei z.B. Remis Tower, benannt nach dem Aktivisten Remi Fraisse, der von Polizist*innen ermordet wurde, während Aktionen um ein Staudammprojekt in Frankreich.

Oaktown (Eichenstadt). Benannt nach der Baumart Eiche (Oak), in denen sich die Häuser befinden. Die Namen der besetzten Bäume lauten Nest, Floki, Wohnzimmer, Mona und Pyra

Gallien. Besteht aus drei Baumhäusern. Chillum, Palme und Lulla.

Beechtown/bloodybeechtown (Buchenstadt/ Blutbuchenstadt). Ist eine Baumbesetzung, die sich derzeit am nächsten zur Rodungskante befindet. Sie ist nach der dort vorkommenden Baumart Buche und der dort alleine stehenden Blutbuche benannt. Sie bestand bis vor 1 ½ Jahren auch aus einer Bodenbesetzung, die geräumt wurde. Die Namen der Baumhäuser lauten Beechtown und Aquarium.

Karte

2. Was wird benötigt, ist immer nützlich in den Baumhäuser zu haben?

Ein wichtiger Punkt sind Lebensmittel, sowie Wasser. Dazu kommen noch wichtige Alltagsgegenstände. Es besteht die Möglichkeit, Lebensmittel in den Baumhäusern zuzubereiten/ zu erhitzen.

Lebensmittel

trocken: Nudeln, Hirse, Hafer (-flocken), Müsli, Schokolade,, (Rote-, Teller-) Linsen, Nüsse und Mandeln: Hasel-. Erd-, Walnüsse, etc. ganz oder geschält, als Mus oder gehackt.

frisch: Möhren, Zwiebeln, Kartoffeln, Knoblauch, Äpfel (Obst allgemein), Gemüse allgemein (Kürbis), Brot, Salat,

Konserven: eingemachte Ravioli, Linsen Eintopf, Kidney Bohnen, Möhren/Erbsen, Mais, Tomaten (-Mark), Brotaufstriche, Pumpernickel (Brot)

Wasser: am besten sind PET Flaschen von 1½ l , da diese besser zu lagern und Frost besser standhalten (nicht platzen)

Alltagsgegenstände: Feuerzeuge/ Streichhölzer, Kerzen, Batterien (AA, AAA), Handyaufladungen/-Guthaben für e-Plus / Aldi Talk (5€, 15€), Steckkartuschen für Campinggaskocher (Gaskartusche CF211 Butan 290g), Gaskocher

Nützliches: Erste Hilfe Koffer (KFZ Verbandskasten), Socken, Decken, Nähset/ Taschenflick-Set, Taschenradio (Batterie-, Kurbelbetrieben), Toilettenpapier und Taschentücher

3. Wie kann ich euch die Materialien und/oder Lebensmittel zukommen lassen?

Da gibt es mehrere Möglichkeiten.

A. Du kommst rum. Das bedeutet, du stattest der Baumbesetzung oder dem Wiesencamp einen Besuch ab und lernst uns dabei auch gleich kennen ;)

Noch nicht fertig gebaut: Falls gerade niemand in den Bäumen reagiert oder du einfach nur einen gemütlichen Spaziergang machst und was ablegen möchtest, sind folgende Ideen gerade in der Umsetzung. In der Besetzung Oaktown soll es zum Beispiel eine Box am Boden geben, wo es die Möglichkeit gibt, Material und Lebensmittel abzulegen. Dazu befindet sich auch ein Briefkasten in der Nähe, der sich freut, mit Briefen gefüllt zu werden. Sei es direkt an die Aktivistinnen, Poesie, Postkarten, Kritik, Lob, aufbauende Worte oder was dir sonst so einfällt.

Eine Anfahrtsbeschreibung findet du unter: Kontakt

B. Beteilige dich an einem der Waldspaziergänge/ Camp /Aktionen und gib es den vor Ort antreffenden Aktivist_innen.

Informationen dazu findet du unter: Termine

C. Bei weiteren Fragen ruf einfach an oder schreibt eine e-Mail.
Diese findet ihr unter: Kontakt

4. Was ist eine Baumbesetzer-Patenschaft ?

Die Idee der Patenschaften für Baumhäuser und was es damit auf sich hat.

Das Baumhaus Floki in Oaktown hat Paten_innen. Das bedeutet es haben sich Menschen gefunden, die miteinander kooperieren und sich ergänzen. Die Besetzer*innen von Floki leben die meiste Zeit im Baumhaus und verlassen es nur selten. Um dieses möglich zu machen, kommen in regelmäßigen Abständen Pate_innen vorbei und erkundigen sich nach dem aktuellen Stand und fragen was es zu besorgen gibt. Sei es Lebensmittel, Wäschewaschen, Handyaufladungen oder Batterien wiederaufladen. In dieser Patenschaft werden dazu Ideen ausgetauscht, es gibt ein kleines Netzwerk. Paten_innen sammeln ein wenig Geld und kaufen davon die zu benötigten Gegenstände.

Als Beispiel: „Im Baumhaus fehlt mir was oder wird in kommender Zeit alle, also nehme ich mit den Paten_innen Kontakt auf. Meine Liste besteht aus: Studentenfutter, Äpfel, Kartoffeln, Kürbis, Knoblauch, Batterien, Schokolade (Marzipan) und extra Wasser, was ich einlagern möchte für eine Räumung. An den kommenden Tagen tauchen Paten_innen auf und hängen mir die Materialien in einem Jutebeutel an meinem Kletterseil.“

Auch andere Baumhäuser freuen sich über Patenschaften.

5. Was gibt es zu beachten?

Lebensmittel
Die meisten im Hambacher Forst Lebenden sind Veganer_innen. Das bedeutet, dass sie auf tierische (nicht-menschliche) Inhaltsprodukte verzichten. Sei es Milch (auch Milchprodukte), Honig, Eier, Fleisch und Fisch.

Es ist zu empfehlen Wasser in PET und Lebensmittel/ Konserven in Dosen zu transportieren und dem im Baum lebenden Menschen zu übergeben. Glas wird versucht zu vermeiden, da bei langer Lagerung diese im Winter bei Frost zu platzen drohen oder beim Transport durch Erschütterung kaputt gehen können.

Der Besuch
Der Hambacher Forst ist seit einigen Jahren ein stark umkämpfter Bereich. Es kommt zu Blockaden, Camps, Kunst und Kulturveranstaltungen, Waldspaziergänge, Sabotage, Besetzungen u.v.m. .

Das bedeutet, dass es zu Auseinandersetzungen mit Polizei, Wachpersonal und Behörden kommt. Diese führen des öfteren zu Festnahmen, Personenkontrollen, einer starken Präsenz von Polizeieinheiten und dem von RWE eingesetzten Wachpersonal. Gerade in der derzeit stattfindenden Rodungssaison.

Dazu wird in den kommenden Tagen der Text Teil 2. Rodungsarbeiten? Was ist das? veröffentlicht.

Barrikaden auf dem Waldwegen.
Um ein Zugreifen auf die Reste des Hambacher Forst und in ihm befindlichen Besetzungen, durch RWE und Polizei zu erschweren. Sie führen auch dazu, den Besucher_innen zu zeigen, dass Menschen hier aktiven Widerstand gegen die Zerstörung des Waldes leisten. Es befinden sich unterschiedlichste Bauarten an Barrikaden auf den Wegen des Hambacher Forst. Diese werden von Zeit zu Zeit bewohnt. Die Barrikaden sind in sich individuell und kunstvoll gestaltet.

Die Besetzungen.
Beim Eintreten in die Baumbesetzung ist mit lautem Rufen auf sich aufmerksam zu machen. Es besteht immer die Gefahr, dass Gegenstände herab fallen können, da an den Baumhäusern meist gebaut oder Reparaturen durchgeführt werden. Die Besetzung Oaktown ist durch ein rot/weißes Flatterband gekennzeichnet / umrandet.

6. Wie kann ich mich weiter einbringen? Was könnte ich in meinem Alltag ändern?

Stromanbieter wechseln. Keine Gelder für Atom- und Kohlestrom.

Konsum verhalten reflektieren und umdenken.

  • Regionale und saisonale Lebensmittel kaufen.
  • Strom-/ Energieverbrauch minimieren.
  • Fahrrad fahren, öffentliche Verkehrsmittel benutzen
  • Diesen Text ( Wie kann ich eine Besetzung Unterstützen) teilen.
  • Flyer aus dem Hambacher Forst verteilen
  • Mit Freund_innen in den Wald kommen auf einen Spaziergang. Bei vorheriger Absprache sind auch Führungen möglich.
  • Veranstaltungen organisieren (Lesungen, Konzert, Filmabend).
  • Beteiligung an Aktionen und Camps.
  • Eigene Gruppen gründen und Aktionen durchführen.
  • Sich in regionale/ überregionale Gruppen, die sich lebensfeindlichen Technologien und deren Verhältnisse kritisieren entgegenstellen, einbringen.

Weitere Informationen findet ihr unter: Mach mit und Infos

Die Kampagne gegen die Rodung 2016/ 2017 hat begonnen. Weitere Informationen findet ihr unter: